Russe sieht auch “Dnjepr-Ost + Kiew”

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Präsident Putin droht mit einem Aufmarsch von mehr als 100’000 Mann, zu Lande, zur See, in der Luft und im Cyberraum.

 

Präsident Putin hält den militärischen Druck auf die Ukraine hoch; grimmig assistiert vom Aussenminister Lawrow. Die USA erteilten den Russen die verlangte schriftliche Antwort auf Putins Forderungen, nicht unerwartet in abschlägigem Sinn. Ein russischer Stratege unterbreitete uns telefonisch seine Analyse zur Lage; er bittet um Quellenschutz. Es folgt eine unredigierte Aktennotiz

  • Zur Ukraine schliesst er die Variante „Dnjepr Ost inkl. Kiew“ nicht aus, weil damit teils stark russischstämmiges Territorium besetzt würde. Dies im Sinn einer Maximalplanung.
  • Zu Kiew sieht er das Panzerrollgelände von Norden, von Belorus aus plus eine Zangenumfassung von Kiew im Westen der Stadt, also westlich Dnjepr, um den Ortskampf im westlichen Teil von Kiew zu vermeiden.

Den Meeren entlang

  • Hybrider Beginn, Cyber, psychologische Operationen, Sabotage, mit einleitender Artillerie-Barrage, rascher Entfaltung der Panzer- und Mot-Schützendivisionen mit sehr kurzer Verweildauer in der Angriffsgrundstellung.
  • Gelände nordwärts Kiew begünstige Panzer und schnelle mot Formationen.
  • Luftüberlegenheit.
  • Luftlandungen überall denkbar, ja wahrscheinlich.
  • Mit „Djepr Ost + Kiew“ würde, sagt er, das strategische Ziel (kein NATO-Beitritt, keine Offensivwaffen in der Ukraine) erreicht, ohne dass der Krieg bis Lemberg getragen würde. 

Russlands Aufmarsch gemäss dem ukrainischen Geheimdienst.

  • Im Süden sei der Durchstoss über Odessa und Transnistrien zur rumän. Grenze denkbar.
  • Die kleine Variante „Rostow–Mariupol–Perekop“ bleibe bestehen, sei aber wegen der Kertschbrücke nicht mehr so dringend wie vor deren Einweihung 2019.
  • Um die Ukraine vom Meer abzuschneiden > amphibische Landungen und terrestrische Stösse am Schwarzen und am Asowschen Meer. Teils offenes Panzergelände.
  • Wo Gerassimow das Schwergewicht bilden würde, hänge auch vom Verlauf ab.

Baltikum-Offensive? jetzt Nein!

  • Zum Fall „Baltikum, Riga, 76. Luftsturmdivision aus Pskow, siehe auch der brit. General Richard Shirreff“ kam er auf Artikel V NATO zu sprechen. 
  • Seines Erachtens würde, analog Shirreff, der russische Überfall auf den Flugplatz Riga gelingen plus eine Zangenoperation von der Ostsee her; hernach lettischer Widerstand in und aus den grossen Wäldern und die Frage: Artikel V.
  • Wegen dem NATO-Bündnisfall sieht er derzeit keine Veranlassung für Putin, das Baltikum anzugreifen. Viel hänge von der Festigkeit der USA ab (Biden).
  • Er sieht einen harten angelsächsischen Kern: USA, Kanada, GB. Plus Polen, Rumänien, die Skandinavier und je nachdem die anderen Balten (die wohl auch drankämen, Estland hat auch rund 27% „Russen“). Rumänien in 2. Prio, dort gelte in 1. Prio Selbstschutz. Bulgarien fraglich, wie D, F, Belgien und der Club Méditerranée, die symbolisch San Trp oder irgendwelche rückwärtigen Dienste stellen könnten.
  • Das ist nur eine Momentaufnahme einer Einzelstimme. Ein grosses Fragezeichen sei Deutschland, auch wegen der neuen Regierung. Die 5’000 Helme nach Kiew seien nicht nichts, aber bezeichnend für Berlin.