Royal Navy zeigt Flagge

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Siehe auch > Der Dreimaster Shabab Oman II – ein Juwel

Aus dem Golf von Oman, dem Zugang zum Nadelöhr von Hormuz, zum Persischen Golf, kommen symbolträchtige Bilder. Sie zeigen den Dreimaster Shabab Oman II und den Träger HMS Queen Elizabeth: die Flaggschiffe der omanischen Marine und der Royal Navy.

Vorne die Shabab Oman II, hinten die HMS Queen Elizabeth.

Zwei Epochen der Seefahrt.

Hinter der ostentativ gezeigten omanisch-britischen Freundschaft verbirgt sich viel Geopolitik und Strategie.

Hotspot Musandam

An der Strasse von Hormuz besetzen die britischen Streitkräfte an neuralgischer Stelle den Stützpunkt Musandam. Es genügt ein Blick auf die Karte, um die strategische Brisanz der omanischen Nordexklave Musandam zu erkennen:

Musandam beherrscht Hormuz von Süden her.

Musandam ist gebirgig > gut zu verteidigen.

  • Rund ein Drittel der globalen Erdölproduktion findet den Weg aus dem Persischen Golf in den Indischen Ozean durch den Flaschenhals von Hormuz. An der schmalsten Stelle misst der Engpass 33 Kilometer. Die beiden Fahrrinnen sind je nur drei Kilometer breit. Von Norden her dominiert Iran die Wasserstrasse, von Süden her Musandam.
  • Die westlichen, antipersischen Interessen werden nicht von den lautstarken Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) gewahrt, sondern vom unspektakulären, gut geführten Sultanat Oman. Wohl belegen im Westen die Emirate Ras al-Khaimah, Umm al-Quwain und Aiman die alte Piraten, aber die alles entscheidende Musandam-Nordspitze ist omanisch.
  • Entsprechend eng sind die militärischen Bindungen des Sultanats zu den Briten und zu den Amerikanern. Gegen aussen ist es vor allem London, das von Süden her die freie Fahrt durch Hormuz garantiert. Im Hintergrund stehen zusätzlich zu Grossbritannien die Vereinigten Staaten – und namentlich die US Navy – zu Oman.
  • Das Sultanat zählt nur 3’564’000 Einwohner. Doch das Londoner Institut für Strategische Studien (IISS) bescheinigt ihm “kleine, aber fähige Streitkräfte”.

Cheltenham betreibt drei Aufkärungsposten

Wie Zypern im östlichen Mittelmeer ist Oman für den britischen Geheimdienst von unschätzbarem Wert. Das GCHQ (Government Communications Headquarters) in Cheltenham klärt von Oman aus in mehrere Richtungen auf:

  • Der Standort “TIMPANI” in Musandam hat Hormuz, den Persischen Golf und speziell Iran im Blick.
  • Vor dem “CENTRE 1” in Seeb bei der Hauptstadt Muscat liegt der Golf von Oman, passage obligé für alles, was zum Persischen Golf strebt oder den Golf verlässt.

Die GCHQ-Anlage “CENTRE 1” in Seeb.

  • “CLARINET” klärt von der Hafenstadt Salalah aus das Arabische Meer, das Horn von Afrika und den Zugang zum Bab el-Mandeb, zum Roten Meer und zum Suezkanal auf.

“CLARINET” bei Salalah am Arabischen Meer.