Rheinmetall liefert Ungarn 218 Lynx-Schützenpanzer

Standard

 

Lynx-Schützenpanzer von Rheinmetall.

Ungarn hat den Schützenpanzer Lynx bestellt. Die Regierung in Budapest beschafft für über zwei Milliarden Euro 218 Schützenpanzer Lynx KF41, neun Bergepanzer Büffel, Simulatoren, Ersatzteile und Ausbildungsleistungen. Fünf Jahre sind vergangen, in denen aus der Idee für den neuen Lynx-Schützenpanzer ein marktreifes Produkt entstanden ist. Die Schützenpanzer sind für fünf Panzergrenadierbataillone geplant.

Mit dieser ersten Bestellung für den Lynx KF41 – gut zwei Jahre nach der ersten öffentlichen Vorstellung auf der Eurosatory 2018 – hat der Schützenpanzer den Marktdurchbruch geschafft. Er steht vor dem Beginn der Serienproduktion.

General Ferenc Korom, der Befehlshaber der ungarischen Armee, unterschrieb den Vertrag mit Rheinmetall.

Zwei Phasen der Produktion

In dem von General Ferenc Korom, dem Befehlshaber der ungarischen Streitkräfte, und Armin Papperger, dem Vorstandsvorsitzenden der Rheinmetall AG, in Budapest unterschriebenen Vertrag ist die Lieferung der Panzer und ihrer Peripherie in zwei Phasen vereinbart.

  • In einer ersten Produktionsphase soll Ungarn 46 Lynx-Schützenpanzer sowie neun Bergepanzer Büffel aus deutscher Fertigung erhalten, wobei die Auslieferung bis Anfang 2023 abgeschlossen wird.
  • In einer zweiten Phase sollen dann in Ungarn 172 weitere Lynx-Fahrzeuge produziert, die der Komplettierung der Ausrüstung der Streitkräfte des Landes dienen.

Für die zweite Produktionsphase entsteht in Zalaegerszeg (210 km westlich von Budapest) eine Joint Venture-Gesellschaft unter mehrheitlicher Führung von Rheinmetall zur Produktion der Lynx-Fahrzeuge. Dabei bringt der ungarische Partner als massgebliche Investition eine neu zu errichtende Fertigungslinie in das Joint Venture ein.

Lance 2.0-Turm, 30-mm-Kanone

Das Lynx-Konzept umfasst eine komplette Fahrzeugfamilie, bestehend aus dem Fahrmodul und der flexiblen Missionsausstattung in zahlreichen Varianten. Hierdurch lässt sich jedes Basisfahrzeug als Schützenpanzer, gepanzerter Mannschaftstransporter, Führungsfahrzeug oder Sanitätsfahrzeug konfigurieren. Der Konfigurationswechsel ist innerhalb weniger Stunden möglich.

  • Ungarn hat den Lynx KF41 in der Version Schützenpanzer bestellt.
  • Mit einem bemannten Lance 2.0-Turm, der mit einer 30-mm-Kanone bewaffnet ist.
  • Mit seinem grossen Innenraumvolumen bietet der Lynx Platz für drei Besatzungsmitglieder und eine Infanteriegruppe mit Absitzstärke bis zu neun Soldaten.
  • Im Innenraum ist die Besatzung vor dem gesamten Bedrohungsspektrum, einschließlich Explosionen, improvisierter Sprengsätze, direktem und indirektem Feuer, Streumunition und Panzerabwehrraketen geschützt.

NATO stellt Anforderungen

Mit dem Programm “ZRINYI 2026” hat Ungarn die Modernisierung der Streitkräfte eingeleitet, letztlich auch, um die Anforderungen der NATO zu erfüllen, in der Ungarn seit 1999 Mitglied ist. Für die Ausstattung der Kampftruppen ist in mehreren Grossaufträgen die Ablösung der im Wesentlichen aus Warschauer Pakt-Zeiten stammenden sowjetisch-russischen Rüstung begonnen worden.

Mit der Neuausstattung der Kampftruppen soll Ungarn das taktisch-technische Niveau der Alliierten in der NATO erreichen.