„Rechts-um-kehrt!“

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Israel weist wenig strategische Tiefe auf. Den Golan annektierte Israel 1981. Die Jordansenke will Premier Netanyahu annektieren (Karte idf).

US Aussenminister Pompeo am 19. November 2019: „Israels Siedlungen im Westjordanland verstossen per se nicht gegen internationales Recht.“

Dieses war der vierte Streich der Trump-Regierung pro Israel — und das vierte „Rechts-um-kehrt!“ gegen die Anti-Israel-Politik des Arabisten Obama.

  • Zuerst kam die Aufkündigung von Obamas Atom-Deal mit Iran.
  • Dann die Verlegung der Amerikanischen Botschaft in Israels rechtmässige Hauptstadt Jerusalem.
  • Hernach die Anerkennung des 1981 annektierten Golans als integrales Territorium Israels.
  • Und jetzt grünes Licht für die Siedlungen in Judäa und Samaria.

Rot + blau Siedlungen – strategisch gelegen. Gaza: die aufgegebenen Siedlungen (gov).

Was ist von den Siedlungen zu halten?

  • Der Kampf um das heilige Land, den schmalen Streifen zwischen Mittelmeer und Jordan, war und ist die Geschichte der jüdischen Landnahme.
  • Im Sinai und in Gaza nahm Israel die Siedlungen zurück.
  • Auf dem Golan bilden die Städte und Dörfer das Rückgrat der Annexion (und bedingt der Verteidigung).
  • Im Westjordanland siedeln mittlerweile 700‘000 Israeli. Ihnen gehört namentlich der Boden, auf den es strategisch-operativ ankommt.

Wie steht Israel politisch zur Landnahme?

Netanyahu zeigt blau die erweiterte Jordansenke, die er definitiv zu Israel schlagen will (gov).

  • Alle israelischen Machthaber seit 1948, auch „Lichtgestalten“ wie Golda Meir oder Yitzhak Rabin, siedelten — die einen verdeckt, andere offen.
  • Die orthodox-nationale Rechte um Netanyahu strebt unverhohlen „Gross-Israel“ bis zum Jordan an.
  • Blau-Weiss, die derzeit stärkste Partei unter den früheren Generalstabschefs Gantz, Yaalon und Ashkenazi, politisiert in Sachen Sicherheit auf Netanyahus Linie und will wie dieser die Jordansenke und den Korridor nach Jerusalem annektieren.
  • Nur noch die 2019 erneut geschwächte Linke glaubt an die Zwei-Staaten-Regelung.

Auch Blau-Weiss (Gantz) fordert die Annexion. Ausgespart die Oase Jericho (bw).

Wie reagiert Palästina?

Zum vierten Mal schreit das palästinensische Lager, so es denn eines gibt, gegen die USA auf.

Nur sind weder die Fatah in Ramallah noch die Hamas in Gaza zu mehr als verbalem Protest fähig. Abu Abbas, auf dem Papier Chef der Moderaten, ist krank und verbraucht. Seine Führungsriege erstickt in der Korruption.

Hamas hält Gaza im eisernen Griff und ist mit in aller Regel abgefangenen Raketenangriffen auf Israel und der schwierigen Abwehr der Gegenschläge überfordert.

DRS-4 und DRS-1 “Links-um-kehrt!”

So brutal es klingt — die NZZ-Korrespondentin Rogg hatte am Radio DRS-4 Recht, als sie den sog. „Friedensprozess“ für tot erklärte:

  • Israel ist nach den misslungenen Rückzügen aus Südlibanon und Gaza weit nach rechts gerückt und gibt kein strategisches Land mehr preis.
  • Das arabische Lager ist heillos zerstritten und mit eigenen Kriegen beschäftigt. Ägypten, Jordanien, Saudi-Arabien und die VAE pflegen mit Israel Beziehungen, offiziell oder geheim.

Golan: Merkawa-Panzer sollen Iran abschrecken (idf).

  • Die Schiiten-Vormacht Iran will nicht Frieden, sondern Israel vernichten.

Da konnte nachher auf DRS-1 der Edellinke Kugelmann noch so beredt die zwei Staaten beschwören — will heissen: die imaginäre Gründung des Fata-Morgana-Staates Palästina!