Rebellen brechen Waffenruhe

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Zwischen Russland und der Türkei scheint die von den Präsidenten Putin und Erdodan ausgehandelte Waffenruhe zu halten. Die Rebellen im Kessel von Idlib dagegen teilten in aller Form mit, sie seien nicht an den Deal gebunden, den andere geschlossen hätten. Die Aufständischen setzten ihre Ausfälle gegen die Asad-Armee fort.

Wer profitiert von den Abmachungen von Moskau?

  • Auf den ersten Blick ist es Erdogan. Er manövrierte sich in den letzten Tagen in eine ungemütliche Lage. Seine Grenzöffnung zur EU zeitigt nicht den erhofften Druck auf die Europäer. Und im Kampf um Idlib erleidet die türkische Armee Verluste, wie schon 2018 und 2019 im Krieg gegen den kurdischen Erzfeind.
  • Da verschafft ihm der Deal auch an der inneren Front eine Atempause — aber mehr nicht.
  • Putin dagegen festigt seine Stellung als Herr an der Levante. Sein Schützling Asad öffnet die Strasse M5, Syriens Lebensader Damaskus—Aleppo. Die türkische Infanterie lässt vom kritischen Knoten Saraqib ab. Auch die M4 von Saraqib nach Westen, nach Latakia, wo die Russen ihr HQ betreiben, steht wieder offen.
  • Schlau, wie er ist, setzte Putin sogar gemeinsame russisch-türkische Patrouillen auf der M4 durch —geschützt durch zwei sechs Kilometer breite Streifen nördlich und südlich der Strasse.

Weitere militärische Bulletis

  • Bei Homs verlor die syrische Luftwaffe ihren ersten MiG-29SM. Das Flugzeug stürzte infolge eines technischen Defekts kurz nach dem Start brennend ab. Der Pilot, ein Oberst und Staffelkommandant, kam ums Leben.
  • Im Raum Aleppo inspizierte Brigadegeneral Ghaani, Generalmajor Soleimanis Nachfolger an der Spitze des iranischen Quds-Korps, einen unter iranischer Führung stehenden Hisbollah-Verband, der im Kampf um Idlib schwere Verluste erlitten hatte.
  • Soleimani hatte bis zu seinem Tod Operationen des Quds-Korps und der Hisbollah persönlich geplant und in aller Regel meisterhaft geführt.
  • Anhand von Luftaufnahmen dementiert der russische Nachrichtendienst die türkische Meldung, die türkische Artillerie habe mit Raketenwerfern T-300 Kasirga syrische Depots und eine Chemiefabrik zerstört. Die Türken halten an ihrer Erfolgsstory fest.