“Rache für Soleimani” – Drei Attacken in drei Tagen

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Januar 2020: Das liess die Hellfire-Rakete von Soleimanis Wagen übrig.

Am 3. Januar 2020 töteten die USA mit einer Hellfire-Rakete Irans fähigsten Offizier, den Generalmajor Qassem Soleimani. Als Soleimani ahnungslos vom Flughafen Bagdad in die Stadt fuhr, jagte ihn die CIA mit einer Reaper-Kampfdrohne, um ihn umzubringen. Vom 3.–5. Januar 2022 suchten iranische Milizen in Bagdad Rache zu nehmen:

  • Am 3. Januar griffen sie mit zwei Kamikaze-Drohnen den hauptstädtischen Flughafen an. Die Amerikaner holten die Geschosse mit ihrer C-RAM-Abwehr vom Himmel.
  • Am 4. Januar starteten die Milizen eine Attacke auf die Air Base Ain al-Asad westwärts von Bagdad. Wieder scheiterte der Racheschlag an der amerikanischen Abwehr.
  • Am 5. Januar versuchten es die Rächer mit einer Katyusha – wie am 3. Januar gegen den Airport Bagdad. Das Geschoss schlug im amerikanisch besetzten Sektor des Flughafens ein, ohne Soldaten zu treffen. Schon werfen Analytiker die Frage auf, weshalb die Amerikaner die russische 122-mm-Rakete nicht abschossen.

Gegen Drohnen und Cruise Missiles

Der Rache-Ansatz für Soleimani ist das eine. Militärisch bemerkenswert ist der erneute Einsatz von Drohnen und einer Katyusha gegen stark verteidigte Stellung der amerikanischen Streitkräfte. Die Luftabwehr aller Armeen hat den Auftrag, Drohnen, Raketen à la Katyusha und tief anfliegende Marschflugkörper zu bekämpfen.

Beim iranischen Überfall auf Abqaiq und Khurais am 14. September 2019 wurden in Saudi-Arabien zwei Anlagen der Ölgesellschaft Saudi Aramco durch 18 Drohnen und Marschflugkörper schwer beschädigt. Abqaiq ist mit sieben Millionen Barrel verarbeitetem Rohöl pro Tag eine der zentralen Erdölraffinerien der Welt. Die Anlage fiel vorübergehend aus, so wie die Ölfelder von Khurais Tage lange brannten. Die Warnung vor Kampfdrohnen und Cruise Missiles ging weltweit durch Mark und Bein.

Es gibt Armeen, die in ihrem Abwehrdispositiv die Lücke gegen kleinere Raketen, Drohnen und Marschflugkörper schlossen, so Israel mit Iron Dome und David’s Sling. In anderen Nationen klafft die Lücke weit offen.

C-RAM holte Drohnen vom Himmel

Eine Wort noch zum amerikanischen System C-RAM. Die Abkürzung steht für Counter-Rocket Artillery Mortar. Beim Artillerie-Mörser des Heeres handelt sich um die terrestrische Version der Schnellfeuer-Waffe Phalanx, die ursprünglich für die US Navy entwickelt wurde – primär zur Abwehr von Cruise Missiles.

Die C-RAM-Truppe setzt Angreifern ihr Sechs-Rohr-20-mm-Feuer entgegen. Der Vier-Sekunden-Stoss trifft den Gegner mit 300 Schuss. Ein Abfangradar steuert das Abwehrfeuer. Wie das A im Kürzel C-RAM verrät, bekämpft das System auch Artilleriegeschosse. Gleichzeitig erfasst es tief fliegende Drohnen und Marschflugkörper.