Putin am Grab des unbekannten Soldaten

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Putin am Grab des unbekannten Soldaten. Hinten die Kremlmauer.

Es folgt die Lage vom 23. Februar, 20.25 Uhr MEZ

Was melden die Moskau-Korrespondenten?

  •  Russland beging heute den Tag des Vaterlandes, genannt auch Tag des Vaterlandsverteidigers, einen beachtenswerten Tag, doch nicht vergleichbar mit dem 9. Mai, dem Tag des Sieges über Nazi-Deutschland.
  • Präsident Putin legte am Grab des unbekannten Soldaten einen grossen, rot geschmückten Kranz nieder. Anschliessend nahm er eine kurze Parade der Ehrengarde ab. Die Soldaten zogen mit aufgepflanztem Bajonett am Präsidenten vorbei.
  • Im Kreml hielt Putin eine kurze Ansprache.Diese mündete in den Satz: “Russlands Sicherheit ist unverhandelbar, Russlands Interessen sind unverhandelbar.” – Was immer darunter auch zu verstehen ist.
  • Putin bestätigt Russlands Anspruch auf die ganzen Provinzen Donezk und Luhansk. Im Moment halten die prorussischen Separatisten mit massiver Unterstützung der russischen Armee rund 30% des Territoriums ihrer beiden “Republiken”.

Putin: “Russlands Sicherheit ist unverhandelbar.”

Was melden die Briten?

  • Die führenden Londoner Sender BBC World News und Sky schilderten die Lage deutlich weniger aufgeregt als die amerikanischen Stationen CNN, Fox, CBS und ABC.
  • Die Briten berichteten ruhig vom russischen Aufmarsch. Im Gegensatz zu den Amerikanern schätzten sie den Bestand der Truppen, welche die Angriffsgrundstellung bezogen haben, auf 80%. Die US Sender nannten vorher 100%.
  • Lyce Doucet, die BBC-Chefkorrespondentin, warf die Frage des Tages auf: “Der Westen liefert der Ukraine Waffen. Zu fragen ist nur: Genügt das?”

Was meldet Kiew? (unverändert zur Lage von 18.30 Uhr)

  • In Erwartung eines russischen Angriffes ruft die Ukraine noch heute für das ganze Land den Notstand aus.
  • Die Armee ruft einen Teil der Reserve unter die Waffen. Die reguläre Armee umfasst 209’000 Mann. Die Reserve besteht auf dem Papier aus 900’000 Mann (Angaben aus der Military Balance des IISS in London).
  • An den Fronten beziehen die ukrainischen Truppen ihr Abwehrdispositiv. Frontbeobachter melden: Die Kampfverbände stehen teils weit von ihren Kasernen zur Landesverteidigung bereit. Panzertruppen leben und schlafen bei ihren Panzern, auch Infanterie und Artillerie bei ihrem Gerät.
  • Den ganzen heutigen Tag über suchen russische Hacker auf breiter Front die gegnerische Kommunikation lahmzulegen (wie 2014 bei der Krim-Besetzung).
  • Neu: Präzisierung zum Cyber-Angriff: Die Hacker zielten und zielen vor allem auf Regierungs- und Militärportale. Einen Grossangriff gab es auf die digitalen Einrichtungen des Staats- und des Ministerpräsidenten. Die Hacker nahmen ebenso das Verteidigungsministerium ins Visier.

Was meldet das Pentagon? (unverändert zur Lage von 18.30 Uhr)

  • Schrille Alarmrufe kommen aus Washington: Das Pentagon warnt die ukrainische Führung, der Angriff stehe bevor.
  • Die russischen Truppen stünden überall zur Offensive bereit. Die Angriffsgrundstellungen seien an allen Fronten bezogen.
  • Vermutlich erfolge der Angriff im Schutz der Dunkelheit. Ebenso ziehe der russische Generalstab eine Offensive bei trockenem Wetter vor. Bei Regen bestehe die Gefahr, dass die Panzer auf weichem Grund nicht wie geplant vorankämen.
  • Neu: David Petraeus, der frühere Vier-Sterne-General und CIA-Direktor, warnte Putin vor der Besetzung der ganzen Ukraine. Die totale Invasion setze für Russland ein zweites Afghanistan ab: “Es kann leichter sein, ein Land zu erobern als ein Land dauerhaft zu beherrschen.” Die Sowjetunion erlitt von 1979–1989 am Hindukusch ihr Vietnam: eine schwere Niederlage gegen die Mudjahedin.