Prozess zum Tiger-Absturz vertagt

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Darstellung vom Dutch Safety Board: Die Situation kurz vor der Kollision. Es prallten zusammen: die Maschinen 2 (gelb) und 3 (blau).

In St. Gallen begann am 22. November 2021 vor dem Militärgericht 2 der Prozess gegen den Patrouille-Suisse-Piloten, der seinen F-5 Tiger im Jahr 2016 in den Niederlanden verloren hatte. Der Flieger streifte damals seinen Nebenmann. Noch bevor sein F-5 abstützte, konnte er sich in letzter Not am Fallschirm retten. Das Flugzeug prallte auf ein Gewächshaus und explodierte. Der F-5 Tiger des Nebenmannes wurde am horizontalen Leitwerk stark beschädigt; doch konnte der Pilot nach 20-minütigem Flug auf der Air Base Leeuwarden notlanden. Der zerstörte F-5 Tiger der Schweizer Luftwaffe trug die Nummer J-3086.

Allerdings vertagte das Militärgericht 2 die Verhandlungen rasch. Es lehnte wegen Interessenkonflikten die beiden “Verteidiger” ab, die den angeklagten Piloten vertreten sollten.

Die Anklage wirft dem jetzt 36-jährigen Major vor:

  • fahrlässiger Missbrauch und Verschleuderung von Material,
  • fahrlässige Störung des öffentlichen Verkehrs,
  • mehrfache fahrlässige Nichtbefolgung von Dienstvorschriften.

Das Dutch Safety Board zeigt die Flugwege der vier Tiger nach einer Kreuzung über der Display-Achse. Zum Zusammenstoss kam es zwischen dem F-5 2 (gelb) und dem Flugzeug 3 (blau). Ganz links die Absturzstelle.