Orban gegen fremde NATO-Truppen in Ungarn

Standard

 

Hinlänglich wissen wir: Viktor Urban und Wladimir Putin sind dicke Freunde. Neu erweist der Ungar dem Grossrussen einen a.o. Gefallen: Er lehnte die Stationierung fremder NATO-Truppen auf ungarischem Territorium rundweg ab.

Mag die NATO Polen, Rumänien und das Baltikum noch so eifrig verstärken, für Orban gilt: In Ungarn steht schon eine NATO-Armee, die ungarische. Sie sei gut gerüstet und genüge vollauf, das Land zu verteidigen.

Schon 2014, nach der Krim-Annexion, wollte Orban keine zusätzlichen NATO-Bataillone. Jetzt, in Anbetracht des russischen Aufmarsches gegen die Ukraine, bessert die NATO ihre Präsenz an der ganzen Ostflanke auf – Rumänien inklusive.

Aber Orban will nicht. Wenn es im NATO-Hauptquartier darum geht, pro Russland ein Veto einzulegen, steht Ungarn stets bereit. In Moskau versprach Putin seinem ungarischen Gast umfangreiche Gaslieferungen zu günstigen Konditionen.

In der NATO seit 1999

Ungarn trat der NATO im Frühjahr 1999 mit Polen und Tschechien bei. Das war der erste Schritt zur NATO-Osterweiterung, die dann 2004 in der Aufnahme von sieben Staaten kulminierte. Im April 1999 stationierte die NATO in Ungarn ihre AWACS-Maschinen, die den Luftkrieg gegen Serbien dirigierten.

Ungarns Grenzanstoss an die Ukraine geht auf Stalin zurück. Der Generalissimus achtete streng darauf, dass die Sowjetunion zu Ungarn direkten Zugang hatte. Im tragischen November 1956 nutzte Marschall Malinowski den Korridor, als er den ungarischen Aufstand niederschlug. Ende 1991 ging die UdSSR unter. Nun erhielt die Ukraine den schmalen Grenzstreifen zu Ungarn.