Operation “KNOBLI” – und der deutsche Fiskus

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Operation “KNOBLI” nannte die Schweizer Grenzwacht ihren Spitzeleinsatz in Vorarlberg. Beamte in Zivil beobachteten Schweizer, die in österreichischen Hanfläden Hanf kauften, und meldeten deren Autonummern an den Zoll, wo die Wagen der Hanfkäufer durchsucht wurden.

Grosses Hallo in den Zeitungen vom 9. September 2019 – mit der Mitteilung aus Bern, die Operation “KNOBLI” werde eingestellt.

So weit, so gut. Was die Medien verschwiegen, ist die Tatsache, dass Spitzel des deutschen Fiskus in Kreuzlingen die Hauptstrasse ausspionieren. An der Hauptstrasse stehen Banken in Reih und Glied, und in der Grenzstadt dienen Anwaltskanzleien als Anlaufpunkte für deutsche Bankkunden.

Wer nun erwartet hätte, dass die empörten Schweizer Medien ihre Berichte zur Operation “KNOBLI” um den Hinweis auf die Spitzeleien der deutschen Steuerbehörden ergänzten, sah sich getäuscht. Es reichte, über die Schweizer Grenzwacht herzufallen, von der sage und schreibe eine Handvoll Beamte in Vorarlberg die Augen offen hatten.

Dass Deutschland eine Schweizer Grenzstadt seit Jahren ausspioniert, das war den Schreibern keine Zeile wert.