BISS – Offensiv? Defensiv? Ghupft wa gschrunge!

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9. Mai 2021, Premiere auf dem Roten Platz: Das Luftabwehrsystem Thyphoon von “Remdiesel”.

 

  • Robert Habeck, Philosoph und Co-Vorsitzender der deutschen Grünen, hat sich militärisch wüst verrannt. Er, der Nummer-2-Mann seiner Pazifisten-Partei (hinter Annalena Baerbock), begab sich naiv, wie er manchmal ist, in die Ukraine, traf dort den als Staatspräsident verkleideten Schauspieler Volodymyr Zelensky und forderte lauthals Waffen für den Frontstaat.
  • Aber oha lätz! Ein Sturm der Entrüstung schlägt Habeck entgegen. Der Co-Chef der Friedenspartei verlangt Waffen für einen Nicht-NATO-Staat! Das geht nicht an. Man stelle sich vor, die Grünen ziehen, wie immer auch, in die Regierung ein und blockieren irgendeine Waffenlieferung in irgendein orientalisches Land! Wie stehen die Friedliebenden dann da?

Nur Nachtsichtgeräte?

Nun sucht Habeck den Ausweg, indem er deklariert, postuliert, beschwört, er habe nur Defensivwaffen gemeint, ja nicht einmal das: Er denke lediglich an Nachtsichtgeräte; die schössen nicht einmal, da könne keiner etwas dagegen haben. Doch je mehr er sich windet, er versinkt im Strudel der bösen Tat:

  • So schlecht gerüstet, wie er denkt, ist Zelenskys Armee nun auch wieder nicht. Nachtsichtgeräte setzt sie an der Ostukraine-Front längst ein, wie der Gegner dort.
  • Vor allem aber scheitert seine Ausrede an der Tatsache, dass die Trennlinie zwischen Defensiv- und Offensivwaffen seit jeher schwer zu ziehen ist.

Deutscher Pilot mit Nachtsichtgerät.

Bundeswehr: Spezialkräfte mit aufgeklapptem Nachtsichgerät. Sieht Habeck nie solche Bilder?

Und ein Schweizer Leopard-2-Bataillon?

Um beim Nachtsichtgeräte zu bleiben: Warum soll nicht auch ein Angriffsverband solche Geräte einsetzen? Hat Herr Habeck noch nie das Bild attackierender Soldaten mit Nachtsichtapparaten auf dem Helm gesehen? Ist ein Panzer nun eine Defensiv- oder eine Offensivwaffe? Ja, viele sehen im Abrams, im T-14, im T-72, im Leclerc und im Challenger Kampfwagen für den Angriff? Was aber sagt ein Schweizer Panzersoldat im Leopard-2-Bataillon, dessen Einsatz in ein Abwehrdispo eingebunden ist? Und so weiter, und so fort.

Pikant ist, dass ausgerechnet die Armee, gegen die Habeck die Ukraine aufrüsten will, der Welt gerne ein X für ein U vormacht.

  • Jeden 9. Mai führt die russische Armee auf dem Roten Platz vor, was die starke Rüstungsindustrie des Landes wieder an neuen Waffen hervorgebracht hat.
  • Seit den Tagen der Roten Armee, deren Sieg über Nazi-Deutschland jedes Jahr gedacht wird, sind es in aller Regel Offensivwaffen. 2018 war es das weiss gestrichene Kriegsgerät für die neuen Arktis-Brigaden. 2021 Panzer ragte der Taifun für die Luftlandetruppe heraus, die in Russland eine eigene Waffengattung bildet.
  •  Gewürdigt wurde ebenso der robuste BMP K-17 (VPK-7829) – auch er ein stark bewaffneter Kampfwagen offensiven Charakters.

Ein BMP K-17, russisch auch VPK-7829, mit orange-schwarzem Georgsband, rollt in Moskau zur Siegesparade auf dem Roten Platz.

57’680 Kilometer Landesgrenze

  • Doch wenn wir Russen auf ihre permanente Offensiv-Rüstung anspricht, erhält man stets die Antwort: Wir müssen weltweit die längste Landesgrenze verteidigen. Diese misst 57’680 Kilometer, verteilt auf elf Zeitzonen (zum Vergleich: Schweiz 1’935 Kilometer). Niemand sonst hat das. Wir brauchen unsere Kapazitäten zum Lufttransport, wir müssen unsere Abwehrverbände rasch an die verschiedenen Fronten verlegen können.

Russlands Landmasse umfasst von Kaliningrad (Königsberg) bis zum Pazifik elf Zeitzonen.

  • Dem Argument ist nicht so leicht zu widersprechen, Allein schon die 4’350 Kilometer messende Grenze zu China scheint den Russen Recht zu geben; immer schon richteten chinesische Herrscher ihren Blick begehrlich nach Sibirien.
  • Genau so gut kann man entgegnen: “Russlands enorme Luftlandekapazität ist offensiv ausgerichtet. Wenn Estland und Lettland einen Verband fürchten, ist es die 76. Luftsturmdivision im nahen Pskow (272 Kilometer von Riga entfernt, ein Katzensprung für ein Ilyushin-76-Geschwader). Der Militärbezirk West (HQ in St. Petersburg) verfügt über drei Luftlandedivisionen, der Bezirk Süd (HQ in Rostow) über eine Luftsturmdivision und eine Luftsturmbrigade. Letzteres Potential muss der ukrainischen Führung schwer zu denken geben.

Habeck auf dem Holzweg

Das Exempel Russland belegt: Wenn sich Robert Habeck mit Abwehrwaffen herausreden will, begibt er sich auf den Holzweg.

Im Herbst 2021 könnte er Bundesminister werden. Hoffentlich für Philosophie und nicht für Verteidigung. Schuster, bleib bei deinen Leisten!