Nicht alle Jungen ticken links

Standard

 

Hermann Graf, Pfäffikon/SZ, sendet uns eine Zuschrift von Walter E. Haefliger mit einer Beilage aus der SSI, der  Schweizerischen Schüler- und Studenteninitiative. Nicht alle jungen Schweizerinnen und Schweizer stehen links!

 

Wer sich nur über die linkslastigen Mainstream-Medien (vor allem die elektronischen!) informiert, könnte den Eindruck erhalten, dass unsere Jugend nur noch linken Vorbildern nacheifere.

Auch an «Klima-Demonstrationen» werden vor allem Leute und Parolen gezeigt, die nicht «climate change» sondern «systems change» verlangen. Wer sich allerdings etwas intensiver mit dem Thema befasst merkt schnell, dass die «Protestierenden» eine Minderheit darstellen, die hauptsächlich aus akademischen Kreisen einer wohlhabenden Elite stammen und die übrigen Jugendlichen, die schon arbeiten und deshalb möglicherweise ein etwas realistischeres Bild unserer Gesellschaft haben, gar keine Zeit haben für ständige Demonstrationen.

Das heisst aber nicht, dass nicht auch diese Jungen eine eigene Meinung haben. Angesichts der Tatsache, dass sich aber, nach einer neusten Umfrage der ETH, über 70 Prozent aller Journalisten, vor allem im elektronischen Bereich, als «links» verorten, kann es nicht erstaunen, dass heute die Berichterstattung alles andere als «neutral» ist und die Journalisten lieber über Leute berichten, die ihnen ideologisch nahestehen.

Dass es aber auch Organisationen von jungen Menschen gibt, die nicht die Meinung des linken Mainstreams vertreten, sondern ihre eigenen Ansichten über wünschbare Werte in unserer Gesellschaft haben, zeigt die Organisation «SSI Schweizerische Schüler- und Studenteninitiative». Da diese Organisation in den Mainstream-Medien praktisch ignoriert wird, könnte es für einige Leser von Interesse sein zu hören, wie diese Jungen unser Land und die Zukunft unserer Gesellschaft sehen.

Viele der in der nachfolgend zitierten Broschüre vertretene Meinungen sind gemäss der herrschenden politischen Korrektheit vollkommen «unkorrekt» und widersprechen dem linken Zeitgeist. Wem aber hin und wieder Zweifel am herrschenden Zeitgeist aufkommt, könnte allerdings einige interessante Ansätze für eine Richtungsänderung finden.

Walter E. Haefliger

 

Hier einige Ausschnitte aus der neusten Publikation der SSI:

Die Schweiz, wie wir sie uns wünschen!

Wieso vieles in unserem Land nicht mehr gut läuft – und was wir andern könnten.

Statt Multikulti-Massenstaat: Die Schweiz als historisch gewachsene Willensnation!

Die Masseneinwanderung und Masseneinbürgerungen haben das Gesicht unseres Landes nachhaltig verändert. Aus der Willensnation Schweiz wurde ein gesichtsloser, multikultureller Verwaltungsstaat, der mit der ursprünglichen Staatsidee kaum mehr zu tun hat.

Früher bedeutete eine Einbürgerung, einen Aussenstehenden und dessen Familie in den Kreis der Gemeinschaft aufzunehmen. Zwei zentrale Verpflichtungen waren hiermit verbunden, nämlich:

  • die Fähigkeit, sich und seine Familie selber zu ernähren und
  • die Bereitschaft einen Beitrag an die Verteidigung des Gemeinwesens zu leisten.

Die Ausübung direktdemokratischer Rechte an der «Landsgemeinde» erfolgte denn auch mit der Waffe — dem Säbel — in der Hand. Auch führte die Verknüpfung von staatsbürgerlichen Rechten mit der Verteidigungsbereitschaft zur einzigartigen und viel beneideten Einrichtung einer Milizarmee, während unsere Nachbarstaaten mit Berufsheeren operieren.

Der multikulturelle Massenstaat lässt all dies in Vergessenheit geraten: Aufgrund ausserordentlich attraktiver Sozialsysteme wurde Einwanderung primär zur «Einwanderung in den Sozialstaat». Und die Einbürgerung erfolgt nicht mehr durch Aufnahme in die Gemeinschaft an der Gemeindeversammlung, sondern durch einen reinen Verwaltungsakt der Behörden. Von der Wehrfähigkeit spricht angesichts der schleichenden Aushöhlung unserer Verteidigungsbereitschaft ohnehin kaum mehr jemand.

Über 800’000 Personen wurden allein in den letzten 10 Jahren auf diese Weise Schweizer «Bürger». und mittlerweile sitzen ausländische Doppelbürger nicht nur im Nationalrat, sondern vertreten als «Schweizer Diplomaten» angeblich sogar unsere Interessen im Ausland

Die Masseneinwanderung ist gigantisch: 1990 lebten 6,7 Mio. Einwohner in der Schweiz. Heute sind es 8,5 Millionen. Ein Ende ist nicht abzusehen. Allein seit der Finanzkrise 2008 sind netto mehr als 900’000 Ausländer permanent neu in die Schweiz gezogen. Zählt man noch Asylanten und Papierlose dazu, sind es weit über 1 Million.

Und oft stammen sie aus völlig fremden Kulturkreisen. Rund eine halbe Million sind Muslime — und bilden teilweise eigentliche muslimische Parallelgesellschaften.

Die traditionellen Werte der historisch über Jahrhunderte gewachsenen, vier Sprachen, zwei Konfessionen Willensnation Schweiz werden damit fundamental überlaufen.

Was zu tun wäre:

  • Die Voraussetzungen für Einbürgerungen werden drastisch erhöht.
  • Insbesondere die Doppelbürgerschaft, die erst mit der Änderung des Bürgerrechtsgesetzes 1992 zugelassen wurde, ist wieder abzuschaffen

 

Statt einem zentralistischen Verwaltungsmonster: Die Schweiz als föderalistischen Eidgenossenschaft

Eine Eidgenossenschaft beruht auf einem auf Gott geschworenen Eid, in der Not zusammen zu stehen und sich gegenseitig Hilfe und Unterstützung zu leisten. Oder wie es unter der Bundeskuppel in Bern heisste: «Unus pro omnibus — Omnes pro uno» (Einer für alle, alle für einen).

Mit diesem Bekenntnis zum Föderalismus steht die Schweiz in Europa historisch einzigartig da. Anders als die uniformen flächendeckenden Nationalstaaten setzt die Schweizerische Eidgenossenschaft auf gelebte Vielfalt. Die sorgsame Achtung vor der kulturell-sprachlichen und religiösen Verschiedenheit wirkt als Schutz vor erzwungener Gleichmacherei und Nivellierung. Reformiert und katholische Kantone achten sich gegenseitig in ihren Traditionen. Sie verzichten darauf, im Ausland Hilfe zu holen — woraus schliesslich die Neutralität entstand.

Umgekehrt setzt diese Achtung de Vielfalt auch Eigenverantwortung voraus. Man klopft nicht ohne Not beim Nachbarn an. Jeder versucht zuerst einmal, sich selbst durchzubringen. Daraus erwächst der Ansatz der Subsidiarität: Ein Problem wird auf der untersten Hierarchiestufe gelöst. Höhere staatliche Institutionen sollen erst dann regulativ eingreifen, wenn die Möglichkeiten des Einzelnen oder einer kleineren Gruppe auf einer niedrigen Ebene nicht ausreichen.

Der Multikulti-Massenstaat hat das feine Gespür für den Föderalismus verloren. Den 800’000 Personen, die über die letzten 10 Jahre eingebürgert wurden, ist es weitgehend egal, in welchem Kanton dies geschah. Den gesichtslosen, ideologisch gleichgeschalteten Massen, die in den grossen Städten und Agglomerationen dahinvegetieren, fehlt jedes Empfinden für föderalistische Traditionen, für Subsidiarität und Neutralität. Die Schweiz ist für sie ein Staat wie jeder andere. Hauptsache die Sozialleistungen stimmen.

Zudem zieht der Zentralstaat seit Jahren immer neue Kompetenzen an sich. Die Schaffung neuen Rechts auf Bundesebene ist enorm. Zum grossen Teil kommt dieses gar nicht im parlamentarischen Verfahren zustande, sondern wird von einem Heer von Beamten im Rahmen des Völkerrechts ausgehandelt und dann lediglich ins innerstaatliche Recht übertragen. Dieses implementierte «Verwaltungsvertragsrecht» verletzt oft nicht nur die direkte Demokratie, sondern hebelt auch den Föderalismus und das Subsidiaritätsprinzip aus.

Gebetsmühlenartig wird uns das Mantra vorgebetet, man könne Probleme nur international lösen. Das Gegenteil ist korrekt: Vieles, das heute völkerrechtlich geregelt wird, liesse sich viel bürgernaher im staatlichen Rahmen lösen. Wenn die Zeiten ernst werden, gehen ohnehin die Schlagbäume sofort wieder nieder und jedes Land schaut zuerst für sich. Dann nützen alle schönen völkerrechtlichen Verträge nichts mehr.

Was zu tun wäre:

  • Der Vorrang der Bundesverfassung vor nichtzwingendem Völkerrecht ist in der Verfassung zu verankern.
  • Der Bundespersonalbestand wird um 25% der Vollzeitstellen reduziert

 

Statt einer abgehobenen Politikerkaste: Die Schweiz als Ort der direkten Demokratie!

Die höchste Staatsgewalt (oder Souveränität) liegt bei Volk und Ständen. Sie beschliessen über Verfassungsänderungen (Art. 140 BV). Und mit fakultativen Referenden kann auch eine Volksabstimmung über ein neues Bundesgesetz und über gewisse Staatsverträge erzwungen werden (Art. 141 BV).

Anders als die repräsentativen Demokratien Europas hat die Schweiz zudem kein Berufsparlament, sondern National- und Ständerat bestehen aus Milizparlamentariern. Dies verhinderte bisher das Entstehen einer abgehobenen Kaste von Berufspolitikern, wie wir sie in anderen europäischen Staaten beobachten.

Allerdings verstärken sich die Bestrebungen, die direkte Demokratie auszuhebeln. Hierzu gehört, dass das Parlament missliebige Initiativen, die von Volk und Ständen angenommen wurden, einfach nicht umsetzt. So etwa bei der Verwahrungsinitiative von 2004, der Ausschaffungsinitiative von 2010 oder Masseneinwanderungsinitiative von 2014.

Eine weitere Gefahr besteht auch in krassen Kompetenzüberschreitungen des Bundesgerichts. Dieses geht davon aus, dass nicht nur zwingendes Völkerrecht, sondern auch jede Art von Völkerrecht der Verfassung und den Bundesgesetzen vorgehe. Das Bundesgericht führt mit dieser Erweiterung seiner eigenen Kompetenzen gewissermassen durch die Hintertür eine Verfassungsgerichtsbarkeit ein und beschränkt damit die direkte Demokratie und die Rechte des Souveräns.

Eine sehr ernst Gefährdung der direkten Demokratie entsteht durch die Gleichschaltung der Medien. Nebst dem monströsen Staatssender SRF mit 7 Fernseh-, 27 Radioprogrammen und zahlreichen Websites hat eine schleichende Uniformität der Regionalzeitungen und der privaten Radio- und Fernsehsender eingesetzt. Sie alle huldigen einem linksliberalen Gutmenschen-Mainstream, der andere Meinungen unterdrückt und ausgrenzt. Dies geht bis hin zu eigentlichen linken Medien-Hasskampagnen gegen nichtkonforme Personen des öffentlichen Lebens.

Was zu tun wäre:

Die Finanzierung des Staatsradios und Staatsfernsehens (SRF) mit Zwangsabgaben wird sofort eingestellt.

 

 

Statt des  omnipräsenten Staates: Die Schweiz als Hort der privaten Initiative!

Immer mehr Menschen hängen am Staatstropf. Gegenwärtig hat unser Land:

  • 488’000 Personen an Corona-Kurzarbeit 8Juni)
  • 151’000 Arbeitslose (August)
  • 570’000 Staatsangestellt bei Bund, Kantonen, Gemeinden, Körperschaften und öffentlichen Unternehmen
  • 340’000 Sozialhilfeempfänger (August)
  • 438’000 IV-Bezüger
  • 127’000 anerkannte Flüchtlinge und Asylbewerber

2,1 Mio. Menschen leben voll oder grösstenteils vom Staat. Zählt man noch die 2,4 Mio. AHV-Rentner und 196’000 Bezüger einer Hinterlassenenrente hinzu, so sind fast 4,7 der 8,5 Mio. Einwohner vom Staat abhängig. Zusammen mit den nicht erwerbstätigen Familienangehörigen schwillt die Zahl auf über 6,2 Mio. Menschen. Nur gerade noch 2,3 Millionen bestreiten ihren Lebensunterhalt aus privater Initiative.

 

Die Zahlen sind überwältigend: Gegenwärtig leben drei Viertel der 8,5 Mio. Einwohner unmittelbar vom Staat. Wenn derart viele Leute am Staatstropf hängen, so hat dies schwere Auswirkungen. Urnenentscheide werden dann nicht mehr nach der politischen Vernunft, sondern aufgrund von Eigeninteressen getroffen.

 

Ein Grossteil angeblich freier Bürger begibt sich nur allzu gerne in staatliche Abhängigkeit.Das Verhältnis  des Bürgers zum Staat wandelt sich damit schleichend in eine selbstgewählte Unfreiheit. Der Staat wiederum finanziert seine «Wohltätigkeiten» einfach durch Gelddrucken und Schuldenmachen. Wir müssen uns fragen, welchen Wert der Begriff «Freiheit» in dieser Konstellation noch hat.

Der Linken gefällt dies natürlich, denn für sie ist der Staat der grosse Retter und Regulator. Die staatliche Regulierungsdichte wird enorm. Alle Lebensbereich werden sanft gesteuert, bis in den tiefsten privaten Bereich hinein.

Unter dem wohlklingenden Stichwort der «Chancengleichheit» soll der Staat «Ungleichheiten beseitigen» — und zwar von der Wiege bis zum Grab. Ziel ist  dass alle gleich viel oder — halt eben — gleich wenig haben. Lieber Mangelwirtschaft für alle, als Reichtum für einige wenige.

Für uns heisst demgegenüber der Leitsatz: Freiheit statt Gleichheit. Gleichheit setzt nämlich Zwang voraus, während Freiheit diesen ja gerade vermeiden will. Wir wehren uns deshalb gegen die kollektivistischen, linken Versuchungen. Dazu gehört auch die sorgsame Pflege unserer Institutionen und Miliztradition, welche die Schweiz so einzigartig machen!

Was zu tun wäre:

Die kantonalen Lehrpläne umfassen ab sofort wieder das Fach Schweizer Geschichte, das mit dem Lehrplan 21 abgeschafft wurde.

 

 

Statt «Political Correctness»: Die Schweiz als Ort, wo Werte bewahrt werden!

Das traditionelle Wertebewusstsein der Gesellschaft ist heute in Auflösung begriffen, und wir erfahren eine sanfte Umgestaltung des Denkens. Ein wesentlicher Faktor ist dabei die von der 68er Generation nachhaltig inszenierte Umprägung der Begriffe.

Die Zahl der Menschen in unserem Land und im gesamten Europa, die sich noch an den christlich-abendländischen Werten orientieren, wird immer kleiner. Dies liegt nicht nur an Masseneinwanderung und Masseneinbürgerungen, sondern auch am schleichenden Zerfall des grundlegenden Bewusstseins für jene zentralen Werte, die unser kulturelles und religiöses Erbe geprägt haben.

Im Kern geht es darum, wieviel des christlich-abendländischen Erbes heute überhaupt noch kommuniziert und politisch vermittelt werden kann. Die Atheisten und Agnostiker wind im Vormarsch. Christliche Symbole und Zeichen sollen aus dem öffentlichen Raum verschwinden. Gipfelkreuze werden abmontiert.

 

Gutmenschentum als säkularer Religionsersatz

Das agnostische-atheistische Gutmenschentum ist zum säkularen Religionsersatz geworden. «Mainstream» heisst die Devise und wird flächendeckend organisiert. Individuell verbunden ist damit ein archaisches Wonnegefühl, in der gleichdenkenden Masse geborgen zu sein.

Auch die Medien sind fast flächendeckend auf linksliberalem Kurs. Auf den öffentlich-rechtlichen , sog. «Service public-Kanälen bringt ein seichtes Infotainement sanft auf den richtigen Weg — konkrete Abstimmungsempfehlungen inbegriffen. Gezielt werden auch Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens fertig gemacht, die sich noch mit nichtkonformen Positionen zu melden wagen. Über geeignete Sendegefässe für den «Abschuss» solcher Personen verfügen auch die Staatsfernsehkanäle. Ergänzt wird die Ausgrenzung unliebsamer Persönlichkeiten durch Zeitungskolumnen selbsternannter «Sektenexperten» und «Antirassismuspezialisten»-. Und die rechtliche Basis bieten Anti-Rassismus-Artikel oder Anti-Homophobiebestimmungen.

Herrschaft über die Sprache

Die 68er sind mit ihrer Ideologie voll durch marschiert. Es begann mit eine Umprägung der Begriffe und der Herrschaft über die Sprache. Herrschaft durch Sprache bedeutet, dass einzelne Gruppen über die Macht verfügen, Worte und Begriffe zu prägen oder zu ächten und auf diese Weise ihre Ansichten und Ideologien in der Masse durchzusetzen.

Konkret gemeint ist damit, dass Worte das Denken und damit das Handeln prägen und deshalb zu allererst der Wortgebrauch verändert werden muss. In der Annahme einer engen Verbindung von Sprache, Denken und Handeln entstanden ideologische Sprachreglementierungen, die zum einen bestimmte Ausdruck ächten, zum anderen (da die Dinge nun einmal benannt werden müssen) eine neue, «feinfühligere» Terminologie vorschreiben.

Dass «Neger» und «Mohr» nicht mehr erlaubt sind, war schon lange klar. Aber auch Eskimos sind heute nicht mehr Eskimos sondern Métis oder Inuit (Einzahl: Inuk). Und Zigeuner wurden zu Sinti und Roma — oder (höchstenfalls) zu «Fahrenden». Man spricht auch nicht mehr von Indianern, denn Amerikas Ureinwohner wurden zu «Angehörigen  der indigenen Bevölkerung».

Die negativen Begriffe der «Penner» oder «Bettler» gibt es nicht mehr: Sie wurden zu «Randständigen», betreut von Sozial«arbeitern» — wobei nicht ersichtlich ist, wieso diese Sozial«arbeiter» mit ihrer Bürofunktion der «Arbeiterschaft» irgendwie näher stünden als andere Büroangestellte.

Euphemismusketten

Aber auch die «politisch korrekten» Ersatzausdrücke nutzen sich nach einer gewissen Zeit ab. Wenn sich dann eine negative Konnotation auf die Neubildung überträgt, so kann dies zu einer fortwährenden Neuschöpfung (sog. Euphemismusketten) führen. So wurden beispielsweise «schwer erziehbare Kinder» erst zu «verhaltensgestörten Kindern», dann zu «verhaltensauffälligen Kindern» und schliesslich zu «verhaltensoriginellen Kindern» — nun explizit  positiv.

Weiters Beispiel ist der «Schulversager», der zum «Bildungsfernen» wurde. Da diese jedoch ein Selbstverschulden suggeriert, darf er sich neustens «der vom Bildungssystem nicht Erreichte» nennen. Dies signalisiert, dass er an seinem Status nicht schuld ist. Auf «Ausländer» folgt «Migrant», auf «Migrant» die «Person mit Migrationshintergrund». Schlecht Integrierte der zweiten Generation sind «Personen mit Migrationshintergrund und ohne eigene Migrationserfahrung». Behinderte sind nicht mehr «Behindert» sondern «Menschen mit anderen Bedürfnissen», beziehungsweise «anders Befähigte».

Angewandter Sprachfeminismus

Absurditäten besonderer Art zeigen sich beim sog. generischen Sprachfeminismus, der die «männerdominierte Sprache» bekämpft. Ursprünglich waren maskuline Derivative wie «Mitarbeiter» auch für gemischtgeschlechtliche Gruppen üblich. Diese wurden schrittweise ersetzt durch «Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter» und «Mitarbeiter/-innen».

Weil man/frau diese Endlosschlaufen nicht durchzuhalten vermag, flüchtete sich der Sprachfeminismus schliesslich ins geschlechtslose Neutrum wie «Verkaufsperson», «Lehrkraft» oder «Arbeitnehmende», Putzfrau und Putzmann wurden zur «Raumpflegekraft». Die feministische Theologie spricht statt von «Gottvater» oder «Gottmutter» schlicht von «Gottheit».

Eine Spitze findet die politisch korrekte Sprachverstümmelung in der Vorgabe, statt «Vater» und «Mutter» dass «Elter» zu verwenden («Leitfaden geschlechtergerechter Sprache», Eidg. Bundeskanzlei, 2009, S. 26). Übertroffen wird dies nur noch durch das Gender**sternchen, das die Sprache völlig geschlechtsneutralisiert.

Schwerwiegende politische Konsequenzen

Der Sprachwandel hatte schwerwiegende Auswirkungen. Wenn aus dem «Selbstmörder» der «Freitodwählende» wird, dann ist das gesamtgesellschaftlich relevant. Der «Freitodwählende» übt eine Option aus. Fristen«lösung» suggeriert die Lösung eines Problems.

Die ideologische Sprachsäuberung der letzten Jahrzehnte hatte aber auch enorme politische Konsequenzen. Ein erstes Opfer war der Begriff «konservativ». Von Chateaubriand (1768-18489 geprägt, war damit ursprünglich ein vernünftiges Bewahren zwischenmenschlicher Grundregeln («conserver les sains principes») gemeint.

Der neuen Linken und den Liberalen gelang es innert kürzester Zeit, «konservativ» mit «reaktionär» gleichzusetzen. «Konservativ» wurde zum Schimpfwort, während alles «Progressive als fortschrittlich-positiv galt. Auch der Begriff «liberal erfuhr — im Unterschied zu den USA (wo er mit links gleichgesetzt wird) — in Europa eine positive Konnotation. Mittlerweile ist in unserem Land jedoch jede/r «liberal», am besten sogar «total liberal».

Liberalsein wurde zur Ideologie und de Einheitsbrei der Tageszeitungen belegt es. Liberal sind die «Weltoffenen», die «Toleranten», die «Mitfühlenden». Verklemmt sind die «Konservativen», die «Fremdenfeindlichen», die «Rückständigen», die «EU-Gegner». Auch «Evangelikale» und «Katholiken» sind vorbelastet. Erster sind «Fundamentalisten» und letztere gehören zu einer homophoben Sekte aus Rom. Demgegenüber gilt es offen zu sein für «neue religiöse Bewegungen» (am besten buddhistischen Ursprungs).

Sprache als Herrschaftsinstrument des Linksliberalismus

Sprache ist immer ein Instrument zur Lenkung der öffentlichen Meinung und damit ein Herrschaftsinstrument. Dies gilt auch für die Sprache des heutigen Linksliberalismus.

Die  bisher tragenden christlich-abendländischen Werte kommen damit unter Druck. Statt intakten Familien wird plötzlich die Regenbogenfamilie propagiert. Flüchtlingshilfe ist cool. «Diskriminierung» wird zum Totschlagargument jeder intellektuellen Auseinandersetzung. Ursprünglich das konservative Anliegen der natürlichen «Vielfalt» verkörpernd, wird der Begriff heute inflationär verwendet. Von der Rassendiskriminierung über die Geschlechterdiskriminierung bis hin zur sexuellen Diskriminierung wird damit eine linksliberale Ideologie des «Alles ist erlaubt» verkauft.

Wer sich ganz bewusst ausserhalb jedes gesellschaftlich unverbindlichen Wertrahmen stellt, kann sich auf das Diskriminierungsverbot berufen. Alles darf in Frage gestellt, jede Droge genommen, jedes Tabu gebrochen — bloss das Diskriminierungsverbot ist heilig. Übertroffen höchstens noch vom Glauben an den Klimawandel, der noch heiliger ist.

Verhängnisvolle Auswirkungen

Für jede Gesellschaft ist es verhängnisvoll, ihr eigenes Wertesystem derart gezielt und bewusst zu zerstören. Das von den 68ern geprägte «Mainstream»-Europa hat nicht nur jahrzehntelang wirtschaftlich und finanziell (zu Lasten künftiger Generationen) über die Verhältnisse gelebt.

Es hat auch seine eigenen soziokulturellen Grundlagen demontiert, auf welchen das abendländische Erfolgsmodell jahrhundertelang beruhte. Die laufende Masseneinwanderung aus Afrika und aus islamischen Ländern ist unter diesem Gesichtspunkt nur noch eine Folgeerscheinung.

Die Perspektiven für uns Junge sind unter diesen Umständen schwierig. Die Kirchen sind zu — von Kirchenfunktionären verwaltete — Hohlräumen geworden. Der vorherrschende Horizontaldruck lässt — abgesehen vom Sport — kaum Raum für eine kollektiv positive Lebensgestaltung.

Dringend nötig wäre statt dem grünsozialistischen «Mainstream» ein Rückbesinnung auf Werte wie Pflicht- und Leistungsbewusstsein, Treue, Sorgfalt, Anstand — sowohl im Privaten, als auch beispielsweise gegenüber dem Arbeitgeber. Es sind diese Werte, die entscheidend zu wirtschaftlicher Eigenverantwortung beigetragen haben — bevor sich der Sozialstaat mit seiner Konsum- und Totalversicherungsmentalität breit machte.

Sich in diese Richtung zu äussern braucht allerdings ziemlich viel Mut. Denn man schwimmt da so ziemlich einsam in die Gegenrichtung des ach so schon dahinfliessenden «Mainstreams».