MNS-Stellungnahme zur Anti-F-35-Initiative

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Konrad Alder verteidigt den F-35.

 

MNS-Herausgeber Konrad Alder schreibt der Redaktion:

MILITÄRPOLITISCHE NACHRICHTEN SCHWEIZ (MNS) 

MNS STELLUNGNAHME 2021-06 

“Vereint macht dauerhaft, Zertrennung unheil schaft” Wahlspruch Zunft zum Widder, Zürich 

Schlimmer noch als die notorischen Armee-Abschaffer GSoA, SP und Grüne Schweiz sind unterlegene Anbieter, gewisse Journalisten als unsägliche Steigbügelhalter und unverständlicherweise auch Exponenten aus Armeekreisen, die zurzeit versuchen, die Beschaffung des F-35 mit dem Ziel eines neuen Auswahlverfahrens zu Gunsten eines europäischen Modells zu torpedieren. Eine solche Strategie muss als realitätsfern und verhängnisvolle Fehleinschätzung gewertet werden. 

In der aktuellen Gemengelage Air2030 geht es bei der Beschaffung unseres neuen Kampfflugzeugs nun vorrangig und entscheidend darum, 

° zu akzeptieren, dass unser Bundesrat basierend auf einem professionell durchgeführten Auswahlverfahren in seiner ihm zustehenden Kompetenz mit dem F-35 das für unser Land leistungsfähigste, gleichzeitig kostengünstigste und damit bestgeeignete und nicht das vermeintlich politisch opportune Kampfflugzeug bestimmt hat, 

° die Reihen der Befürworter eines neuen Kampfflugzeugs als Ersatz für unsere veralteten F/A-18C/D – unabhängig von ihrer persönlichen Präferenz für einen der vier Mitwettbewerber – hinter dem mutigen und vor allem auch zukunftsgerichteten bundesrätlichen Entscheid zu schliessen, 

° dafür besorgt zu sein und mitzuwirken, dass sich alle armeebejahenden Kräfte vorbehaltlos hinter das Programm Air2030 stellen und sich dafür engagieren, dass unser Parlament im Rahmen der Budgetberatung 2022 der F-35-Beschaffung mit einer überzeugenden Mehrheit zustimmt und wir danach auch die uns von den Armeegegnern GSoA, SP und Grüne Schweiz mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit aufgezwungene Initiativabstimmung mit einem ordentlichen Resultat und nicht nur mit der Hilfe eines Ständemehrs gewinnen. Gemäss der neusten Studie “Sicherheit 2021” des Center for Security Studies (CSS) der ETH Zürich befürworten immerhin 73% der Befragten die Notwendigkeit unserer Armee, was für einen erfolgreichen Abstimmungsausgang eigentlich eine tragfähige Basis bilden sollte 

° und sich last, but not least an das treffende Statement von Alt-Botschafter Air2030 Christian Catrina zu erinnern: «Alle vier Flugzeuge sind gute Flugzeuge. Nur kein Flugzeug ist ein schlechtes Flugzeug»! 

Denn die fatalen Konsequenzen eines weiteren Nullentscheides dürften mittlerweile allen Akteuren bekannt sein: 

° Irreversibler Verlust unserer Luftwaffe und nachgelagert wohl auch unserer Armee! Ein zeitgerechter späterer Wiederaufbau ist im Lichte seiner Komplexität und der dafür notwendigen Investitionen reines Wunschdenken, 

° unsere Bevölkerung, deren überlebensnotwendige kritische Infrastruktur sowie unsere Bodentruppen sind den Gefahren aus der Luft in allen Bedrohungslagen mit verheerenden Folgen schutzlos ausgeliefert, 

° unser Land ist nicht mehr fähig, seinen Verpflichtungen im Zusammenhang mit unserer ständigen Neutralität nachzukommen, 

° die Schweiz gibt gegen Innen und dem Ausland ein fatales Zeichen der Schwäche und Selbstaufgabe ab. Dies mit gravierend negativen Auswirkungen auf unser politisches, wirtschaftliches und gesellschaftliches Erfolgsmodell, 

° eine weitere, unerwünschte Schwächung unserer Souveränität und 

° eine völlige Desavouierung der Arbeit des Projektteams von rund 70 engagierten Spezialisten, deren professionelle Anstrengungen selbst in ausländischen Fachkreisen, wie z.B. dem renommierten Projektmanagementverband IPMA (International Project Management Association), breite Anerkennung fanden. Negative Effekte wären auch für alle zukünftigen Grossprojekte des Bundes zu erwarten. 

Konrad Alder