Mehr Sold – Recht so!

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Nach dem Nationalrat sagt nun auch der Ständerat Ja zur mehr Sold für unsere Kader und Soldaten – gut so! Lang, lang ist’s her, seit das Parlament letztmals den Sold anpasste: auf die fünf Franken für Soldaten, die immer noch gelten. Wenn der Nidwaldner Ständerat Hans Wicki bemängelt, die Erhöhung sei “reine Symbolpolitik”, dann schiesst er einen Nuller.

Gewiss wird vom Sold keiner reich. Aber der Sold ist ein Zeichen der Wertschätzung. Leider wird er seit der Bellasi-Affäre nicht mehr am Hauptverlesen übergeben. Dennoch entstammt der Sold im Schweizer Wehrwesen einer uralten, bewährten Tradition.

Mein Vater, geboren 1916, gehörte zur Generation, deren Leben von 1939–1945 im Zeichen des Aktivdienstes stand. Er leistete während des Kriegs mehr als 1’000 Tage Dienst und war wie alle anderen einer von denen, die im Alter zwischen 20 und 30 sechs lange Jahre nicht ins Ausland reisen, geschweige denn dort arbeiten konnten. Er pflegte zu sagen: “Der Tagessold sollte ausreichen, dass wir nach dem HV miteinander einkehren konnten.”

Die jetzigen fünf Franken mögen auf dem Land für ein Cola oder ein Bier ausreichen. Aber weit kommt man nicht damit. Wenn die Regel der Aktivdienst-Soldaten stimmt, darf der Bundesrat den Sold guten Gewissens recht erhöhen. Er bestimmt – das Parlament liess die ominöse Zahl der Franken pro Tag offen.

Affaire à suivre…