Medien: Wenn Millionen zu Millionen kommen …

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Zum Raubzug der Medien-Mogule auf die Bundeskasse schreibt der Zürcher Publizist Hartmuth Attenhofer:

  • “Zeitungen werden nicht mehr auf der Rückseite von Inseraten gedruckt, weil die Werbung in die elektronischen Medien abfliesst. Jahrelang hat der Print über die elektronischen Medien geschnödet, die Informationsbedürfnisse verkannt und die Entwicklung verschlafen. Jetzt jammern die Zeitungen und wollen Geld vom Staat. Vom Staat? Vom steuerzahlenden Volk natürlich.
  • Die eidgenössischen Räte haben ein Paket von sieben Mal 150 Millionen Franken geschnürt, also insgesamt eine gute Milliarde. Damit soll die Unabhängigkeit der Zeitungen gewährt werden, heisst es. Welche Unabhängigkeit?
  • Jene des ‹Tages-Anzeigers›, dessen Auslandteil grösstenteils aus München von der ‹Süddeutschen Zeitung› kommt, die auch allerlei Texte für die anderen Ressorts liefert? Ist das die «unabhängige Schweizer Tageszeitung», wie auf dem ‹Tagi›-Titelblatt täglich behauptet wird? Wirklich?
  • Zeitungen seien wichtig für die politische Meinungsbildung, sagt man uns. Was für eine Meinungsbildung? Jene im ‹Blick› etwa, wo man Tipps bekommt, wie man ein Kinderzimmer aufräumt? Also bitte!”

V12 Vantage von Aston Martin

  • Der Journalismus hat nichts davon. Die ausgeschütteten Gelder bemessensich an der Auflagenzahl. Die grossen Verlagshäuser werden also grosszügig bedacht, während den kleinen und kleinsten Verlagen die Brosamen bleiben. Schiebt man nun die Brösmeli über die Jahre sorgfältig zusammen, kann man damit hin und wieder eine grössere Recherche finanzieren und damit die Leseschaft erfreuen. Und Michael Ringier kann sich mit den eingesparten Versandkosten den neuen V12 Vantage von Aston Martin kaufen, die Wanners können ihr Schloss renovieren und die Familie Coninx/Suppino legt sich vielleicht eine Gemäldesammlung zu, die wir dann in 70 Jahren im fünften Kunsthaus-Anbau besichtigen dürfen.”