BISS – Steigt Paris mit der GSoA “ins Lotterbett”?

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SAMP-T, ein valables System, unterlag Patriot.

 

  • 2022 oder 2023 stimmen Volk und Stände über die GSoA-Initiative ab, die den Kampfjet-Kauf doch noch zu Fall bringen soll.
  • Darum gilt es auch die Positionen der drei Länder und Firmen, die unterlagen, gut zu beobachten.

Noch liegt Pulverdampf in der Luft

Noch erfüllt Pulverdampf das Gefechtsfeld. Doch zeichnen sich im fog of war erste Konturen ab:

  • Die USA haben nicht das geringste Interesse und auch nicht den Charakter dazu, in der Schweiz zu zeuseln. Schliesslich haben sie beide Evaluationen gewonnen. Von Boeing kommen Signale, dass sich die Firma mit dem Typenentscheid abfindet. Boeing ist seit Jahrzehnten ein integrer, zuverlässiger Partner der Schweiz und trägt bis 2030 in Anbetracht der noch 30 F/A-18CD Verantwortung auch für unsere Luftwaffe.
  • Auch von deutscher Seite sind Signale erkennbar, wonach Berlin und Airbus im ersten Moment zwar sehr enttäuscht waren, aber weder eine Absicht noch den Charakter haben, sich mit der GSoA “ins Lotterbett zu legen.” Airbus erweist sich mit dem EC-635-Helikopter als guter, kompetenter Partner. Und die deutsche Regierung plagen gegenwärtig andere Sorgen.
  • Bleiben Frankreich und Dassault. Die heutige NZZ greift das Pamphlet eines Pariser Think Tanks auf, das dem Schweizer Steuerzahler Gebühren androht, wenn die französische Armeé de l’air wieder einmal mithilft, in Genf einen internationalen Anlass zu schützen.

Wer bezahlt den ominösen Think Tank?

Was ist von diesem Heckenschuss zu halten?

  • Wie in London und Washington wimmelt es in Paris von Denkfabriken. Und wie überall kosten solche Think Tanks viel Geld: Löhne und Honorare schlagen zu Buch. Wer finanziert den ominösen “Club”, der dem Schweizerbürger eine Busse für einen missliebigen Typenentscheid androht? Und wer steckt politisch und industriell hinter den Anwürfen?
  • Auch wenn Frankreich fest auf den Rafale und das gewiss valable Flab-System SAMP-T gesetzt hat, lässt die Verteidigungsministerin Parly verlauten, der doppelte Typenentscheid sei Sache der Schweiz. Gebühren gegen die Schweiz erhebt nicht eine Denkfabrik, sondern die Regierung.
  • Allzu häufig sind in Genf derart bedeutende Treffen wie jetzt zwischen Biden und Putin nicht. Auch schon half die Schweiz den Franzosen mit namhaften Truppenaufgeboten, wenn diese über dem Lac Léman in Evian internationale Konferenzen durchführten. Andere Europäer wie Österreich am WEF erweisen sich als gute Nachbarn.
  • Ebenso ist es denkbar, dass sich die französische Regierung 2 x überlegt, als ob sie die Schweiz als “Zorro, der Rächer” heimsuchen will. Die Schweiz ist mit französischen Interessen auch im Rüstungs- und Industriesektor mannigfach verbunden.

In wessen Sold “giftelt” die Pariser Denkfabrik?

Politisch ist die Frage aufzunehmen, warum ein Think Tank gegen die Schweiz “giftelt” (Originalton NZZ). Nach Bundesrat Maurers Pro-Gripen-Entscheid erwies sich Dassault nicht gerade als fairer Verlierer. Aber: Soll, will, kann sich die stolze, wehrhafte Grande Nation mit der GSoA gemein machen – ausgeschrieben: mit der Gruppe für eine Schweiz ohne Armee?