Japan erhält 115 F-35A und 42 F-35B

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Japans erster F-35A.

Stolze Flieger vor dem ersten japanischen F-35.

 

Siehe auch > Japan zeigt die Zähne – und wie! und Japan: Erstes Grossmanöver seit 1945

Ein Leser wirft die Frage auf: Welche F-35 erhält Japan? Wie viele? Wo? Wann?

Insgesamt 157 F-35 Lightning II

Lockheed Martin liefert – Stand heute, 23. September 2021 – den japanischen Streitkräften 157 F-35:

  • Die Luftwaffe erhält 115 F-35A. Zwei Staffeln sind schon operationell. Sie gehören zum JASDF 3rd Fighter Wing. Bereits 2019 nahm die 301st Tactical Fighter Squadron den Betrieb auf. 2020 kam die 302nd Squadron hinzu.
  • Damit zieht Japan mit Israel gleich: Dort operieren bereits die 116. und die 140. Staffel. Mehr F-35A führt nur die US Air Force ins Gefecht.
  • 42 F-35B ergänzen den ansehnlich Bestand an Tarnkappenjets. Sie gehören zur Luftkomponente der Marine. Bereits werden die beiden Helikopterträger Izumo und Kaga (der Izumo-Klasse) so umgerüstet, dass sie STOVL-Senkrecht-Start-und-Lande-Flugzeuge aufnehmen können.

JS Izumo (DDH-183).

Die JS Kaga trägt einen berühmten Namen. Die erste Kaga gehörte zu den vier Flugzeugträgern, die 1942 in der frühen Entscheidungsschlacht um Midway untergingen.

  • Die beiden Helikopter-Zerstörer (so ihre offizielle Bezeichnung) wurden 2015 und 2018 unter schrillem chinesischem Protest in Dienst gestellt. Peking beobachte jede Aufrüstung Japans misstrauisch und nahm besonders an den Schiffsnamen Izumo und Kaga Anstoss: Der Träger Kaga ging 1942 in der Midway-Schlacht unter, der Panzerkreuzer Izumo wurde 1945 bei Kure versenkt.
  • Auf den beiden Helikopterträgern werden die Flugdecks verstärkt, damit sie die Hitze aushalten, die STOVL-Maschinen abstrahlen. Weitere Umbauten sind so geplant, dass die F-35B spätestens 2024 operationell werden.

Standorte teils bestimmt

F-15 auf der Air Base Nyutabaru, die ab 2024 F-35B aufnehmen wird.

Elefantenmarsch in Nyutabaru, noch ohne F-35.

  • Was den ersten Standort der 42 F-35B angeht, hat der Generalstab seinen Entscheid bereits mitgeteilt.
  • Die STOVL-Flugzeuge werden auf Kyushu stationiert. Kyushu ist die südlichste der vier Hauptinseln. Geopolitisch macht Tokio kein Hehl aus den Gründen hinter der Ortswahl: Es geht gegen Chinas Anspruch auf Japans Inselkette, die sich südlich von Kyushu bis zu den umstrittenen Senkaku-Inseln erstreckt.
  • Auf Kyushu wählte die Militärführung den Luftstützpunkt Nyutabaru an der Ostküste der Insel aus. Der Vorteil sei der Zugang von den Izumo-Klasse-Häfen Kure und Yokosuko her.
  • Die beiden F-35A-Staffeln mit den Nummern 301 und 302 befinden sich auf der Air Base Misawa. Diese liegt in Japans Norden noch auf der grossen Hauptinsel Honshu. Misawa ist ein grosser, gut ausgebauter Luftstützpunkt mit Potential. Wenn es gegen China geht, können die Luftwaffe ihre F-35A jederzeit nach Süden verlegen, sei es auf Honshu, 

Misawa (roter Kreis) im Norden der Hauptinsel Honshu.

  • Dort lösen die F-35A die F-4J-Phantom-Staffeln ab, so wie sie gesamthaft sukzessive die sieben F-15J/DJ-Eagle-Staffeln ersetzen werden (zusätzlich operiert die japanische Luftwaffe derzeit auch noch drei F-2-Mishubishi-Staffeln).

Balanceakt

Wie in einem vorausgegangenen Text festgehalten, zeigt Japan dem Aggressor China die Zähne. Die Reiche der Mitte und der aufgehenden Sonne trennt eine tiefe geschichtliche Feindschaft.

Für Japans Politik ist die Aufrüstung ein Balanceakt, weil sie permanent zwischen der pazifistischen Verfassung von 1947 und den militärischen Erfordernissen balancieren muss.

Japans Militärpolitik – stete Gratwanderung.