Kurden greifen an > Türken weichen

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Kurdischer Widerstand.

Im kurdischen Widerstand kämpfen Frauen und Männer Schulter an Schulter.

Unter dem Radar der Weltmedien tobt im türkisch-irakischen Grenzland unvermindert der Krieg zwischen kurdischen Rebellen und regulären Verbänden der türkischen Armee, präziser: des 8. Korps.

Der folgende Lesestoff stammt von den Kurden und ist entsprechend einzuordnen. Er ist insofern glaubwürdig, als die Aufständischen im Grenzland aus dem gesicherten Territorium des Quasi-Staates Nordirak (in ihrer Diktion Südkurdistan) operieren.

Die türkische Armee steht seit Jahrzehnten mit Panzer-, Panzergrenadier- und Infanterieverbänden auf irakischem Gebiet. Selbst Saddam Hussein musste ihre Präsenz dulden.

Die Bilder stammen ebenfalls vom kurdischen Nachrichtendienst. Es folgt der Text:

 

Die türkische Armee wollte die Grenzen der Besatzungsoperation durch die Angriffe auf Werxelê erweitern. Werxelê hat eine besondere strategische Bedeutung, denn das Gebiet ist einer der Grenzpunkte von Avaşîn und stellt ein Einfallstor in die Guerillagebiete dar. Eine Eroberung von Werxelê würde die Möglichkeit eröffnen, die Besatzung auf die anderen Regionen auszuweiten. Deshalb verteidigen die Guerillakämpferinnen seit dem 7. Juni ihre Kriegstunnel und das Gelände wie eine Festung.

Der kurdische Anspruch. Das im Beitrag beschriebene Gebiet von Werxelê liegt südlich der Grenze Türkei/Irak.

Zerklüftetes Gelände.

Der Angriff auf die Region startete am 7. Juni 2021 um 18.40 Uhr, als türkische Kampfhubschrauber damit begannen, die Tunnelanlagen in Werxelê zu bombardieren. Der Angriff auf die Tunnel sollte die türkische Operation in dem Gebiet einläuten. Sie kündigten an, was über die Region hereinbrechen sollte.

In dieser Nacht griff die türkische Armee mit Kampfflugzeugen, Aufklärern, Kampfhubschraubern, Sikorskys und bewaffneten Drohnen an. Der Angriff dauerte bis zum Morgengrauen. Im Gegensatz zur türkischen Armee warteten die Guerillakämpfer ruhig in ihren sicheren Positionen.

Sie waren sich vollkommen klar darüber, was sie tun würden, und griffen sofort die ersten Soldaten an, die versuchten, die Region am Boden zu besetzen.

Von der Abwehr in die Offensive

Seit dem 7. Juni wurde der Widerstand immer intensiver. Nach dem Versuch der türkischen Armee, in das Werxelê-Gebiet einzudringen, nahm der Krieg in Avaşîn eine völlig andere Dimension an, und die Guerilla wechselte die Position von der Defensive in die Offensive. Von der Abwehr der Angriffe am Anfang, ging die Guerilla dazu über, die Stellungen der türkischen Armee offensiv zu attackieren. Dutzende solcher Aktionen wurden durchgeführt.

Nicht mehr die türkische Armee führte eine Operation durch, sondern die Guerilla. Insbesondere die Infiltrationsaktionen am 18. Juli und am 2. August von der Guerilla im Gelände und der Angriff am 12. August aus den Kriegstunneln am Hang des Werxelê, bei dem 200 Kilogramm Sprengstoff von der Guerilla beschlagnahmt wurden, brachten für die türkischen Soldaten das Fass zum Überlaufen.

Seitdem wird die Guerilla Zeugin heftiger Streits zwischen Soldaten und Kommandanten. Auch wenn die türkische Armee es nicht eingestehen will, war es der Fehler ihres Lebens, nach Werxelê vorzurücken.

Wachsam.

Als ob die rauen Geländebedingungen des Zagros und die Temperaturen über 45° nicht genug wären, konnten die Soldaten, die unter den Befehlen ihrer Kommandanten verzweifelt waren, nicht einmal mehr ihre Taschen tragen. Die Wege, die die Soldaten in Werxelê benutzten, sind jetzt mit den mit lebenswichtigen Vorräten gefüllten Taschen, welche die Soldaten zurückgelassen hatten, übersät. Man braucht nicht über die Kampfleistung von Soldaten zu sprechen, die nicht einmal mehr in der Lage sind, ihre eigenen Waffen zu tragen.

Die Infiltrationsaktion der Guerilla am 2. August offenbarte die Situation. Während die Guerilla in die militärische Stellung eindrang und binnen drei Minuten acht Soldaten tötete, rannten die Soldaten minutenlang umher und suchten ihre Waffen und ihre Munition. Die Guerilla konnte sich ohne Verluste wieder zurückziehen.

Nach diesen Entwicklungen im Feld beschränkten sich die türkischen Soldaten vor allem darauf, wie Hausierer herumzugehen und über Lautsprecher zu erklären: „Kommt und ergebt euch.“ Besonders nach den jüngsten Aktionen verkündet die türkische Armee jeden Tag über ihre Lautsprecher: „Kommt, wir werden euch Wasser geben, wir werden euch Vorräte geben, der Staat wird sich gut um euch kümmern.“

Kurden schmähen Türken

Die Bemühungen der türkischen Armee, Schwachstellen zu finden, werden für die Guerilla immer lächerlicher. Die Guerillakämpfer haben sich in diesen Tunneln auf die Möglichkeit eines, wenn nötig, jahrelangen Krieges vorbereitet. Das wahrscheinlich Letzte wäre es, sich wegen Wasser und Vorräten zu ergeben. Das ist es, was den Soldaten am meisten am Herzen liegt. Mit anderen Worten: Der Glaube der türkischen Armee, die Guerilla des 21. Jahrhunderts mit Wasser und einem Stück Brot über den Tisch ziehen zu können, offenbart letzten Endes ihre eigene Denkweise.

Kurdische Guerillakrieger.

So wie die türkische Armee nach dem Gare-Widerstand ihre Niederlage eingestehen musste, wird sie sicherlich auch jetzt bald ihre Niederlage zugeben müssen, besonders in der Werxelê-Region. Dort wurden Dutzende Soldaten der türkischen Armee getötet und ihre lebenswichtigen Vorräte beschlagnahmt. Die Guerillakämpfer:innen fügten den Soldaten mit den hunderten Kilo Sprengstoff, die sie ihnen abgenommen hatten, immer wieder schwere Schläge zu. Infolge der Aktionen, die im Gelände durchgeführt wurden, warfen die Soldaten die Waffen weg und flohen.

Einsatz chemischer Kampfstoffe

Trotz des Einsatzes von chemischem Kampfstoffen in den Kriegstunneln sind sie seit fast drei Monaten nicht in der Lage, eine Kämpferin oder einen Kämpfer zu töten oder zur Aufgabe zu bewegen. Am wichtigsten ist, dass sie in die Gegend von Werxelê kamen und von den Guerillakämpfer, die sie einkreisen wollten, umzingelt wurden. Seit drei Monaten kann die türkische Armee weder vorrücken noch sich zurückziehen. Die Guerillakämpfer sind entschlossen, den Soldaten auch den Rückzug zu verweigern.

Dies ist nicht nur die Niederlage der türkischen Armee im Kampf um Werxelê. Es ist eine der größten Armeen der Welt, die seit drei Monaten nicht in der Lage ist, gegen eine Gruppe Guerillakämpfer zu bestehen.