KSK-Feldwebel: Wir sind die Anständigen”

Standard

 

Das deutsche KSK wehrt sich.

Der folgende Beitrag mag für alle von Interesse sein, die sich mit Spezialkräften vertieft befassen. Der REdaktion des duetschen Internetdienstes “Augen geradeaus!” liegt der rief eines KSK-Feldwebels an die Ministerin Kramp-Karrenbauer vor. Der Internetdienst schreibt dazu:

In einem ausführlichen, wenn auch anonymen Schreiben hat sich ein – nach eigenen Angaben – Kommandofeldwebel des Kommandos Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr gegen den Vorwurf gewehrt, die Eliteeinheit sei von Rechtsextremisten durchsetzt. Wir sind die Anständigen! Wir sind nicht der Feind im Innern!, heißt es in dem 14-seitigen Brief mit Datum 25. Juli, der an die Spitze des Verteidigungsministeriums adressiert war.

Das Schreiben leitete das Ministerium an die Obleute der Fraktionen im Verteidigungsausschuss weiter – und es war offensichtlich die Absicht des Verfassers, diesen Brief auch öffentlich möglichst bekannt zu machen:

Hauptgrund für dieses ausführliche Schreiben ist die gefühlte ungerechte Skandalisierung, die den Soldatinnen und Soldaten sowie zivilen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des KSK aufgrund der Fehler einzelner – aber auch aufgrund vieler unwahrer Behauptungen und Vermutungen zur Zeit angediehen wird. … Ziel ist es daher auch, dass sich der geneigte Bürger und der nicht mit der Materie vertraute Politiker, Abgeordnete oder Soldat ein eigenes Urteil abseits der veröffentlichen Darstellungen bilden kann.
(Hervorhebungen in dieser und in den weiteren Passagen im Original)

Der Autor räumt ein, dass Vorfälle mit vermutlich rechtsextremistischem Hintergrund im KSK dem Ansehen der Truppe geschadet hätten – jeder dieser Vorfälle sei aber im Kreis der Kommandosoldaten kritisch kommentiert, missbilligt und als rufschädigend gewertet worden. Der Höhepunkt sei der Fund von Waffen, Munition und Sprengstoff bei einem langjährigen Kommandoangehörigen gewesen, der uns alle geschockt hat, weil offensichtlich sowohl das Vertrauen unter Kameraden als auch der Führung missbraucht worden seien. Allerdings wäre die Unterschlagung von Munition und Sprengstoff nicht nur beim KSK, sondern auch bei anderen Kampfeinheiten möglich gewesen und damit nicht spezifisch für die Spezialeinheit.

Organisierten Rechtsextremismus oder gar Netzwerke  gebe es in der Eliteeinheit nicht, hebt der Autor hervor:

Unabhängig davon, dass Extremisten jeder Couleur ermittelt und aus dem Dienst entfernt werden müssen, sollte die Loyalität der Angehörigen des Verbandes zu unserem Land, zu unseren demokratischen Werten und zu unserer Verfassung – bis zum Beweis des Gegenteils – grundsätzlich vorausgesetzt werden.
„Rechte Netzwerke“ oder „rechtsextreme Umtriebe“ existieren aus meiner und querschnittlicher Sicht im Verband nicht. Die über die Jahrzehnte verteilten Einzelfälle und der eine jetzt im Zuge von intensiven Ermittlungen festgestellte wirklich kriminelle Fall, sowie weitere kritisch zu sehende, aber noch nicht ausermittelte Verdachtsfälle rechtfertigen keinesfalls den durch die Medien transportierten Generalverdacht. Wir sind keine Gegner unserer Demokratie – wir schützen sie!

Aufklärung der Vorfälle sei zwar erforderlich, heißt es in dem Schreiben. Dafür seien allerdings Augenmaß und gegenseitiger Respekt nötig. Vor allem dürfe keine Kultur des Misstrauens etabliert werden.

Das deutsche KSK sieht sich zu Unrecht einer Medienkampagne ausgesetzt.

Ausführlich geht das Schreiben auf den Brief eines Hauptmanns ein, der seinerseits harte Vorwürfe gegen das KSK und vor allem gegen den Umgang in der Ausbildung erhoben hatte. Mit dem Brief seien der ganze Verband und seine Soldaten verunglimpft worden, schreibt der anonyme Kommandofeldwebel. Die Motivation des Hauptmanns sei hauptsächlich aus einem eigenen, unreflektierten Scheitern als Kommandoanwärter und Offizier zu erklären. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hatte dagegen auf dieses Schreiben mit den Worten reagiert: Endlich konnte die Mauer des Schweigens durchbrochen werden.

Auch der nach offiziellen Angaben der Bundeswehr bislang in den Büchern erfasste Fehlbestand von 62 Kilogramm Sprengstoff und mehreren Tausend Schuss Munition ist nach Darstellung des Kommandofeldwebels erklärlich – und kein Hinweis auf kriminelle oder extremistische Vorgänge:

Dass unsere Kommandosoldaten ein weitaus höheres Übungs- und Ausbildungspensum absolvieren als Bundeswehrweit üblich, ist bekannt.  … Während eines einwöchigen, intensiven Ausbildungs- u. Übungsvorhabens für ca. 16 Kommandosoldaten werden hierbei in der Spitze zum Teil bis zu 100.000 Schuss Munition verschiedenster Kaliber verübt. Für unsere Kommandokräfte ist der routinierte Umgang mit Waffen und Munition also tägliches Geschäft.

Das hierbei für nicht in der Materie steckende Außenstehende der Eindruck des leichtfertigen Umgangs mit Waffen und Munition entstehen kann, ist nachvollziehbar, aber unbegründet. Ausbildungs- und Handhabungsmängel beim Umgang mit Munition in Übung, Ausbildung und Einsatz werden im Zuge der gegenseitigen Kontrolle grundsätzlich nicht hingenommen. … Das bei der Masse der Vorhaben dennoch auch hier Fehler in der bspw. als vereinfachungswürdig empfundenen Buch- und Nachweisführung passieren, ist ein reiner Ausbildungsmangel und aus meiner Sicht nur zu menschlich. Es wird aber stetig daran gearbeitet, besser zu werden. Zur Vermeidung von weiteren Fehlern wird hier empfohlen, analog zu anderen Nationen ein einfacheres, unkomplizierteres, modernes, digitales System zur Nachweisführung zu etablieren.

Die Konsequenzen, die eine hochrangige Arbeitsgruppe des Ministeriums aus den Vorfällen gezogen hatte, werden nach Angaben des Autors vom Verband auch als Chance betrachtet. Das Ministerium solle bei Veränderungen aber wissen, dass den Angehörigen des KSK der Ernst der Lage bewusst sei. Dringend nötig sei eine Phase der Stabilisierung, damit sich die Einheit wieder ihrem Auftrag widmen könne:

Wir werden aktuell zum „Aufstand der Anständigen“ aufgefordert. Ich bin felsenfest überzeugt: Wir sind die Anständigen! Wir sind nicht der Feind im Innern! Die Loyalität der Angehörigen des KSK zum Grundgesetz, der freiheitlichen-demokratischen Grundordnung und seinen demokratischen Institutionen stand nie außer Frage. Etwaige Extremisten haben bei uns keine Chance!

 

Das deutsche KSK versteht sich als anständiger Eliteverband.

Der Brief des KSK-Feldwebels im Wortlaut:

Zweck des Schreibens: Calw, 25.07.2020

  •  Einblick in die aktuelle innere Lage des KSK aus Sicht des Verfassers,
  •  Einordnung und Betrachtungen zu den Extremismusvorwürfen,
  •  Vermitteln von Eindrücken zu den Themen inneres Gefüge, Loyalität,Transparenz, Ausbildung, Prägung und Materialbewirtschaftung im KSK.
  • Sehr geehrte Frau Bundesministerin,
    sehr geehrter Herr Parlamentarischer Staatssekretär,
  • sehr geehrte Frau Wehrbeauftragte,
    sehr geehrte Abgeordnete des Bundestages,

anfangs kurz zu meiner Person: Vorher Portepeeunteroffizier der Infanterie, bin ich seit der Gründung des KSK Angehöriger, Kommandofeldwebel, Ausbilder und Führer. Ich habe an mehreren Einsätzen als Kommandosoldat und in unterschiedlichen Führungsverwendungen teilgenommen, verbringe aufgrund dienstlicher Belange zwischen 30 und 50% des Jahres fernab meiner Heimat und bin dennoch glücklicher Familienvater. Ich diene unserem Land aus Leidenschaft und Pflichtgefühl. Um Nachteile für meine Person zu vermeiden, verfasse ich dieses Schreiben anonym, hoffe aber, dass sie sich trotzdem einen Teil Ihrer kostbaren Zeit nehmen, es zu lesen, auszuwerten und die entsprechenden Schlüsse daraus zu ziehen.

Da ich weder ein solches Schreiben noch irgendeine Beschwerde in meiner bisherigen Dienstzeit jemals für notwendig hielt, können Sie erahnen, dass diesem Schritt ganz besondere Gründe zugrunde liegen. Ich schreibe aus eigenem Antrieb und schildere Eindrücke aus meiner Sicht, bin mir aber aus den vielen Gesprächen der letzten Wochen relativ sicher, in den meisten Aspekten die Ansicht vieler Kommandosoldaten und Angehöriger des Verbandes zumindest vom Tenor her widerzuspiegeln. Vor allem aber möchte ich Ihnen einen ungefilterten und unverfälschten momentanen subjektiven Eindruck aus dem Inneren des KSK geben und einzelne Geschehnisse zur besseren Einordnung und Ihrer eigenen Bewertung etwas ausführlicher schildern.Hauptgrund für dieses ausführliche Schreiben ist die gefühlte ungerechte Skandalisierung, die den Soldatinnen und Soldaten sowie zivilen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des KSK aufgrund der Fehler einzelner – aber auch aufgrund vieler unwahrer Behauptungen und Vermutungen zur Zeit angediehen wird.

Zudem wird querschnittlich eine Machtlosigkeit zur momentanen gefühlten medialen Kriminalisierung des KSK empfunden, auch die fehlende Möglichkeit, dies mit eigenen Beiträgen zu kommentieren oder richtig stellen zu können. Ziel ist es daher auch, dass sich der geneigte Bürger und der nicht mit der Materie vertraute Politiker, Abgeordnete oder Soldat ein eigenes Urteil abseits der veröffentlichen Darstellungen bilden kann. Und wenn es mir mit dem Schreiben nur gelingt, etwas mehr Verständnis für die Lage der Frauen und Männer des KSK zu generieren, hat es seinen Zweck erfüllt.

Zweck dieses Schreibens ist es dagegen nicht, die Ergebnisse der AG KSK zu kommentieren, es soll lediglich die ein oder andere Hintergrundinformation vermitteln, um gerade die besonders herausgehobenen, uns negativ angelasteten Punkte von einer anderen Seite her zu beleuchten.

Thema 1: Innere Lage

Vorab möchte ich für alle sprechen: Unser Selbstverständnis ist das des absoluten Dienens. Wir stehen zu 100% loyal hinter unserer Verfassung, unseren demokratischen Institutionen, unseren Bürgern und im Ernstfall mit unserem Leben auch vor Ihnen. Wir stehen auch ausdrücklich vor jenen, welche die Bundeswehr im Allgemeinen und Spezialkräfte im Besonderen aus unterschiedlichsten Gründen ablehnen. Wir stehen auch dann noch, wenn andere bereits wanken. Wir dulden keine Extremisten in unseren Reihen! Seien Sie sich dessen absolut sicher – vertrauen Sie uns. Unser Eid ist uns Ehre und Verpflichtung!

Der Verband, gegründet aus den Ihnen bekannten Gründen, hat sich nach den üblichen Geburtswehen innerhalb von zwei Dekaden zu einem der kampfkräftigsten Verbände unserer Bundeswehr und einem strategischen Asset der Politik entwickelt. Er ist national und international anerkannt, einsatzbewährt und kann sich trotz seiner jungen Geschichte in vielen Bereichen mit vergleichbaren, langjährigen Einheiten der NATO messen. Alle Angehörigen sind meines Erachtens nach stolz auf das Erreichte, sind sich aber auch der Unvollkommenheit in Teilbereichen bewusst. Selbstreflektion, Strukturanalysen und Reformation sind daher seit Anbeginn unsere stetigen Begleiter.

Aus meiner Sicht ist man allerdings soeben daran, diesen Verband mit voller Wucht an die Wand zu fahren. Das schon immer im kritischen Blickpunkt einiger politischer und medialer Akteure stehende KSK erlebt seit jener unsäglichen Party vor über zwei Jahren einen verstärkten, doch seit dem Vorfall Phillip S. einen beispiellosen, als verunglimpfend und kriminalisierend empfundenen Shitstorm auf die Reputation und die Existenzberechtigung der Spezialkräfte des Heeres. Seitens der Medien aber auch durch externe Berichte wird zurzeit das Bild eines der Bundeswehr entrückten, verselbständigten KSK vermittelt, welches von einem vermuteten braunen Netzwerk durchzogen ist. Die Stimmung ist querschnittlich gedrückt, in Teilen niedergeschlagen. Verunsicherung herrscht vor, Misstrauen breitet sich insbesondere unter den Kommandokräften aus.

Die Auflösung der 2. Kompanie intern eigentlich bereits vor zwei Jahren erwartet – ist bei aller Akzeptanz für das politische Handeln – ein zusätzlicher Niederschlag für die in dieser Kompanie bisher treu dienenden Soldatinnen und Soldaten. Die Anordnung zur Herauslösung des Bereichs Ausbildung wird zwar loyal umgesetzt, sie wird allerdings nicht verstanden, da die Gründe hierfür augenscheinlich in einem Brief eines Auszubildenden liegen, dessen Inhalt zu einem Großteil intern als unwahr, verleumderisch und eigennützig wahrgenommen wird. Kündigungen und Versetzungsgesuche von langgedienten, verdienten Kommandosoldaten und Leistungsträgern sind die Folge.

Fazit:

Das innere Gefüge droht meines Erachtens nach im Zuge der medialen Generalverurteilungen zwischen realer und vermuteter Schuld einzelner, einem den Generalverdacht scheinbar untermauernden Brief und den darauf angeordneten Maßnahmen schweren Schaden zu nehmen. Im Weiteren gefährdet es somit auch massiv die Einsatzbereitschaft der Spezialkräfte. Hier ist aus meiner Sicht dringender Handlungsbedarf zur Restitution.

Thema 2: Bedeutung des inneren Gefüges – Motivation – Loyalität

Loyalität, treues Dienen, Verfassungstreue, das Eintreten für Menschrechte und demokratische Werte sind unabdingbar für jeden deutschen Soldaten. Wie bedeutsam ist aber das innere Gefüge für Motivation und Auftragserfüllung? Das lässt sich meines Erachtens nach an einfachen realen Einsatzbeispielen im Auftragsspektrum der Spezialkräfte festmachen.

Kriegsverbrecherjagd auf dem Balkan:

Kommandokräfte führen im Auftrag des IGH Den Haag mehrere Operationen, mit geringen eigenen Kräften und leichter Bewaffnung im noch unsicheren, Bürgerkriegsähnlichen Gebiet des ehemaligen Jugoslawiens durch, um untergetauchte Kriegsverbrecher festzunehmen. Sie erwarten heftige, bewaffnete Gegenwehr bei der Festnahme bzw. rechnen damit, nach der Festnahme in Unterzahl einem aufgeputschten Mob gegenüberzustehen. Sie kalkulieren mit dem operativen Überraschungsmoment und ihrer präzisen Planung. Bei einer der Operationen werden aufgrund der Selbsttötung eines Kriegsverbrechers mehrere Kommandosoldaten zum Teil schwer verletzt.

Motivation: Neben der Erfüllung des militärischen Auftrages ist man stolz darauf, als deutscher Soldat diesmal auf der richtigen Seite zu stehen und Kriegsverbrecher mit schlimmsten Verbrechen gegen die Menschlichkeit ihrer gerechten Strafe zuzuführen.

Jagd auf Terroristen und Stabilisierungseinsätze in Afghanistan:

Operation Enduring Freedom (OEF): Im Auftrag des deutschen Bundestages unterstützen Kommandokräfte die US Truppen bei der Jagd nach Terroristen. Sie werden anfangs in kleinen Teams, ohne unmittelbare Unterstützung, in feindlichen, gebirgigen Gebieten Afghanistans abgesetzt, um gesuchte Terroristen aufzuklären und so den späteren Zugriff auf sie zu ermöglichen. Die Teams liegen hierbei mehrere Tage versteckt in feindlicher Umgebung, mit der ständigen Gefahr der Kompromittierung durch Taliban. Später führen sie fahrzeuggestützte Fernpatrouillen in unsichere Gebiete auf ungeschützten Geländefahrzeugen zur Verdichtung des Lagebildes durch, fernab von eigener Unterstützung oder Versorgung.

International Security Assistance Force (ISAF) Jagd auf Terroristen: Kommandokräfte haben den Auftrag, mehrere Safe Häuser für Selbstmordattentäter nebst einem führenden IED Logistiker auszuheben, welcher unter anderem für einen Sprengstoffanschlag auf die Bundeswehr mit mehreren Toten und Verstümmelten verantwortlich ist. Die Kommandokräfte stellen sich darauf ein, beim Eindringen in die Gebäude durch Selbstmordattentäter angegriffen zu werden oder versteckte Sprengfallen auszulösen und bei der Exfiltration auf starke Talibankräfte zu treffen.

Motivation: Erfüllung des militärischen Auftrags zur Unterstützung der internationalen Koalition und Unterbrechung des logistischen Netzwerks der Terroristen, welche mittels Sprengstoffattentaten die afghanische Bevölkerung terrorisieren. Erhöhte Motivation zur Festnahme des Verantwortlichen für tote und schwerverletzte eigene Kameraden.

ISAF – Unterstützung der Wahlen zum afghanischen Parlament:
Kommandokräfte erhalten den Auftrag, Wahlurnen aus einem entlegenen, mit Taliban durchsetzten Distrikt zur Auszählung in die Distrikthauptstadt zu überführen. Man rechnet mit Feindberührung. Die geringen Kommandokräfte, verstärkt durch einige Fallschirmjäger, geraten mit den wenigen geschützten Fahrzeugen bereits während der Infiltration in einen komplexen Hinterhalt, verlieren ein gepanzertes Radfahrzeug durch

 

Beschuss, haben mehrere Verwundete und sehen sich einer Überzahl von Talibankräften im Raum gegenüber. Sie können sich aufgrund überlegener Ausbildung und Führung jedoch freikämpfen und den Auftrag ausführen.

Motivation: Erfüllung des militärischen Auftrags zur Unterstützung der Konstituierung eines frei gewählten afghanischen Parlamentes.

Resolute Support Mission (RSM): Kommandokräfte bilden im Rahmen RSM afghanische Spezialkräfte aus und begleiten sie stets in geringer Zahl in unzähligen Spezialoperationen überwiegend zur Suche und Festnahme von Talibanführern. Sie werden hierbei in zum Teil hochintensive Gefechte verwickelt und verlieren einen Kommandosoldaten im Gefecht, haben mehrere Verletzte.

Weitere Kommandokräfte werden neben dem Ausbildungsauftrag im Rahmen ihresEinaafage In Eemi Sppo nach einem eheeenden Spengoffanchlag auf das deutsche Konsulat in Mazar-E-Sharif zur Unterstützung angefordert. Vor Ort herrscht eine unklare Lage, das Konsulat ist verwüstet. Mitarbeiter und Sicherheitskräfte des Konsulates haben sich vreschanzt, der Verbleib der Attentäter ist unklar. Die wenigen Kommandokräfte kämpfen nach kurzer Lagefeststellung zunächst das zerstörte Gebäude frei und können letztlich alle Mitarbeiter und im Weiteren hochsensitive, eingestufte Unterlagen der Bundesrepublik Deutschland in Sicherheit bringen.

Motivation: Erfüllung des militärischen Auftrages zur Heranbildung und Festigung einer afghanischen Sicherheitsarchitektur. Erhöhte Motivation bei der Amtshilfe zur Unterstützung in einer lebensbedrohlichen Notlage für Mitarbeiter des Auswärtigen Dienstes.

Dauereinsatzaufgabe Retten und Befreien/ Hostage Release: Kommandokräfte halten sich im Rahmen der Dauereinsatzaufgabe Retten und Befreien von deutschenSaabgen a Geielhaf ode eoiiche Bedohng 360 Tage im Jahr auf einen jederzeitigen Abruf dieser hochspezialisierten Fähigkeit bereit. Hierzu trainieren sie, intensiv, mit hohem zeitlichen Einsatz, auf höchstem Niveau, so einsatznah und real wie möglich. Sie wissen, dass das Leben der zu rettenden Menschen im Einsatz über dem eigenen steht. Sie wissen aber auch, dass sie erst das letzte Mittel der politischen Führungsebene sind, dann, wenn alle anderen nicht funktioniert haben.

Motivation: Bereithalten für die Erfüllung des existenziellen Kernauftrags des KSK: Der Schutz und die Rettung deutscher Staatsbürger vor terroristischer Bedrohung.

Was will ich Ihnen damit sagen?

Spezialkräfte sind oft in isolierten Lagen, mit geringen eigenen Kräften ohne direkten Rückgriff auf Unterstützung eingesetzt Dies setzt ein absolut stabiles, über mehrere Jahre gewachsenes, inneres Gefüge voraus. Der Kommandosoldat entnimmt seine Motivation im Wesentlichen der operativ-strategischen Relevanz und Besonderheit der militärischen Aufträge, welche ihm ausschließlich durch die militärische Führung, ermächtigt durch das Parlament, gegeben werden.

Er setzt die Rechtmäßigkeit der Aufträge voraus und setzt sie rechtschaffen um, auch unter erschwerten Bedingungen oder wenn sich die Sinnhaftigkeit nicht immer sofort erschließen lässt, kritisch – aber loyal. Er nimmt mehrmonatige Abwesenheiten von seiner Familie und Belastungen in Kauf, weil er sich mit seinem Beruf identifiziert und grundsätzlich eine große Berufszufriedenheit hat. Er weiß um seine Bedeutung als strategisches Einsatzmittel und erwartet hierfür zwar entgegen weitläufiger Meinung keinen offiziellen, gesonderten Dank, aber Unterstützung und Rückhalt in Übung und Einsatz. Er weiß, dass die militär- politische Führung ihm vertraut und er vertraut seiner Führung.

Einige Jahre später nun steht dieses Vertrauen aufgrund der Verfehlungen einzelner auf der Kippe, werden alle Angehörigen des KSK pauschal rechtsextremer Umtriebe verdächtigt und medial unwidersprochen zur möglichen Gefahr für unsere Demokratie stilisiert.

Thema 3: Eigene Einordnung u. Betrachtungen zu den Extremismusvorwürfen

Wie konnte es soweit kommen? Die Gründe für die momentane schwierige Lage des Verbandes sind vielschichtig. Zunächst einmal liegen sie aus meiner Sicht und aus den Gesprächen mit allen mir persönlich bekannten Kommandosoldaten hauptsächlich bei uns selbst, in unserem Handeln und Nichthandeln der Vergangenheit, dem Ignorieren oder auch Tolerieren. Ja es sind Fehler auf verschiedenen Ebenen passiert. In dem Streben, stetig besser zu werden, um die Einsatzbereitschaft zu steigern, wurde über das Soldatische zu wenig das Persönliche einzelner auffälliger Kameraden beachtet.

All die medienwirksamen, negativen Einzelfälle der Verbandsgeschichte ließen mich persönlich allerdings bisher nie zaudern oder an der Fortentwicklung des KSK zweifeln, da ich davon ausging, dass entsprechende disziplinarische Maßnahmen gemäß der Wehrdisziplinarordnung verhängt wurden. Seien Sie sich aber sicher, dass jeder einzelne negative Vorfall im Kreis der Kommandosoldaten kritisch kommentiert, missbilligt und als rufschädigend gewertet wurde. Obwohl im Verband erwartet, ließen es die vormaligen disziplinaren Regularien nur selten zu, die wenigen verhaltensauffälligen oder teamunfähigen Verbandsangehörigen gegen ihren Willen aus dem Verband zu entfernen. Das hier selbst Kommandeure weitestgehend machtlos waren, wurde stets kopfschüttelnd hingenommen.

Akteure wie beispielsweise Andre S. wurden neben der allgemeinen Missbilligung zunächst belächelt. Man versetzte sie im Verband kreuz und quer und war sich aber aus meiner und vieler anderer Sicht nicht bewusst, welches Potential hinter seinenSpinneeien and. Einige wenige ließen sich im guten Glauben vorübergehend darauf ein, meines Erachtens nach vor allem deshalb, weil der Verein UNITER zunächst als eine Art Förderverein für Beamte und Soldaten fungierte. Als ihnen bewusst wurde, dass es bei UNITER nicht nur um speziell auf Soldaten und Beamte zugeschnittene Lebensversicherungen ging, verließen sie den Verein. Und als dann aufgrund seines Handelns im Namen von UNITER und seiner Querverbindung zu Franco A. unserem Verband seitens der Medien ein rechtes Netzwerk angedichtet wurde, erkannte man die Gefahr für unsere Reputation und entfernte ihn endlich. Der Schaden für das Ansehen des KSK war da bereits greifbar.

Im Falle des Daniel K. lagen die Dinge etwas anders; seine privaten Einlassungen über bekannte soziale Netzwerke wurden in vielen Diskussionen durchaus kritisch gesehen – ja es erfolgte sogar eine disziplinare Würdigung – dennoch ergab sein sonst korrektes dienstliches Verhalten offenbar keinen Grund für weitergehende Beanstandungen seitens der Führung. Erst als sich die Mabe f da Sag- und Likebae in denNetzwerken seitens der politischen Vorgaben und auch die Toleranzen der militärischen Führung änderten, folgten die Ihnen bekannten Schritte.

Zum Verständnis: Meine Ebene setzt keine Kommandeure, Leiter oder Kompaniechefs ein! Daher wird die Schelte für den gesamten Verband dahingehend als falsch adressiert betrachtet. Wir setzen auch keine Maßstäbe sondern zurecht die Politik. Es muss hier aber auch allen die Möglichkeit gegeben werden, sich den veränderten Maßstäben anzupassen. Fairerweise muss daher gesagt werden, dass sich die bereits angesprochenen geänderten politischen Vorgaben auch auf die vormalige Auswahl von Vorgesetzten durch die personalführenden Dienststellen der Bundeswehr bezog.

Ein Beispiel zur Verdeutlichung: Ich selbst bin in einer Bundeswehr aufgewachsen, in welcher bei jedem Quartalsappell durch die damaligen Vorgesetzten noch mit markigen Reden vor der Bedrohung durch die sowjetischen Streitkräfte gewarnt wurde. Das durchdie Bndeeh pbliiee Bch Kiegnah abilden mit Kriegsgeschichtlichen Beispielen war Pflichtlektüre für die Ausbilder. Nach heutigen Maßstäben wären die damaligen Vorgesetzten und derlei Bücher zumindest als problematisch einzustufen.

Zurück zu den Vorfällen: Weitere einzelne Angehörige fielen im Rahmen der Nutzung von sozialen Netzwerken aufgrund ihrer unzureichenden Medienkompetenz auf; der Lernprozess hierzu ist allerdings nicht nur im militärischen Bereich, sondern vor allem gesellschaftlich ein fortwährender Prozess. Auch dies wurde seitens aufmerksamer Kameraden oft erkannt und gemeldet, nur die Konsequenzen waren auch hier aufgrund der oben erwähnten beschränkten disziplinaren Eingriffsmöglichkeiten gefühlt zu lax.

Neben jener dem Ansehen der Bundeswehr schwer schadenden Party im Jahr 2017 die aus Sicht aller mir bekannten Soldaten so nie hätte stattfinden dürfen war dann der bekannte Munitionsfund bei einem langjährigen, anerkannten und bis dato unbescholtenen Kommandofeldwebel allerdings der Höhepunkt, der uns alle geschockt hat. Ein Schock, da mir/ uns in diesem Moment bewusst wurde, dass jemand in unseren Reihen das Vertrauen der Kameraden, das Vertrauen der Führung auf kriminelle Weise ausgenutzt hatte und dies der Reputation des Verbandes auf das Schwerste schaden musste. Hierbei ist es aus querschnittlicher Sicht unwahr, dass esihm afgnd eine dem Veband angedicheen laen Umgange mi Mniion mglichwar, die Mengen zu unterschlagen, nein, dies wäre meiner Meinung nach so bei jedem Gefechtsschießen in vielen Kampfeinheiten möglich.

Entscheidend für einen derartigen Diebstahl ist der Wille zur Straftat in Verbindung mit in der Funktion als Leitender gebündelten Verantwortung in Planung, Durchführung und Bewirtschaftung der Munitions- und Sprengmittel einer Schieß- oder Sprengausbildung. Der entsprechende Dienstgrad, das Vertrauen der Vorgesetzten und Kameraden, gepaart mit krimineller Energie, kann es hier theoretisch Bundeswehrweit jedem Leitenden ermöglichen, Munition oder Sprengmittel abzuzweigen.

Dennoch: Ich empfand es als Schande und alle Kommandosoldaten, mit denen ich mich unterhielt, ebenso. Wir wussten, dass dies mit der aktuellen gesellschaftspolitischen Sensitivität nach den Vorfällen von Kassel, Halle und Hanau Konsequenzen auf der politisch-militärischen Ebene nach sich ziehen würde, hofften aber trotz der zügig einsetzenden allgemeinen medialen Verurteilungen auf Rückhalt für die weiterhin treu dienenden 99,xx % (!) Frauen und Männer des Verbandes.

Zur Verdeutlichung: Es ist allen bewusst, dass es in diesem Fall um die Aufklärung einer kriminellen Straftat geht, aus welcher weitere Straftaten hätten erwachsen können und ein jeder ist bereit, zur Aufklärung beizutragen. Dennoch muss aus meiner Sicht klar getrennt werden, in die Aufklärung zu einer dem Ansehen der Bundeswehr schwer schadenden Verhalten auf einer Party, und den Ermittlungen zu einer möglichen Mittäterschaft bei einer Straftat. Grundsätzlich wird in beiden Fällen ein faires, verhältnismäßiges Vorgehen erwartet.

Lassen sie mich Ihnen aus vielen Gesprächen einen kurzen Eindruck über die momentane Phase der inneren Reinigung geben: Der Verband wird seit längerem seitens des MAD als Arbeitsschwerpunkt betrachtet. Es wird über installierte V-Männer gemunkelt, alle Soldaten sind aufgefordert, Verstöße gegen den §86a StGB oder Bestrebungen gegen die FDGO zu melden. Es kursieren unterschiedliche Zahlen vonVedachfllen, einige enige Kameaden eden befag oder vernommen – so klar ist das nicht immer – sind je nach Einstufung durch die Befragenden auf einmal nicht mehr da und dürfen ihren Dienst nicht mehr ausüben. Grundsätzlich ist diese Art des Vorgehens verständlich, um den Verdacht etwaiger rechter Umtriebe und Untergrundnetzwerke auszuräumen – Netzwerke, welche allerdings nach meiner Auffassung und aller mir bekannten Verbandsangehörigen nicht existieren.

Auch, dass darüber im Zuge laufender Ermittlungen keine Informationen seitens der Führung weitergegeben werden können, ist verständlich. Man betrachtete dies anfangs als eine vorübergehende, notwendige Phase. Diese dauert jedoch seit nunmehr über 2 Jahren an. Auch wenn querschnittlich akzeptiert wird, dass die ermittelnden Dienststellen ihre Arbeit machen was ja in dem einen prominenten, kriminellen Fall auch zum Erfolg geführt hat – können Sie sich trotzdem vorstellen, was diese Daebeobachng durch das Brennglas mit dem inneren Gefüge macht. Ein Gefüge, welches auf gegenseitigem Vertrauen basiert. Dass dies durch einen bisher bestätigten, kriminellen Kameraden ausgenutzt wurde, ist bedrückend, sollte dennoch nicht dazu führen, den Rest der notwendigen Gemeinschaft zu demontieren.

Beispiele: Mittlerweile führen Meldungen aus zum Teil persönlichen Motiven (Differenzen) dazu, dass ein langjähriger, verdienter und bisher unbescholtener Soldat mit demokratisch-liberaler Gesinnung aufgrund von zwei flapsigen, unbedachten Äußerungen in der Vergangenheit aus dem täglichen Dienstbetrieb entfernt wird. Anderegeaen in Viie, eil sie das Geburtsdatum ihres Kindes, den 18.08., als Türöffnungscode im Einsatzland verwenden oder ein historisches Motorradgespann fahren. Soldaten melden Gerüchte oder Gehörtes über angebliche Verfehlungen anderer oder es wird mit erfundenen Aussagen Druck in Befragungen ausgeübt.

Verstehen Sie mich nicht falsch, es liegt mir fern, rechtswidriges Verhalten einiger weniger zu verteidigen oder zu tolerieren, aber es ist hier auch grad im Sinne der Akzeptanz der Aufklärung, ein verhältnismäßiges Vorgehen notwendig.

Fazit:

Unabhängig davon, dass Extremisten jeder Couleur ermittelt und aus dem Dienst entfernt werden müssen, sollte die Loyalität der Angehörigen des Verbandes zu unserem Land, zu unseren demokratischen Werten und zu unserer Verfassung – bis zum Beweis des Gegenteils – grundsätzlich vorausgesetzt werden.

Rechte Netzwerke oder rechtsextreme Umtriebe existieren aus meiner und querschnittlicher Sicht im Verband nicht. Die über die Jahrzehnte verteilten Einzelfälle und der eine jetzt im Zuge von intensiven Ermittlungen festgestellte wirklich kriminelle Fall, sowie weitere kritisch zu sehende, aber noch nicht ausermittelte Verdachtsfälle rechtfertigen keinesfalls den durch die Medien transportierten Generalverdacht. Wir sind keine Gegner unserer Demokratie wir schützen sie!

Desweiteren: Aufklärung ja, absolut. Aber bitte Augenmaß und gegenseitiger Respekt.

Erkannte kriminelle oder rechtsextremistische Soldaten gnadenlos entfernen aber keine Kultur des Misstrauens etablieren.

Thema 4: Ausbildung – Prägung

Der auf den Vorfall Phillip S. folgenden berechtigten, aber auch zum Teil als panisch empfundenen negativen medialen Berichterstattung, verlieh der aus meiner Sicht tendenziös-diffamierende Brief des Hauptmann J. noch einmal kräftigen Schwung, so dass der mediale Druck auf die militärpolitische Ebene wuchs.

Wir als Kommandosoldaten empfinden dieses Schreiben durchweg als einen diffamierenden Affront gegen unseren gesamten Verband, mit all seinen Soldatinnen und Soldaten, sowie den zivilen Angehörigen. Insbesondere die pauschal behauptete Rechtslastigkeit und Demokratiefeindlichkeit in Verbindung mit Aufmerksamkeit erzeugenden Schlagworten wie Waffen SS, Kadavergehorsam, eine Kultur des kollektiven Wegschauens, einemsogenannten Toic Leadership trifft in keinster Weise zu.

Lassen Sie es mich in diesem Zusammenhang noch einmal betonen, was ich bereits eingangs formulierte: Wir sind Staatsbürger in Uniform, mehr noch, wirsind neben vielen anderen uniformierten Dienern die aktive Schutpanerungder Pfeiler unserer Demokratie. Daher verwehren wir uns gegen derartige Verunglimpfungen!

Im folgenden möchte ich auf einen Teil der haltlosen Vorwürfe des Briefes eingehen.Dieser den ganzen Verband und seine Soldaten verunglimpfende Brief hat uns nach dem bedrückenden Vorfall Phillip S. zusätzlich schwer getroffen, da er den hier loyal dienenden Menschen in keinster Weise gerecht wird. Auch wenn der Briefeschreiber vorgibt, nur für seine etwa 16-monatige Zeit im Bereich Ausbildung zu sprechen, klagt er in seinen Aussagen pauschal das ganze KSK in einer beispiellosenA nd Weie an, elche nalich al Simme on innen den akellen Vofenmedial begrüßt wird. Nach meiner Beobachtung ist man hier durchweg enttäuscht, welche Plattform diesem Schreiben ohne vorherige Prüfung der Vorwürfe gegeben wurde. Es entsteht der Eindruck, dass dieses Schreiben, mit den bekannten Schlagworten angereichert, flankierend zu der aktuellen schwierigen Lage des Verbandes präsentiert wurde, um Gehör zu finden. Das seine Motivation hauptsächlich aus seinem eigenen, unreflektierten Scheitern als Kommandoanwärter und Offizier zu kommen scheint, sehen offenbar nur wenige.

Trotz seiner während des Eignungsfeststellungsverfahrens durch alle ihn begleitenden Dienstgrade und Psychologen beurteilten charakterlichen Nichteignung wurde ihm seitens der Führung KSK zunächst die Chance gegeben, seine Persönlichkeit und seine Eignung im Reifeprozess der Ausbildung zum Kommandosoldaten zu entwickeln. Neben charakterlichen Auffälligkeiten in der Ausbildung führten insbesondere sein als problematisch bewertetes Verhalten zu einer Soldatin und dem Umgang damit aber letztlich zu der Ablöseentscheidung seitens der unmittelbaren Vorgesetzten. Das dabei aufgrund des Personalwechsels in der Leitung der Bereichs Ausbildung Fehler im Prozess der Ablösung passierten, schmälert keinesfalls den Grund.

Diese Chance zur Persönlichkeitsentwicklung übrigens wurde in der Vergangenheit fairerweise mehreren Anwärtern gegeben – man muss aber ehrlicherweise zugeben, dass die abschließende, kritische Beurteilung im Eignungsfeststellungsverfahren in der Regel zutrifft und diese Kameraden zu einem Großteil in den darauffolgenden Jahren charakterlich auffielen. Dies bedeutet im Umkehrschluss aber auch, dass das EFV grundsätzlich funktioniert. Der Kopf und die politische Einstellung können natürlich nicht durchleuchtet werden, dennoch ist bei allen Bewerbern grundsätzlich von einem loyalen Staatsbürger in Uniform auszugehen.

Zur Basisausbildung: Die auf das Eignungsfeststellungsverfahren folgende zweijährige, stetig aktualisierte Basisausbildung, muss von allen Kommandoanwärtern durchlaufen werden und ist als nochmaliger Auswahlprozess zu sehen, da ein Anwärter gemäß der Eignungsfeststellung durchaus körperlich leistungsfähig, robust und psychologisch- geistig geeignet sein kann, aber beispielweise im Rahmen der Ausbildung festgestellt wird, dass er nicht über die nötigen koordinativen/ motorischen Fähigkeiten, Stressresistenz oder Teamfähigkeit verfügt. Darüber werden zu Beginn der Basisausbildung alle Kommandoanwärter belehrt und ist somit ständiger, sicherlich auch einen gewissen Leistungsdruck erzeugender, Begleiter.

Die Kommandosoldaten durchlaufen insgesamt ein aufeinander aufbauendes, mit nationalen und internationalen Spezialkräften vergleichbares, modulartiges Ausbildungssystem, in verschiedenen Fachgruppen, welches alle Grundfertigkeiten und -fähigkeiten zum Dienst in einer der Einsatzkompanien vermittelt. Jedes Ausbildungsmodul ist hierbei zwingend zu durchlaufen und auch mit Leistungsüberprüfungen versehen. Ein Anteil der Bewertung in den Ausbildungsmodulen ist unter anderem auch die charakterliche Eignung, welche zum Beispiel Fähigkeiten wie Stressresistenz, Kritikfähigkeit, Ehrlichkeit, Frustrationstoleranz etc. umfassen. Ein Rausprfen nachNasenfaktor findet jedoch nicht statt – im Gegenteil – die Ausbilder kämpfen aufgrund der Personalnot um jeden.

Dennoch setzen Zeit, Mittel und auch der Umfang der Ausbildungsmängel des Einzelnen dem Abstellen enge Grenzen. Insbesondere Sicherheitsmängel im Umgang mit Waffen und Munition sind, beispielsweise im Bereich der Kernthemen Schießausbildung und Raumkampf, sehr engen Toleranzen ausgesetzt und führen nach genau festgelegten Verfahren ggf. zur Ablösung, da sie sonst im weiteren Verlauf der hochspezialisierten Ausbildung und im Einsatz zur Gefahr für Leib und Leben anderer Kameraden oder Zivilisten werden könnten. In der Regel wird dem Anwärter dann zunächst die Möglichkeit gegeben, den Ausbildungsabschnitt zu wiederholen.

Bei wiederholtem Nichtbestehen oder eben auch bei späterer Feststellung charakterlicher Nichteignung wird über die Ablösung aus der Basisausbildung entschieden. Generell findet jedoch keine Ablösung ohne vorherige Beratungen und Anhörungen aller beteiligten Ausbilder und des Auszubildenden statt. Alle Bewertungsbögen der unterschiedlichen Fachgruppen werden zur Entscheidungsfindung herangezogen. Es wurde in der Vergangenheit aber auch oft für den Verbleib und ein nochmaliges Wiederholen der problematischen Ausbildungsabschnitte entschieden.

Der Ausbildungsprozess ist selbstverständlich eine Phase der Unterordnung und des Befolgens von Befehlen unabhängig von Dienstgrad und Vorverwendung des Auszubildenden. Auch wenn es in den vier für die Ausbildung verantwortlichen Fachgruppen im Bereich Ausbildung sicher individuelle Führungsstile gibt eine Prägung in Richtung Kadavergehorsam oder eine gar der FDGO zuwiderlaufende Sozialisation konnte ich nie feststellen und gehört keinesfalls auch nur untergründig zur Führungs- u. Ausbildungskultur. Selbst unter dem heute kritisch gesehenen, ehemaligen Kommandeur General G. oder dem Leiter Oberstleutnant K. fand keine derartige Prägung oder Einflussnahme auf die Ausbildung statt.

Im Gegenteil, Kern der Prägung war immer der Einsatz für die freiheitlich demokratische Grundordnung. Alle Auszubildenden hatten und haben zudem stets die Gelegenheit, bei Problemen das persönliche Wort mit den Ausbildungsfeldwebeln oder den Ausbildungsoffizieren zu suchen. Das in der Ausbildung auch Kritik am Auszubildenden geübt wird, ist Bestandteil einer jeden Ausbildungsphase, zivil wie militärisch. Dennoch geschieht dies grundsätzlich auch in die Gegenrichtung als Feedback oder in Form eines Erfahrungsberichtes am Ende eines jeden Ausbildungsabschnittes. Respekt in beide Richtungen wird hier gelebt! Ausbilder wie auch Auszubildende, welche diesen Grundsatz missachteten, wurden meines

Fazit:

Die Erziehung, Ausbildung und Prägung im KSK findet ausschließlich nach den Werten der freiheitlich demokratischen Grundordnung statt. Der Bereich Ausbildung stellt hierbei die Grundbefähigung des Kommandoanwärters in allen Einsatzarten und Einsatzformen sicher, während die tiefergehende Ausbildung, Spezialisierung, Festigung und Integration in den Einsatzkompanien stattfinden. Durch den ständigen Kontakt mit den Kommandokräften und der regelmäßigen Fluktuation von Ausbildern ist eine stetige Anpassung der Ausbildung an die Einsatzerfordernisse gewährleistet. Die im Ausbildungsbetrieb notwendige Distanz, aber auch das vertrauensvolle Miteinander in der Ausbildung im Geiste von Erwachsenenbildung, sind aus meiner Sicht absolut ausbalanciert und entsprechen einer modernen Menschenführung. Die seltene Ablösung von Auszubildenden aus der Basisausbildung ist ein festgelegter Entscheidungsprozess nach ausführlicher Beratung und Anhörung aller beteiligten Akteure. Lange Stehzeiten des Personals sind die Grundvoraussetzung für professionell ausgebildete, einsatzbereite Spezialkräfte.

Thema 5: Transparenz

Seit der Gründung des KSK wird dem Verband Geheimniskrämerei, Intransparenz und mangelhafte Öffentlichkeitsarbeit vorgeworfen. Dies führte zu einer behauptetenngen Mifiieng nd spitzt sich im Zuge der aktuellen Vorwürfe zu.

Wahr ist: Aus meinem Rückblick war die ffnng nach aen immer Gegenstand unzähliger Initiativen zur Verbesserung der Öffentlichkeitsarbeit. Die Einstufung von Einsätzen, Freigabe von öffentlichkeitswirksamen Maßnahmen und Medienpräsenzen wird aber aus meiner Betrachtung heraus nicht durch das KSK vorgenommen. Nahezu jeder Kommandeur schrieb sich ein transparenteres Auftreten des Verbandes auf die Agenda. Unzählige Vorführungen, Besuche von Personen des öffentlichen Lebens, Familientage, Auftritte zum Tag der Bundeswehr und ähnliche öffentlichkeitswirksame Maßnahmen sprechen aus meiner Sicht eine andere Sprache. Reportagen unterschiedlichster Medienanstalten, YouTube-Serien, Bücher und ausführliche Fotostrecken sind im Netz abrufbar, genauso Art und Zusammensetzung der Bewaffnung, Ausrüstung und Gliederung bis auf wirklich wenige Neuheiten. Selbst als geheim eingestufte Einsätze der Vergangenheit wurden in den letzten Jahren für die Öffentlichkeit aufbereitet.

Zum Vergleich: Im Internet werden Sie vermutlich keine vergleichbare Spezialeinheit des Bundes oder Spezialkräfte anderer NATO-Staaten mit mehr Medienpräsenz finden.

Fazit:

Spezialkräfte brauchen einen gewissen Geheimschutz für Personal, Einsatzverfahren und Einsatzgerät zur Wahrung der operativen Überraschung im Einsatz. Dieser wird im digitalen Zeitalter mit seinen komplexen, medialen Verflechtungen im Cyberraum umso wichtiger. Eine ausgewogene Öffentlichkeitsarbeit und gewisse Transparenz sind zwar unabdingbar, dürfen aber keinesfalls zu Lasten des Geheimschutzes gehen. Es ist aus meiner Sicht hier sehr schwierig, die richtige Balance zu finden, es id dennoch im genden Mae al noendig beee, ach und vor allem zum Zwecke der Personalwerbung. Eine verbesserte, aktive Kommunikationsstrategie wird aus querschnittlicher Sicht vor allem im Zuge der aktuellen medialen Skandalisierung erwartet.

Thema 6: Materialbewirtschaftung

Dem KSK wird aktuell ein laxer, nicht den Vorschriften entsprechender, Umgang mit Material und Munition vorgeworfen. Ich möchte hier insbesondere auf den Punkt Munition eingehen, da dies aus meiner Sicht zu einer falschen und kriminalisierenden Bewertung führt.

Dass unsere Kommandosoldaten ein weitaus höheres Übungs- und Ausbildungspensum absolvieren als Bundeswehrweit üblich, ist bekannt. Um deneinelnen Kommandooldaen Gefech- und Schussfe machen, eden nahezu alle Gefechtsausbildungen im scharfen Schuss absolviert. Bei Tag, Nacht, unter widrigsten Umwelt- und Wetterbedingungen, in verschiedenen Klimazonen. Um Ihnen einen Eindruck zu geben: Während eines einwöchigen, intensiven Ausbildungs- u. Übungsvorhabens für ca. 16 Kommandosoldaten werden hierbei in der Spitze zum Teil bis zu 100.000 Schuss Munition verschiedenster Kaliber verübt. Für unsere Kommandokräfte ist der routinierte Umgang mit Waffen und Munition also tägliches Geschäft. Das hierbei für nicht in der Materie steckende Außenstehende der Eindruck des leichtfertigen Umgangs mit Waffen und Munition entstehen kann, ist nachvollziehbar, aber unbegründet. Ausbildungs- und Handhabungsmängel beim Umgang mit Munition in Übung, Ausbildung und Einsatz werden im Zuge der gegenseitigen Kontrolle grundsätzlich nicht hingenommen. Unsere Kommandosoldaten können sehr wohl auch zwischen Übungs-, Einsatz- und dem Grundbetrieb unterscheiden. Das bei der Masse der Vorhaben dennoch auch hier Fehler in der bspw. als vereinfachungswürdig empfundenen Buch- und Nachweisführung passieren, ist ein reiner Ausbildungsmangel und aus meiner Sicht nur zu menschlich.Es wird aber stetig daran gearbeitet, besser zu werden. Zur Vermeidung von weiteren Fehlern wird hier empfohlen, analog zu anderen Nationen ein einfacheres, unkomplizierteres, modernes, digitales System zur Nachweisführung zu etablieren.

Eine andere Seite ist die Materialbewirtschaftung im täglichen Dienstbetrieb: Ich möchte Ihnen anhand eines überspitzten aber möglichen Beispiels schildern, welchen parallelen Herausforderungen unsere hart arbeitenden Unterstützungskräfte ständig entgegensehen: Kompanie A führt eine mehrtägige Übung zum Thema Hostage Release durch, dies luftgestützt mit Hubschraubern über 2 unterschiedliche Truppenübungsplätze mit Einsatz von scharfer Munition und Sprengmitteln. Zeitgleich führt Kompanie B den Ausbildungsabschnitt vertikale Verbringung im Ausland durch. Kompanie C bereitet sich im Schießausbildungszentrum am Standort mit vertiefender Schießausbildung zur Übernahme des Einsatzauftrages HRO vor, während sich Kompanie D mit einem Teil im Einsatz in Afghanistan und einem anderen Teil in einer Ertüchtigungsmaßnahme auf dem afrikanischen Kontinent befindet.

Kleinstelemente, unterstützt durch logistische Kleinstteams sind parallel dazu noch in aktuellen Einsatzlagen mit Erkundungs- und Verbindungsaufträgen auf anderen Kontinenten disloziert. Dazu kommen noch vier Ausbildungszüge im Bereich Ausbildung, welche überlappend ebenfalls starke Ausbildungsanteile im scharfen Schuss auf Truppenübungsplätzen oder beispielsweise in der Winterkampfausbildung in Kanada durchführen. Munitions- und Materialpakete müssen also auf verschiedenen Kontinenten vorgehalten werden. Um hier nur mal die Munitionsversorgung zu betrachten – dafür hinterlegt ist eine einzige Munitionsgruppe mit drei Munitionstrupps, welche dann, durch die Einsatzzentrale Logistik koordiniert, alle Vorhaben zu betreuen hat.

Ohne Sie jetzt mit weiteren einzelnen strukturellen Gegebenheiten zu konfrontieren, können Sie sicherlich ermessen, welch umfassender Disponierungsaufwand von Personal und Material zur Sicherstellung der logistischen Versorgung für die Einheiten und Teileinheiten durch unsere Unterstützungskräfte notwendig ist. Aus meiner Sicht gibt es dazu Bundeswehrweit keinen Vergleich.

Um den Einwand mangelnder Planung vorwegzunehmen: Alle Vorhaben und Einsatzverpflichtungen werden im Vorjahr anhand der Mangelressource logistische Unterstützung durch die Führung KSK priorisiert und in mehreren Jahresvorhabenkonferenzen koordiniert. Dennoch sind sehr kurzfristige Einsatzverpflichtungen insbesondere der letzten Jahre – schlecht vorhersehbar. Das hier eine Strukturanpassung nötig und überfällig ist, war allen bereits bewusst und auch Gegenstand verschiedener, struktureller Zukunftsbetrachtungen. Und, dass Mängel in der Materialbewirtschaftung auftraten, war auch bekannt und wurde stets thematisiert. Ich formuliere es so: Aus meiner Sicht geriet zur stetigen Steigerung und dem Erhalt der persönlichen und funktionellen Einsatzbereitschaft durch Übung und Ausbildung die Materialbewirtschaftung ein Stück weit in den Hintergrund. Das wurde aus meiner Sicht zur Erfüllung des Auftrages in Kauf genommen.

Wo es selbstverständlich nicht hingenommen werden kann, ist bei der Munitionsbewirtschaftung. Jeder fehlende Schuss und jedes fehlende Gramm Sprengstoff sind zuviel. Kriminelle Unterschlagungen wie im Falle Phillip S. sind rückstandslos aufzuklären – dazu ist bereits alles gesagt. Dennoch: Ohne hier die genauen Hintergründe und Mängel zu kennen, ist es allerdings auch Bundeswehrweit bekannt, dass mit der Umstellung der Logistik auf SAP in den Jahren 2014/15 viele Buchungsfehler auftraten. Die jetzt bekannt gewordenen Fehlbestände der Bundeswehr zeugen davon. Der Verbleib der als Fehlbestand gemeldeten KSK Munition ist mittlerweile zu 60% aufgeklärt und ich bin mir sicher, dass bei der weltweiten Dislozierung auch der Rest zu Tage tritt. Bezüglich des Sprengstoff-Fehlbestandes im KSK, ist seit 2018 bekannt und auch per E-Mail an die übergeordnete Kommandobehörde DSK belegt, dass es sich hier um Zähl- und Buchungsfehler handelt. Warum dies trotzdem unwidersprochen zur Unterfütterung der allgemeinen Vorwürfe gegen unseren Verband benutzt wird, erschließt sich keinem mir bekannten Angehörigen des Verbandes.

Fazit:

Die Mängel in Material- und Munitionsbewirtschaftung sind erkannt, auch wenn sie meines Erachtens nach größtenteils aus der hohen Einsatz- und Übungsfrequenz herzuleiten sind. Wir müssen hier besser werden, benötigen neben den eigenen Anstrengungen dazu aber auch eine strukturelle Anpassung und Stärkung der Unterstützungskräfte, sowie des logistischen Anteils in den Kommandokräften.Spezialkräfte brauchen aufgrund der Natur ihrer Einsatzaufgaben und ihrer ständigen Einsatzbereitschaft auch eine von der Norm abweichende, auf Spezialkräfte ausgerichtete Versorgungskomponente.

Schlußbetrachtung und Anregungen

Absicht des Schreibens war es, Ihnen abseits der offiziellen Untersuchungen einen weiteren Blickwinkel in den Verband zu verschaffen und im Weiteren hoffentlich zur Vertrauensstärkung beizutragen. Die im Bericht der Arbeitsgruppe KSK empfohlenen Maßnahmen werden aus meiner Sicht von allen auch als Chance betrachtet undnatürlich loyal umgesetzt. Bei allen Entscheidungen, die zukünftig gefällt werden, bitte ich Sie, folgende Kernpunkte in Ihre Entscheidungsfindung mit einfließen zu lassen:

  1. Wir werden aktuell zum Aufstand der Anständigen aufgefordert. Ich bin felsenfest überzeugt: Wir sind die Anständigen! Wir sind nicht der Feind im Innern! Die Loyalität der Angehörigen des KSK zum Grundgesetz, der freiheitlichen-demokratischen Grundordnung und seinen demokratischen Institutionen stand nie außer Frage. Etwaige Extremisten haben bei uns keine Chance!
  2. AlleAngehörigendesKSKhabendurchwegkostbareLebenszeitinunseren Verband investiert. Kommandosoldaten haben mehrfach ihr Leben und ihre Gesundheit für unser Land, unsere Mandatsträger, seine Bürger und für unsere demokratischen Ideale eingesetzt, mit zum Teil erheblichen Auswirkungen auf ihre körperliche Unversehrtheit. Dies tun sie immer noch, und werden es weiter tun, weil es ihre Überzeugung und soldatische Pflicht ist.
  3. Allen Angehörigen ist der Ernst der Lage bewusst und man ist gewillt und grundsätzlich zuversichtlich, diese schwierige Phase, reformiert und mit hoffentlich neuem Vertrauen, gestärkt zu überstehen. Ich bitte Sie aber auch für die Soldatinnen und Soldaten des Verbandes: Aufklärung und Reformierung ja, aber bitte mit Augenmaß. Bitte lassen Sie der Phase der Revision und Reformation baldmöglichst die Phase der Stabilisierung folgen, damit wir uns wieder mit voller Kraft unserem soldatischen Auftrag und dem Erhalt und der Steigerung der Einsatzbereitschaft widmen können.
  4. Einsatznahe Ausbildung und Einsatzbereitschaft von Spezialkräften bedingen einander. Bei allem festgestellten Reformbedarf beachten Sie bitte die stetigen Wechselwirkungen zwischen den Einsatzkräften und dem Bereich Ausbildung, die zur Ausbildung zwingend nötigen kurzen Wege und den direkten Austausch. Spezialkräfte werden durch Spezialkräfte ausgebildet. Bitte überdenken Sie daher nochmals Ihre Entscheidung zur Herauslösung der Ausbildung aus dem KSK. Die Belassung des Bereichs Ausbildung unter dem Kommando des Generals der Spezialkräfte wäre zu begrüssen, zumindest unter dessen fachlicher Hoheit; gegebenenfalls flankiert durch beispielsweise verstärkte Eingriffsrechte seitens des Kommando Ausbildung.

5. DieWirksamkeitundEffektivitätvonSpezialkräftenfußtunteranderem-aber auch im Besonderen auf der gewollten Kreativität und Innovationsfähigkeitjedes einzelnen Soldaten jedoch immer Auftragsorientiert. Dies beachtet und richtig umgesetzt, macht Spezialkräfte zum Motor und Zugpferd der Weiterentwicklung von Material und Verfahren der gesamten Streitkräfte. Dies lässt sich wunderbar anhand der Weiterentwicklung der Bundeswehr der letzten zwei Dekaden in einigen Bereichen ablesen Stichworte hierzu: Initiierung und Einführung LUH SOF, Fortentwicklung des persönlichen Bekleidungs- und Ausrüstungskonzeptes Infanterie, Entwicklung und Implementierung neuer Luftlandeverfahren, einsatznaher Schießausbildung, etc. Zwängt man Spezialkräfte in ein zu enges Korsett, geht diese innovative Funktionalität und der Mehrwert für die Streitkräfte verloren.

  1. Lassen Sie bitte erfahrene Offiziere und Unteroffiziere des KSK in den Reformprozess mit einbinden. Eine wirkliche Neuausrichtung, welche sicher auch dem Anspruch Deutschlands auf umfassendere internationale Verantwortungsübernahme gerecht würde, wäre die schon öfters thematisierteZusammenführung der Spezialkräfte der Bundeswehr unter ein Teilstreitkräfteübergreifendes Spezialkräftekommando (vergleichbarSOCOM US). Dies hätte neben unzähligen Synergieeffekten auch eine Steigerung der Effizienz, Wirksamkeit aber auch des politischen Zugriffs auf alle Spezialkräfte der Bundeswehr zur Folge.
  2. Treten Sie bitte allen Pauschalisierungen, Falschbehauptungen, unbestätigten Vorwürfen und Unwahrheiten bezüglich unseres Verbandes entgegen, lassen sie Unwahres öffentlichkeitswirksam richtigstellen. Rufschädigende, unwahre Berichte über das KSK schaden auch dem Ansehen der Bundeswehr. Die Frauen und Männer werden es Ihnen danken!
  3. Schlussendlich: Sollten Sie Zweifel an uns, unserer Haltung, unserer Loyalität haben, reden Sie mit uns. Zur Erlangung eines objektiven Eindrucks lassen Sie sich gern auch von anderen nationalen Einheiten und Dienststellen über deren Zusammenarbeit mit uns berichten. Nehmen Sie sich die Zeit, unverhofft und unangekündigt das Gespräch bei uns zu suchen, gerne querschnittlich, ohne personelle Vorauswahl. Sie werden feststellen, wie offen, normal, loyal, demokratisch, aber auch wie selbstreflektierend und kritisch die Angehörigen des Verbandes sind: Loyale Staatsbürger in Uniform.

Hochachtungsvoll
Ein Staatsbürger in Uniform