KSK: Einblick in deutsche Spezialkräfte

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Abseilen aus dem Helikopter H145M.

Pfullendorf: Spezialkräfte stürmen ein Terrornest (Geiselbefreiung).

Spezialkräfte sind der Publizität zu Recht abhold. Nur sporadisch und selektiv gewähren sie Einblick in Strukturen, Abläufe, Doktrinen. Gesichter bleiben in aller Regel verborgen. 

  • Einen Sonderfall bilden aus zeitgeschichtlichen Gründen die deutschen Spezialkräfte (KSK). Ihre Kampfkraft ist unbestritten. Aber immer wieder geraten sie – überproportional zu den Promillen, die Extremisten in ihren Reihen ausmachen, wegen nationalistischen, neuerdings auch jihadistischen Umtrieben in die Schlagzeilen.
  • Vor allem auf rechtsnationales Gedankengut ist und bleibt Deutschland seit 1945 hoch sensibel. Auch in den Medien schlagen die Seismographen sofort aus, wenn wieder ein Neo-Nazi entdeckt wird; von der Berliner Politik ganz zu schweigen. Wobei es das Recht und Pflicht der deutschen Politik ist, solche Auswüchse schon im Ansatz radikal zu ersticken, wie das die Ministerin AKK und der Befehlshaber des KSK tun.
  • Einen Einblick gab das KSK in Pfullendorf 18 Kilometer nördlich vom Bodensee im Linzgau.

Pfullendorf nördlich des Bodensees.

Im Commando-Kampf verfügt das Bundeswehr-Kommando “Schnelle Kräfte” vorrangig über das KSK und die Fallschirmjäger mit “Erweiterter Grundbefähigung” (EGB). EGB-Fallschirmeinheiten kämpfen zusammen mit KSK-Truppen. Das HQ der KSK befindet sich ebenfalls in Baden-Württemberg, in Calw. Der KSK-Bestand beträgt 1’400 Mann. Das KSK gliedert sich in:

  • das HQ,
  • die  Einsatzkräfte,
  • die Unterstützungskräfte,
  • den Bereich Weiterentwicklung.

Gliederung der Einsatzkräfte

Die Einsatzkräfte wiederum sind gegliedert in:

  • vier Commando-Kompanie,
  • eine Spezial-Commando-Kompanie,  
  • die Aufklärungskompanie,
  • das Ausbildungs- und Versuchszentrum.

Einsatz einer Sprengladung.

Fallschirmjäger verhindern Terroristenflucht.

Aufträge des KSK

  • Geiselbefreiungen und Evakuationen,
  • Nachrichtenbeschaffung auf strategischer Ebene in Kriegs-, Krisen- und Konfliktzonen,
  • Direct Action gegen Terroristen und irregulären Gegner,
  • Kampfoperationen gegen konventionellen und asymmetrischen Gegner unter Ausschaltung von Zielen von hohem strategischem oder operativem Wert. 

Ausbildungszentrum Spezielle Operationen

Das Ausbildungszentrum Spezielle Operationen in Pfullendorf bildet in der Bundeswehr die Trianingseinrichtung für Spezialkräfte und Verbände, die zu Commando-Aktionen fähig sind. Die Operators der KSK und die Fallschirmjäger EGB erhalten hier ihre Ausbildung. Angeboten werden auch die SERE-Kurse der Bundeswehr (SERE = Survival – Evasion – Resistance – Extraction).

Mit Halligan-Spezialwerkzeug.

Scharfschütze mit dem neuen Präzisionsgewehr G27P 7.62mm.

In Pfullendorf zeigen KSK-Truppen den Anti-Terror-Kampf und die Geiselbefreiung.

  • Operators auf Motorrädern und ATV-Geländefahrzeugen errichten Blockaden.
  • Operators seilen aus dem Helikopter H145M LUH SOF (Light Utility Helicopter Special Operations Forces) des Hubschraubergeschwader 64 der deutschen Luftwaffe ab.
  • Ein fliehender Terrorist mit Hilfe von Hunden überwältigt.
  • Operators brechen mit Sprengstoff Tür auf.
  • Scharfschützen eliminieren die Wache zu Terroristencamp. 

Neues Material

  • Neue Kampfuniform mit der Multitarn-Muster-Tarnung, die für die Bundeswehr vom Wehrwissenschaftlichen Institut für Werk- und Betriebsstoffe (WIWeB) entwickelt worden war.
  • Das neue 5.56x45mm Sturmgewehr Spezialkräfte G95, eine Variante des HK416 A7 von Heckler & Koch.

Das neue 5.56x45mm Sturmgewehr Spezialkräfte G95, eine Variante des HK416 A7.