Kritisches zur EU und den USA

Standard

 

Maria Schneider, die Verfasserin des folgenden Textes, wird so vorgestellt: “Maria Schneider ist freie deutsche Autorin und Essayistin. In ihren Essays beschreibt sie die deutsche Gesellschaft, die sich seit der Grenzöffnung 2015 in atemberaubendem Tempo verändert. Darüber hinaus verfasst sie Reiseberichte und führt neben ihrem Beruf seit November 2020 den Blog Conservo, der 2010 vom Publizisten Peter Helmes gegründet wurde.”

Es folgt, gekürzt, ein Auszug aus einem längeren, pointierten Essay zur Situation in Deutschland mit Gedanken zu den USA, aus der Sicht einer selbstständig erwerbstätigen Deutschen:
“Auf Grund vieler amerikanischer Verwandter war ich stets sehr positiv gegenüber Amerika eingestellt. Dies hat sich in den letzten Jahren geändert, wobei man zwischen dem Amerikanern als Volk und den Politikern unterscheiden sollte. Die Amerikaner als solche scheinen mir aufgeweckter als die Deutschen zu sein.
Die meisten Deutschen wiederum – gerade hochgebildete Akademiker, aber auch fast alle Rentner und Pensionäre, die ich kenne – legen einen unerklärlichen Konformismus an den Tag. Amerika ist nach wie vor gut, Russland ist böse. Das ist infantil. Insbesondere, wenn man Obamas Kriege in Syrien und Lybien betrachtet, die niemanden interessieren. Das ist nicht nur infantil, sondern heuchlerisch.
Als Selbstständige mit hoher Eigenverantwortung bin ich seit 25 Jahren bereits im Krieg. Schuld ist das sogenannte Friedensprojekt – die EU – die am Anfang als Kohle- und Stahlunion und EWG gut gewesen sein mag. Als EU mit östlichen Armenhäusern und Wegfall der Grenzen ist sie nun eine schlechte Kopie der USA, die niemals so klappen wird, weil wir verschiedene Sprachen und Kulturen haben.
Mein Honorar – und dies geht Tausenden Selbstständigen ähnlich – wurde durch den Euro halbiert. Bis heute hat meine Branche sich davon nicht erholt. Hinzu kommen die osteuropäischen Migranten, wodurch mein Honorar nochmals um 25% gedrückt wurde – durch die skurpellose Billigkonkurrenz aus Osteuropa. Dieser Kleinkrieg tobt  seit 25 Jahren. Zudem konnte ich mir keine Wohnung mehr als Altersvorsorge kaufen – auch da bin ich nicht die Einzige, der günstiger Wohnraum von Polen, Rumänen, Tschechen etc. weggekauft wurde. Von den Türken etc. ganz zu schweigen.
Unsere Politiker arbeiten ganz eindeutig seit mindestens 20 Jahren gegen Bauern sowie kleine und mittlere Unternehmen. Für mich ist Deutschland eine Kolonie der USA und wird auch durch die Massenmigration genauso behandelt wie ehedem die Indianer in den USA.
Warum ich als eine der letzten 30% Erwerbstätigen, die die Steuern für Beamte, Renten, Pensionen, Hartz IV und Kindergeld für Fremde erwirtschaftet nun nicht sauer sein soll, erschliesst sich mir nicht. Noch schlimmer ist, dass man mich ausgrenzt, wenn ich sage, dass ich kein Geld mehr an alle Ausbeuter der Welt zahlen will. Und dazu gehören nun mal vornehmlich die USA und inzwischen China, die Aktienanteile in zahlreichen deutschen DAX-Unternehmen halten, und dieses Geld in die USA transferieren.
Die USA-Hörigkeit, die früher geschlossen von den der heutigen Nachkriegsgeneration gezeigt wurde und nun bröckelt, ist m.E. dem wohligen Wirtschaftswunder geschuldet. So manch einer mag auch glauben, dass er seine Rente/Pension im Speckgürtel noch bis zum Tod nutzen und alles aussitzen kann. Diese Option habe ich nicht und genau so wenig die anderen restlichen 30% Arbeiter für USA und sonstige Migranten. Selbstständige wie ich werden von oben und von unten ausgesogen, bis nichts mehr bleibt.
Daher müssen wir nachdenken, Situationen analysieren und Schlüsse ziehen. Der Schluss lautet dann: Ich arbeite für Schmarotzer aus der ganzen Welt, die mich auch noch beleidigen. Die USA will mir teures Gas aufdrängen, wodurch ich weiter verarme. Idioten in der Regierung handeln gegen mich, wodurch ich weiter verarme. Migranten aus der ganzen Welt leben von meinem Geld, wodurch ich weiter verame. Wer veranlasst dies? Entscheider in den USA, nicht in Russland. Von Russland kann ich billiges Gas bekommen.
Die EU ist für mich ein Terrorregime geworden. Wenn es nach mir ginge, gäbe es die totale Abschottung, Abschiebungen in grossem Maße und eine gezielte Renationalisierung und Autarkie. Wir sollten immer erst zuerst an uns denken und sind damit in guter Gesellschaft. Denn der gesamte Rest der Welt tut dies auch.
Ich bin auch keine Putinversteherin. Putin ist mir total egal, wie auch die anderen Machthaber. Am wichtigsten ist für mich, dass ich Geld, Schutz und Sicherheit habe. Diese drei Faktoren sind aber nicht mehr gegeben. Und daran ist nicht Putin schuld, sondern Obama, Merkel, sonstige Finanzspekulanten und widerwärtige Opportunisten und Mitläufer in Deutschland.
Vereinfache ich die Dinge? Ich finde, nein. Es geht doch nur ums Geld und dass man mitverdient. Und solange was abfällt und die Situation unklar, bzw. der Zeitgeist noch für die USA weht, streckt man die Nase in den Wind und schreit: “Böser Putin.” Wenn sich der Wind dreht, wird man schneller als man denkt, “Böser Biden” hören, denn dann kommen halt dann aus Russland die Jobs und Vorteile. Tun mir die Toten in der Ukraine leid? Natürlich! Aber wen interessierne unsere Toten und vergewaltigten Mädchen hier wegen der Migranten? Wo ist Geld für unsere Rentner?
Ist nun doch länger geworden, aber so sieht eben die Realität für Menschen aus, die noch nicht im Rentenalter sind.
Nichts für ungut und einen schönen Abend wünscht
Maria Schneider