Kritische Stimme zum WEF

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Brigadier Horst Mäder spricht vor der OG Salzburg zum Syrienkrieg.

Die Redaktion dankt ihrem Österreich-Korrespondenten für die Zusendung einer kritischen Stimme zum WEF. Wie unser Deutschland-Korrespondent, Brigadegeneral Dieter Farwick, nimmt der Wiener Brigadier Horst Mäder die Veranstaltung von Prof. Klaus Schwab pointiert unter die Lupe.

Der Panzeroffizier Prof. Dr. Horst Mäder zählt zu Österreichs führenden Militärkommentatoren. Er nimmt kein Blatt vor den Mund. Lange erschienen seine Beiträge auch in einer Schweizer Militärzeitschrift. Es folgt Brigadier Mäders WEF-Stellungnahme im Wortlaut:

WEF, Klaus Schwab und der „Grosse Neustart“ 

Haben Sie schon von dem „Great Reset“ (Großer Neustart) oder von Klaus Schwab gehört? Ich habe darüber einige Daten gesammelt und lege sie jetzt vor. 

Klaus Schwab ist promovierter Wirtschaftswissenschaftler und Professor für Ökonomie (Freiburg) sowie der Gründer des Weltwirtschaftsforums (World Economic Forum – WEF). 

Das WEF ist eine Stiftung, die in Cologny im Schweizer Kanton Genf ansässig ist, mit Büros in Genf, New York, San Francisco, Peking, Tokyo, Mumbai. Sie beschäftigt laut Geschäftsbericht ca. 800 Angestellte. Das WEF vereint 1’000 führende Firmen, darunter die etwa 174 riesigen multinationalen Konzerne, die laut einer Schweizer Studie (Forscher der Eidgenössischen Technischen Hochschule ETH in Zürich) die Welt beherrschen.

In der illustren Runde ist quasi jedes Unternehmen vertreten, das Rang und Namen hat: Riesenbanken wie BARCLAY, Bank of America, JP Morgan Chase, Citigroup, Goldman Sachs und Wells Fargo, Investorriesen wie Black Rock und Blackstone Group, die Ölgiganten Exxon Mobil, Royal Dutch/Shell, BP Amoco und Chevron Texaco, Big Farma, Amazon, Microsoft, Volkswagen Group, Walmart usw. 

Bei den zentralen Jahrestreffen (meistens in Davos, Schweiz, heuer jedoch in Singapur) laufen die Hochfinanz, Wirtschaftsexperten, Politiker, Wissenschaftler, gesellschaftliche Organisationen (auch NGO) und Journalisten aus aller Herren Länder auf, um über aktuelle Fragen „zu diskutieren“. Was verwundert ist, dass die NGOs („Nicht-Regierungs-Organisationen“, also private Vereine), die früher immer wild gegen das WEF, auch mit Gewalt demonstriert haben, plötzlich eingebunden sind!

Jetzt sitzen sie lammfromm mit am Tisch und lassen sich willig in die Umsturzpläne der Konzernchefs einbinden. Mehr noch. Sie machen aktiv Propaganda, um von den wahren Vorhaben der Macher des „Great Reset“ abzulenken. Das WEF ist mit zahlreichen internationalen Organisationen vernetzt, und hat sich auf die Fahnen geschrieben, die Weltordnung durch die Veränderung der wirtschaftlichen, sozialen und politischen Rahmenbedingungen von Grund auf zu verbessern. 

Im Juni 2019 schlossen das WEF und die United Nations (UN) einen Partnerschaftsvertrag mit dem Ziel, die Umsetzung der großen „Agenda for Sustainable Development/Agenda 2030“ für Nachhaltige Entwicklung der UN „zu beschleunigen“. 

„Great Reset“ 

Ein Reset ist der Anglizismus für einen Vorgang, durch den ein elektronisches System in einen definierten Anfangszustand gebracht wird (Wikipedia). „Reset“ ist deshalb kein Neustart wie von den Protagonisten übersetzt, sondern heißt „Zurücksetzen“. 

Wikipedia schreibt dazu: „Der ‚Große Reset‘ ist ein Vorschlag des Weltwirtschaftsforums (WEF), die Wirtschaft nach der COVID-19-Pandemie nachhaltig wiederaufzubauen. Er wurde im Mai 2020 vom britischen Prinzen Charles und WEF-Direktor Klaus Schwab enthüllt. Er zielt darauf ab, den Kapitalismus zu verbessern, indem Investitionen stärker auf gegenseitigen Fortschritt ausgerichtet und sich stärker auf Umweltinitiativen konzentriert werden …“

Der WEF-Gründer Klaus Schwab sagte dazu: „Wenn wir ein besseres Ergebnis erreichen wollen, muss die Welt rasch und gemeinsam handeln, um alle Aspekte unserer Gesellschaften und Wirtschaften, vom Bildungswesen bis zum Gesellschaftsvertrag und den Arbeitsbedingungen, umzugestalten.

Jedes Land, von den USA bis China, und jede Branche, von der Erdöl- und Erdgas- bis zur Technologieindustrie, muss sich dem Wandel unterziehen. (Ist das vielleicht der Grund, warum sich „das Corona-Virus“ in allen Ländern der Welt fast gleichzeitig ausgebreitet hat?) Kurz: Wir brauchen … einen großen Neustart des Kapitalismus.“ Meinte er vielleicht die Zurücksetzung des Kapitalismus auf Null? 

Er sagte auch bei einer Rede am „Chicago Global Council on Global Affairs“, dass die vierte industrielle Revolution im Rahmen des „Great Reset“ „zu einer Verschmelzung unserer physischen, digitalen und biologischen Identität führen“ werde. Hat man diese Idee in der Öffentlichkeit nicht bisher immer als Verschwörungstheorie abgetan? Jetzt wird sie knallhart öffentlich verkündet. 

Doch das ist Sozialismus, weil dem Einzelnen aufoktroyiert wird was er zu tun hat und er kaum noch Gestaltungsmöglichkeiten für sein eigenes Leben hat. Darauf wird es auch hinauslaufen, nämlich auf autoritäre Regierungen, totale Überwachung (wie bereits in China vorexerziert), alles bestimmende Wirtschafts- und Finanzmonopolisten, stimmlose Einheitsmenschen global verteilt. Von der „Sozialen Marktwirtschaft“ hat man sich doch längst verabschiedet! 

In seinem Buch „Shaping the Future of the Fourth Industrial Revolution“ (Die Zukunft der vierten industriellen Revolution gestalten) schreibt Schwab, dass beispielsweise implantierbare Microchips eingesetzt werden könnten, um die Gedanken von Menschen zu lesen. Auch die Warnung vor „beim Menschen implantierte Chips“ galt bisher als Verschwörungstheorie! 

Ohne fundamentale demokratische Grundrechte 

Der Sky News Moderator Rowan Dean sagte laut Deutsche Wirtschafts Nachrichten vom 3. Januar 2021, dass der „Great Reset“ ein Programm sei, das darauf abzielt, uns all unsere fundamentalen demokratischen Grundrechte zu nehmen, zugunsten einer neuen Gesellschaftsform – diktiert von den Eliten. „Es ist ein anti-demokratisches Unternehmen, das darauf abzielt, ihren Arbeitsplatz zu zerstören, ihren Wohlstand zu stehlen und ihren Kindern die Zukunft zu rauben. Es ist eine knallharte, linke Horrorshow – vollgestopft mit Quasi-Faschismus“, meint Dean.

Dean kritisiert, dass die nationalen Regierungen sich von elitären Kreisen, die nicht von den Bürgern gewählt wurden, derart beeinflussen lassen, dass sie ihre Politik nach den Vorgaben dieser Eliten ausrichten. Denn bei den Wirtschaftseliten des Weltwirtschaftsforums handelt es sich um Personen, die nicht demokratisch legitimiert sind. Zudem behauptet er, dass der Gründer des Weltwirtschaftsforums, Klaus Schwab, ein großer Fan von Drohnen, Algorithmen und der Kommunistischen Partei Chinas sei. 

Das Zurücksetzen (Reset) des Kapitalismus, wie Klaus Schwab vorgeschlagen hat, bedeutet, dass Kapitalismus und Sozialismus zusammengeführt werden müssen, um ein produktives und integratives Wirtschafts- und Sozialmodell zu schaffen. Dank des Kapitalismus ist Reichtum reichlich vorhanden, aber jetzt muss er breiter umverteilt werden, wie es die Sozialisten seit langem gefordert haben. Also Umverteilung ist das Motto der Linken. Für den WEF-Chef Schwab ist die Corona-Pandemie „eine seltene Chance“, „neue Grundlagen für unser Wirtschafts- und Sozialsystem zu schaffen“.

Ein starker Wirtschaftsabschwung habe bereits eingesetzt und möglicherweise stünde man vor der schlimmsten Depression seit den 1930er Jahren. (Er fragt jedoch nicht nach den Ursachen dieser Zerstörung der Weltwirtschaft! „Verschwörungstheoretiker“ berichten seit geraumer Zeit, dass der weltweit gezielte Lockdown eine Voraussetzung für den „Great Reset“ ist und deswegen bewusst – mit welcher Begründung auch immer – herbeigeführt wird.) Wenn jetzt von oben nicht gehandelt wird, befürchtet Schwab gewalttätige Konflikte oder sogar Revolutionen. Als Beispiel nennt er die Gelbwestenbewegung in Frankreich, die zu ungeplanten (und für die Mächtigsten der Welt unangenehmen) Veränderungen führen könnte, wenn ihr nicht die Große Transformation von oben zuvorkommt. 

Die große Transformation 

Man will die große Transformation, von der schon seit Jahren die Rede ist, durchzusetzen. Die alte Normalität wird niemals mehr wiederkehren. Die neue Normalität ist radikal anders als diejenige, die wir hinter uns lassen. Viele unserer Annahmen, wie die Welt aussehen könnte und sollte, werden zertrümmert werden. Ähnlich radikal haben sich in der Geschichte nur die Kommunisten aller Couleurs z.B. Marx, Engels, Stalin, Bakunin, Mao Tse-

tung, Pol Pot, und andere geäußert. Obwohl die Annahme, dass man alles zertrümmern müsste, um eine angeblich bessere Welt zu errichten, sich schon wiederholt als fatal, ja sogar tödlich erwiesen hat, hat Schwab keinerlei Scheu, sich als radikaler Revolutionär von oben zu präsentieren. 

COVID-19, ein passendes Vehikel 

Schwab meint das, was er aufgeschrieben hat, sehr ernst. Und deshalb müssen wird das auch ernst nehmen. Nun ist mit Covid -19 aus dem Reich der Mitte ein Vehikel aufgetaucht, dass sich laut Schwab eignen könnte, die Träume von der Weltherrschaft, euphemisch „Global Governance“ genannt, wahr werden lassen könnte. Dass COVID-19 nur ein Vorwand ist, um die Umbaupläne für die Welt zu realisieren, lässt Schwab schon in der Einleitung durchblicken: „Selbst in den schlimmsten Szenarien tötet COVID-19 viel weniger Menschen als die großen Seuchen und ist die am wenigsten tödliche Pandemie der letzten 2000 Jahre.“ Also keine Verschwörungstheorie derer, die das stets behaupten. 

Global Governance“, man könnte auch von einer „zentralen Weltregierung“, gleichgesetzt mit „Eine-Welt-Regierung“ sprechen. Doch diese alten Ausdrücke erschrecken zu viele. Die neue Sucht nach Weltherrschaft heißt nun nicht mehr so, sondern kommt schmeichelnd als „Global Governance“ daher, als „Führung“ in eine neue Welt, „weniger gespalten, weniger verschmutzend, weniger zerstörerisch, mehr einbeziehend, gerechter und fairer“. Wer kann sich solch edlen Zielen verschließen? Wenn so viel Gutes verheißen wird, kann, ja darf es kein Zurück in die „alte Normalität“ geben! 

Ziel: Bürger als staatsabhängige Individuen 

Doch nun stellt sich die Frage, warum weltweit alle Regierungen mitmachen sollen? Die Antwort ist ganz einfach. Laut Schwab sollen die Regierungen künftig über das Schicksal ihrer Menschen bestimmen, ohne von lästigen freien Bürgern gestört zu werden. Der Trend der letzten Jahrzehnte hin zum mündigen Bürger, der für sich selbst zu sorgen in der Lage ist und sein Schicksal in die eigenen Hände genommen hat, soll abgelöst werden vom staatsabhängigen Individuum, das brav den Anweisungen von oben folgt und vollkommen abhängig ist von den Wohltaten des Überstaates der Zukunft.

Demokratische Grund- und Freiheitsrechte gibt es nicht mehr, sie sind ein Fossil der alten Zeit. Schwab und Genossen streben tatsächlich einen neuen Kommunismus an, in dem ein allmächtiger Staat- ein Eine-Welt-Staat – über das Wohl und Wehe aller Menschen auf der Erde in allen Belangen entscheiden soll. – Ein böser Alptraum, wie ihn George Orwell in seinem dystopischen Roman 1984 beschrieben hat, der nicht realisiert werden darf! Wir müssen aufwachen und das Unheil verhindern. Noch ist es nicht zu spät. 

Quellen: 

  • Klaus Schwab, Nicholas Davis, Shaping the Future of the Fourth Industrial Revolution: A Guide to Building a Better World (Penguin, 2018)
  • Deutsche Wirtschafts Nachrichten
  • Wikipedia

Ein Nachwort 

So manche Ahnungslose reden gerne von „Verschwörungstheorie“ und „Verschwörungs-theoretikern“, obwohl sie von den Hintergründen des Geschehens nichts wissen oder nur einseitig informiert sind. Es ist eine geschickte Propaganda der Verschwörer, jene Personen, die eine geheime Verschwörung erkannt haben, zu beschimpfen, um sie damit zu desavouieren und mundtot zu machen. Es ist das Ziel der Verschwörer, ihr Vorhaben bis zuletzt im Verborgenen ungehindert fortzusetzen und zu finalisieren. Es wäre deshalb für ein objektives Beurteilen einer Situation angebracht, sich mehrseitig zu informieren, bevor man verletzende Worte gebraucht. 

Brigadier Horst Mäder