Kommt Iran davon?

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Iran. Die  Militärkarte zeigt Schwerpunkte rund um Teheran, am Persischen Golf und im Raum Esfahan (bedeutende Atomrüstung). Karte DoD.

Am UNO-Gipfel in New York liessen die Präsidenten Trump und Rohani die Chance verstreichen, miteinander ins Gespräch zu kommen. Namentlich der Iraner war an den Befehl von Ayatollah Khamenei, des wahren Herrschers gebunden, mit dem “grossen Satan” werde momentan nicht verhandelt.

Während sich die Indizien verdichten, dass am 14. September 2019 die sieben Cruise Missiles und achtzehn Drohnen gegen Saudi-Arabien aus Iran stammten, ist es denkbar, dass das Ayatollah-Regime erneut davonkommt. Nach dem Abschuss der US Drohne Global Hawk über oder am Persischen Golf blies Präsident Trump den Gegenangriff wenige Minuten vor der Auslösung ab. Da war noch der Sicherheitsberater John Bolton im Amt, der Iran mit Krieg überziehen will.

Revolutionswächter, Pasdaran – mehr als eine Paradetruppe, siehe Irak, Syrien, Yemen.

Jetzt ist Trump auffällig ruhig. Auch wenn die präzise Attacke auf Abqaik und Khurais Saudi-Arabien traf, Amerikas wichtigsten Partner (und Kunden!) auf der Arabischen Halbinsel, hält der Präsident seine Streitkräfte aus innenpolitischen Gründen zurück. In gut einem Jahr will er wieder gewählt werden.

Sieht man von den Patriot-Raketen und dem THAAD-Luftabwehr-System ab, sind die Verstärkungen nur punktuell – symbolisch sozusagen. Für umfassende Operationen gegen Iran mit dessen kriegserprobten Revolutionswächtern müsste das amerikanische Central Command am Golf eine ganz andere Streitmacht auffahren.

Doppelpatrouille F-15 der saudischen Luftwaffe. Einem Krieg mit Iran weichte Saudi-Arabien momentan aus.

Saudi-Arabien weicht dem offenen Krieg mit Iran aus. Kronprinz Mohammed bin Salmans Armee versagt im Stellvertreterkrieg in Yemen. Ob und wie Iran seine militärischen Nadelstiche eskaliert, bleibt zu sehen. Trumps Aussenminister Mike Pompeo stufte den Angriff auf die Öl-Anlagen als “kriegerischen Akt” ein – was stimmt.

Dr. Peter Forster