Kiew will Söldner aus dem Asot-Werk heraushauen

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Das Asot-Chemiegelände unter russischem Beschuss. Rechts verläuft der Siversky Donezk, der Sewerodonezk von Lisichansk trennt – ein Fluss mit teils steilen Ufern.

Unter den fast Eingekesselten im Asot-Stickstoffwerk zu Sewerodonezk kämpfen auch im Werk verbliebene Söldner. Russische Medien berichten, in der Schwesterstadt Lysychansk hätten Ukrainer Fühler ausgestreckt – mit Ziel, für die weitgehend Eingeschlossenen freien Abzug zu erwirken.

Die russischen Quellen rechnen aber nicht mit einer solchen Regelung. Es gebe in den kommenden Tagen wohl keine Kapitulation. Denn die Asot-Garnison solle Truppen und Feuer binden – Kräfte und Mittel, die Russland auch an anderen Frontabschnitten nötig habe.

Vielmehr bereite die ukrainische Armee in Lysychansk den Asot-Entsatz vor. Primär gehe es darum, die Söldner aus dem Industriegelände herauszuhauen. Zu diesem Zweck seien Spezialkräfte und Bataillone des ukrainischen Heeres nach Lysychansk verlegt worden. Die Kampfgruppe habe den Auftrag, einen Korridor über den Siversky Donezk zu schlagen und namentlich die Söldner zu befreien.

Die Amerikaner Andy Huynh und Alexander Druecke nach ihrer Gefangennahme.

In Kiew stehe die Regierung unter Druck westlicher Staaten, die sich über die Verluste der Internationalen Söldnerbrigade beklagten. Speziell die Briten und Amerikaner seien alarmiert. In Donezk verurteilte ein Gericht zwei gefangene Briten zum Tode. In Russland führte die Propaganda die Amerikaner Andy Huynh und Alexander Druecke vor; die beiden Söldner sollen sich bei Charkow ergeben haben.

Andy Huynh.

Alexander Drueke.

Die russischen Medien berufen sich auf Oberstleutnant Andrey Marochko, einen Kommandanten des prorussischen Verbandes von Lugansk, der in Sewerodonezk an vorderster Front engagiert ist. Marochko erinnert an die Differenz zwischen Mariupol und der Lage am Siversky Donezk. Das Asow-Stahlwerk war am Asowschen Meer komplett eingeschlossen. Das Asot-Chemiegelände ist auf einer kurzen Strecke gegen Westen offen – in Richtung Lysychansk.

Laut Marochko liegt dieser Streifen aber vollständig unter russischem Feuer. Zudem seien alle regulären Übergänge zerstört. Trotz der teils steilen Ufer müssten für einen Korridor behelfsmässige Übergänge errichtet werden. Der noch offene Abschnitt sei von allen Seiten einsehbar.

Zu den russischen Quellen fehlt die neutrale Bestätigung.

Alle Brücken “abgebrochen”.