Junge erwarten Krieg

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Syrien aktuell: Das IKRK hilft im jetzt neun Jahre dauernden Krieg (ikrk).

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz fragte weltweit rund 16’000 jungen Menschen im Alter von 20–35 Jahren, was ihre grösste Sorge sei. Die Millennials – der Fachausdruck für diese Jahrgänge – antworteten:

  • 54% Weitere Verbreitung von Korruption
  • 52% Sorge um den Arbeitsplatz
  • 47% Weitere Ausdehnung von Armut
  • 47% Terroranschläge
  • 45% Kriege und bewaffnete Konflikte  
  • 41% Ausbreitung von Krankheiten
  • 41% Depression in der Wirtschaft
  • 40% Klima
  • 33% Naturkatastrophen
  • 32% Erschwerter Zugang zur Bildung
  • 27% Migration
  • 24% Einsatz von Atomwaffen im Krieg

Um das teils überraschende Ergebnis zu deuten, sei nochmals ausdrücklich festgehalten: Das IKRK ist, wie sein ehrwürdiger Name besagt, international tätig: weltweit. So ist auch die Umfrage angelegt.

Sorge, dass sich Armut weiter ausbreitet.

Sechs von zwölf Sorgen für die Sicherheit relevant 

Was die Sicherheit angeht, sticht hervor:

  • Von den zwölf Hauptsorgen betreffen drei direkt das Militär: Terror, Krieg, Atomwaffen.
  • Selbst die Sorgen Krankheiten (Seuchen), Katastrophen und Migration sind für die Sicherheit relevant.
  • Uniformierte stehen im Kampf gegen das Coronavirus.  Staaten wie Frankreich oder Belgien bieten gegen den Terror beste Truppen auf. Kriegsschiffe überwachen die Meere gegen das Überborden der Migration.
  • Direkt oder indirekte nennen die 16’000 Befragten sechs Sorgen, die mit der Sicherheit im Kontext stehen.

Klima auf Platz 8

Ernüchternd fällt der Befund für die Greta-Bewegung aus. Die Umfrage ist topaktuell. Ginge es nach Greta und ihren unfassbaren Medien-Hype müsste das Klima an der Spitze, nicht auf Rang 8 figurieren.

Gut die Hälfte aller Befragten sorgen sich um de Arbeitsplatz. 45% befürchten, dass Kriege und bewaffnete Konflikte ausbrechen. Soldaten werden zu Recht fragen, was denn einen Krieg vom bewaffneten Konflikt unterscheidet. Mit letzterem Begriff sind Konflikte an der Kriegsschwelle gemeint, die mit Waffen ausgetragen werden.

Friedvolle Staaten in der Minderheit

Um die doch überraschende Gewichtung der Sicherheit zu verstehen, genügt ein Blick auf die Staaten und das besetzte Gebiet, die das IKRK in der Enquête berücksichtigte. Unschwer ist zu erkennen, dass friedvolle Länder wie die Schweiz in der Minderheit sind. Die Liste in der Originalsprache des Dokuments:

“Afghanistan, Colombia, France, Indonesia, Israel, Malaysia, Mexico, Nigeria, occupied Palestinian territory, Russia, South Africa, Switzerland, Syria, Ukraine, United Kingdom and United States.”

Spezifische Sprachen zur Sicherheit

Solferino 1859: Anstoss zur Gründung des IKRK.

Bekanntlich gründete Henri Dunant das Rote Kreuz nach der blutigen Schacht von Solferino vom 24. Juni 1859. Das IKRK hat nach wie vor einen starken Bezug zu bewaffneten Konflikten. So war der verstorbene Divisionär Louis Geiger militärischer Berater des Komitees.

So ist es gewiss richtig, dass das IKRK den Themenkreis Sicherheit, Kriege, Konflikte in weiteren Fragen vertiefte. Es folgen die Antworten in der Originalsprache:

  • Millennials consider war and armed conflict to be among the top five most important issues affecting people around the world today.

Krieg zählt zu den Hauptsorgen junger Menschen.

  • Millennials are nervous about their future, with more who think there’ll be a third world war in their lifetime than those who don’t, and more than half believing that nuclear weapons are likely to be used somewhere in the world in the next 10 years.
  • At the same time, the clear majority of millennials think that wars and armed conflict are avoidable, with those from war-affected countries/territories more hopeful than those in conflict-free countries.
  • Millennials believe there should be limits in war and that civilian casualties should be avoided, but the survey reveals worrying trends that point to an erosion of the basic human values enshrined in international norms.
  • Millennials overwhelmingly oppose the use of weapons of mass destruction – be they nuclear, biological or chemical – in any circumstance.
  • Although there is a widespread consensus among millennials that nuclear weapons are a threat to humanity, at the same time, almost half of millennials believe nuclear weapons are an effective instrument of deterrence.
  • The majority of millennials believe digital technology can have a positive impact in supporting victims of war,
    and only a slight majority of millennials think that artificial intelligence will increase the number of civilian casualties in future wars and armed conflicts.

Das Rote Kreuz auf weissem Grund: ein Gütesiegel.