BISS – “Je verdorbener der Staat, desto …”

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… mehr Gesetze hat er.”

Tacitus (58–120 n. Chr.) ist der römische Geschichtsschreiber schlechthin. Was wir über die Jahrtausendschlacht im Teutoburger Wald im Jahr 9 n. Chr. wissen, das wissen wir von ihm. Der Senator Tacitus kannte die Römer Politik und schrieb in fünf Wörtern:

“corruptissima re publica plurimae leges”

Eben die obige Regel, die in deutscher Sprache neun Wörter in Anspruch nimmt. Schon vor Tacitus hatten andere die Erfahrung gemacht:

“In einem Staat gibt es umso mehr Räuber und Diebe, je mehr Gesetze und Vorschriften es in ihm gibt.”   Lao Tse, 6. Jh. v .Chr., chinesischer Philoph

“Wenn auf der Erde Liebe herrschte, wären alle Gesetze entbehrlich.”   Aristoteles, 484–322 v. Chr., griechischer Philosoph

Nach Tacitus kamen Roms allmählicher Niedergang und das Mittelalter. Doch in der Neuzeit bestätigten Denker und Staatsmänner die antiken Skeptiker.

“Wenn es nicht notwendig ist, ein Gesetz zu machen, dann ist es notwendig, kein Gesetz zu machen.”   Charles de Montesquieu, 1689–1755, französischer Philosoph, Schöpfer der Gewaltenteilung

“Wenn man alle Gesetze studieren sollte, so hätte man gar keine Zeit, sie zu übertreten.”   Johann Wolfgang von Goethe, 1749–1832, deutscher Dichter

“Je weniger die Leute davon wissen, wie Würste und Gesetze gemacht werden, desto besser schlafen sie.”   Otto von Bismarck, 1815–1898, deutscher Reichskanzler

“Wenn man 10’000 Vorschriften erlässt, vernichtet man jede Achtung vor dem Gesetz.”   Winston Churchill, 1874–1965, britischer Premierminister