BISS – Ja, von Staat zu Staat

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Norwegens F-35 im hohen Norden.

 

Die Anti-F-35-Kampagne nimmt skurille Züge an. Gefochten wird mit Gerüchten, Vermutungen, Unterstellungen, stets im Konjunktiv: sei, wäre, könnte, dürfte – “hätte, hätte, Velokette”.

Behauptung 1: Von Firma zu Bund

Neu taucht die Behauptung auf, nur amerikanische Firmen müssten den Vertrag von Staat zu Staat – von den USA zum Bund – abwickeln. Europäische Unternehmen könnten das Vertragswerk selber – ohne Staat – unterzeichnen.

Wahr ist: Von Anfang an stand fest, dass alle vier Anbieter ihren Vertrag über ihre Regierungen durchziehen müssen – über Berlin, Paris, Washington. Daran gab und gibt es nichts zu rütteln. Woher die falsche Behauptung kommt, ist unerfindlich.

Behauptung 2: Der Wert der Staaten

Neu wird insuiniert, der – in Tat und Wahrheit nicht mögliche – Vertrag von Firma zu VBS sei mehr. Wie Georg Häsler in der NZZ vom 10. Juli 2021 korrekt darlegt, bietet der Staat der Schweiz zusätzlich Gewähr, dass der Vertrag genau eingehalten wird.

Behauptung 3: Mängel

Moderne Kampfflugzeuge, gerade Mehrzweckjets, sind höchst komplexe Systeme. Alle, ausnahmslos alle, merzen im Verlauf der Erprobung solche Mängel aus. Vom F-35 stehen bereits 660 Maschinen im Einsatz. 3’300 sind fest bestellt, mehrere 100 kommen hinzu. Das ist ein Vielfaches von dem, was der in dieser Hinsicht schwächere europäische Konkurrent aufweist. F-35 fliegen auch in Staaten, die Krieg führen oder heikle Zonen übernehmen:

  • In den USA fliegt die Air Force den F-35A, die Navy den F-35B und das Marine Corps den F-35C – gute Adressen, alle drei. Gesamthaft bewähren sich in den amerikanischen Streitkräften mehrere 100 F-35 Lightning II.
  • Israel setzt im verdeckten Krieg gegen Iran derzeit 27 F-35I Adir erfolgreich ein, sei es im Erdkampf (close air support) in Syrien oder in sensationeller Aufklärung über dem iranischen Atom-Dreieck.

Norwegische F-35A überwachen die Barentssee mit Zugang nach Murmansk.

Norwegen: F-35 fangen Tu-142 und MiG-31 ab.

  • Norwegen verwendet den F-35A für das heikle Air Policing Iceland (Island unterhält keine eigene Luftwaffe, die NATO garantiert Sicherheit). Die norwegischen F-35 sind zentral auf der Orland Air Base stationiert. Von dort aus überwachen sie im hohen Norden die Grenze zu Russland; zum Einsatz gelangen sie auch über der strategischen Barentssee (Zugang zu Russlands Atom-U-Boot-Stützpunkt bei Murmansk). Norwegen besitzt jetzt zwei F-35-Staffeln und beschafft 52 Maschinen.
  • Italien war mit Israel zusammen die erste nichtamerikanische Nation, die den F-35 erhielt. Die italienischen Piloten sind des Lobes voll – wie die israelischen.

Amendola Air Base: Italiens erster F-35 ist gelandet.

  • Auch Polen schafft den F-35 an, wie in Südostasien Singapur oder im Fernen Osten Japan. Als NATO-Frontstaat legt Polen Wert auf eine starke Luftwaffe, die auch die bemannte Aufklärung, den Luft- und den Erdkampf beherrscht. Die polnischen Piloten steigen vom F-16 und vom MiG-29, zwei starken Typen der 4. Generation, auf den F-35 um.