Ist die Panik zum Coronavirus übertrieben?

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Stand 26. Januar 2020 – Zahlen nahmen seither zu!

Gesichtsschutz in China (ca).

Mittlere und ältere Semester erinnern sich an die Panik zur Vogel- und zur Schweinegrippe. In beiden Fällen erwiesen sich fast hysterische Alarme als übertrieben.

Gilt das jetzt wieder für das Coronavirus? Gewiss ist es viel zu früh, Bilanz zu ziehen. Das dauert Monate. Erlaubt ist der Versuch, Stimmen zu nennen, die vor übertriebener Panik warnen – mit einer Vorbemerkung: Selbstverständlich ist jedes Virus-Opfer ein Opfer zu viel. Ohne diesen Disclaimer wären die folgenden Meldungen zynisch.

Das Coronavirus (ca).

China: Bisher knapp 1300 bestätigte Fälle

  •  In Anbetracht der rund 1,4 Milliarden Chinesen mutet die Zahl der betroffenen Menschen immer noch relativ gering an.  Landesweit sind es derzeit 2000 bestätigte Infektionsfälle. 56 Menschen starben bisher an den Folgen der Viruserkrankung.
  • Laut Ärzten sterben gut 3% der Erkrankten, hauptsächlich wegen bereits vorhandener Immunschwäche. Wer eine funktionierende körpereigene Abwehr hat, müsse weniger befürchten als ohnehin Geschwächte.
  • Die Symptome seien nach einer Inkubationszeit von fünf Tagen relativ gering: Husten, Atembeschwerden und erhöhte Temperatur. Es gebe auch in China Betroffene, die nicht ins Spital eingeliefert werden müssten. 

Regierung verfügt Quarantäne

Reisende auf einem Bahnhof in Peking (ca).

Immerhin kommen aus China auch beunruhigende Meldungen.

  • Die Quelle des Übels soll ein Lebensmittelmarkt in Wuhan sein, wo alle möglichen lebende Tiere aus dem Meer und vom Land offen angeboten werden. Die Hygieneverhältnisse seien dort schlecht. Das Virus soll von einem Tier zum Mensch übertragen worden sein.
  • Die chinesische Regierung traf umfangreiche Schutzmassnahmen. Sie stellte die Stadt Wuhan mit ihren rund acht Millionen Einwohnern unter Quarantäne.
  • 13 weitere Städte sind von der Aussenwelt isoliert worden. Nachdem die Behörden in zusätzlichen Regionen den öffentlichen Verkehr aussetzten, sind jetzt mehr als 43 Millionen Menschen von der Quarantäne betroffen.