Iran: Israel legt Nr. 2 von Al-Qaida um

Standard

 

Gesucht: Abdullah Ahmed Abdullah.

Mit einer doppelt spannenden Meldung wartet die New York Times (NYT) am 15. November 2020 auf. 

Die Zeitung berichtet unter Berufung auf amerikanische Geheimdienst-Agenten:

  • Die Eliminierung von Abdullah Ahmed Abdullah, dessen nom de guerre Abu Muhammad al-Masr lautete, geht auf ein Kidon-Commando des israelischen Geheimdienstes Mossad zurück. Die Kidon-Killer brachten Abdullah Ahmed Abdullah im Spätsommer 2020 in den Strassen von Teheran um.
  • Der Anschlag auf Abdullah Ahmed Abdullah erfolgte auf Wunsch des amerikanischen Geheimdienstes, weil der stellvertretende Kommandant von al-Qaida wiederholt für Attentate auf Einrichtungen der USA verantwortlich gezeichnet hatte.

Was erstaunt? was nicht?

Wenig erstaunt mittlerweile, wie “ungeniert” Israel in Teheran und ganz Iran operiert:

  • Mossad-Agenten “entführten” in Teheran das iranische Atom-Archiv, das Premier Netanyahu in Tel Aviv triumphierend präsentierte. Die Akten gaben präzisen Aufschluss zu Iran Atom- und Raketen-Rüstung.
  • Immer wieder kommen iranische Atomphysiker, Projektleiter und Ingenieure unter mysteriösen Umständen um. Die Todesfälle verraten regelmässig die Handschrift des Mossad.
  • Irans Atomrüstung ist im ganzen Land an 18 Standorten dezentralisiert. Einige wenige – so Natanz – geben den Ausschlag über Gelingen oder Scheitern des Projektes. Exakt an diesen Standorten kommt es zu seltsamen Pannen, Bränden, Explosionen.
  • Die erste gewaltig gelungene Cyber-Operation zweier Staaten, “STUXNET” gegen Iran Atom-Zentrifugen, war das Werk der israelischen Einheit 8200 und des amerikanischen Geheimdienstes.
  • In einer kühnen Aktion flogen zwei israelische F-35I-Adir-Aufklärer vom Negev nach Iran. Unerkannt vom iranischen Radar klärten sie drei zentrale Atom-Standorte auf.

Der Erzterrorist  “Abu Muhammad al-Masr”.

So erstaunt es nicht, dass ein Kidon-Commando Abdullah Ahmed Abdullah in Teheran umlegte. Was hingegen Aufsehen erregt, ist der “Auftraggeber”:

  • Richtig ist, dass die Amerikaner seit ihre gescheiterten Operation “EAGLE CLAW” vor vierzig Jahren vor Iran Respekt haben. Offensichtlich fiel es dem Mossad leichter, die Nr. 2 von al-Qaida aus dem Verkehr zu ziehen.
  • Dazu muss man wissen: Für einen Auftrag an Kidon-Commandos braucht es in Israel das Placet des inneren “Kriegskabinetts” unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten. Premier Netanyahu muss vom Anschlag in Teheran gewusst und diesen genehmigt haben.

Was wieder weniger erstaunt ist, dass er das tat. In den letzten vier Jahren erfüllten ihm die USA jeden Wunsch – siehe die Kündigung des Atom-Deals mit Iran oder die Verlegung der Botschaft in die Hauptstadt Jerusalem.

Die grosszügige Unterstützung könnte sich in den nächsten vier Jahren ändern.