Honigfalle – einmal anders

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Die digitale Honigfalle – erfolglos.

  • Ausgerechnet den Israeli, den unbestrittenen Spezialisten der Honigfalle, suchte ein arabischer Gegner eine neuartige Falle zu stellen.
  • Die Terrororganisation Hamas, Israels erbitterter Gegner in Gaza, erfand eine Art “digitaler Honigfalle”. Ihre Hacker beschafften sich Mail-Adressen und Mobiltelefon-Nummern junger israelischer Soldaten, die an der Südfront dienen und mithin als direkte Hamas-Gegner einzustufen sind.
  • Gleichzeitig kopierten die Hamas-Tüftler aus israelischen Zeitschriften die Fotos schöner junger Frauen, möglichst noch mit eindeutig israelischem, will heissen: hebräischem Hintergrund.
  • Ziel der Operation: Den jungen Israeli via Mail oder Handy geheime Angaben über Standorte, Einheiten, Vorgesetzte, Waffen oder Pläne zu entlocken. Telefonisch riefen aus Tel Aviv junge Stimmen ohne arabischen Akzent die Soldaten an, um sie in Gespräche zu verwickeln. Oder Hacker boten den Israeli über das Netz ein Rendez-vous an, unter Beilage entsprechender Bilder.

Kein Musikgehör.

  • Nur war die Aktion zu plump. Wie das Kommando der Südfront militärisch knapp verlauten liess, tappten keine Israeli in die Falle. Dies erstaunt nicht: Vom ersten Diensttag an schärft die Armee den 18-jährigen Wehrpflichten ein, dass Namen, Orte, Waffen und Einteilungen tabu sind – geheim. Auf Verstoss gegen Geheimhaltung stehen schwere Strafen.
  • Immerhin: Mit der digitalen Variante der altehrwürdigen Honigfalle bewies die Hamas Phantasie. Gewandte Frauen setzen im Heiligen Land ihren Charme seit 3’000 Jahren für kriegerische Zwecke ein – als erste Agentin der Weltgeschichte gilt Rahab bei der Eroberung von Jericho (Josua 2,1).

Rahab im Alten Testament.