BISS – Hamas greift Airport an

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Es folgt die Lagenachführung zum bewaffneten Konflikt zwischen Israel und der Hamas auf dem Stand von Auffahrt, 13. Mai 2021, 21.15 Uhr MEZ.

 

  • Bis zu diesem Zeitpunkt haben die Hamas und der Islamische Jihad zusammen mehr als 1’600 Raketen auf Israel abgeschossen. Neu war am 13. Mai 2021 ein Angriff auf den Ben-Gurion-Airport in unmittelbarer Nähe der gemischten Ortschaften Lod und Ramle, wo die Unruhen zwischen israelischen Arabern und rechtsstehenden Israeli im Kernland begannen.
  • Die Iron-Dome-Flab schützt den internationalen Flughafen gut. Die Hamas-Salven richteten keinen Schaden an. Der Ben-Gurion-Airport behauptet auch in Corona-Zeiten seine überragend wichtige Stellung als Eingangstor Nummer 1 nach Israel. Entsprechend grosses Augenmerk richtet die israelische Abwehr auf den Schutz dieser bedeutendsten Eingangspforte.

Israels Heer zum Angriff bereit

  • Am Fernsehen gab Oberst Grisha Jakubowitsch am Abend bekannt: Das israelische Heer steht zum terrestrischen Angriff auf den Gazastreifen bereit.
  • Insbesondere sei an der Südfront der Aufmarsch des Panzerkorps abgeschlossen. In den Gazakriegen 2008/09, 2012 und 2014 führten Merkawa-4-Kampfpanzer und Namer-Schützenpanzer die Attacke an. Sie teilten jeweils den Gazastreifen vom Negev zum Mittelmeer.

Vor allem im Norden ist der Gazastreifen so schmal, dass ihn israelische Panzerkräfte gut entzwei schneiden können, vom Negev zur Mittelmeerküste.

Luftwaffe mit mehr als 750 Einsätzen

Wie die israelische Luftwaffe mitteilt, flog sie bis Donnerstagabend mehr als 750 Einsätze gegen feindliche Ziele im Gazastreifen. Die Operation “MAUERWÄCHTER” – in israelischen Zeitungen auch “MAUERWACHT” – richtet sich unverändert gegen drei Ziele:

  • Enthauptung der Führung von Hamas und Islamischen Jihad.
  • Zerstörung des gesamten Raketenpotentials auf lange Sicht.
  • Zerstörung der Nachschub-Tunnels aus dem Sinai auf lange Sicht.

IAF, die Luftwaffe, zeigt Videosequenzen aus Gaza-Stadt. Dort zerstörten F-16-Jagdbomber ein Hochhaus, das eine Raketenstellung und einen Hamas-Kommandoposten umfasste. Das hohe Gebäude gliederte sich in vier zusammengebaute massive Säulen. Die IAF legte Säule um Säule um, bis die gegnerische Stellung dem Erdboden gleichgemacht war.

Hamas zeigt Salvenabschüsse

Umgekehrt stellte die Hamas-Propaganda Videos aufs Netz, die eindrückliche Salvenabschüsse zeigen. Die Terrororganisation ist jetzt fähig, bei Tag und Nacht ganze Raketensalven in Richtung israelischen Ortschaften abzufeuern.

Iron Dome mit 20 Rohren.

Das israelische Fernsehen berichtet live aus besonders gefährdeten Orten – mit den Reaktionszeiten für die Bevölkerung:

  • In Sderot unmittelbar am Gazastreifen reichen 15 Sekunden nicht. Sobald der Alarm das Nahen einer Rakete anzeigt, flüchtet die Bevölkerung in die gut ausgebauten Bunker. Aber innert 10 Sekunden schlagen die Geschosse ein. Das zwingt die Einwohner von Sderot zum Leben “unter Beton”.
  • In Ashkalon, der ersten grösseren Stadt am Mittelmeer, reichen 25 Sekunden, in Ashdod, dem Hafenort, sind es 35, in der Agglomeration Tel Aviv 45.
  • Die Hamas-Raketentruppe setzt Missile ein, die vor dem Sonntag noch nie zur Anwendung gelangt waren. Die Zielgenauigkeit hat zugenommen und, wie gesagt, auch die Dichte. Allerdings ist die dreistufige israelische Flab dem Angriff gewachsen. Die beiden unteren Stufen sind Iron Dome und David’s Sling (nicht gefordert ist im Moment die ballistische Abwehr Chez, die speziell gegen die iranische Bedrohung aufgebaut wurde).

Strassenschlacht in der Hauptstadt Jerusalem.

Unruhen auch in Haifa

  • Die internen Unruhen griffen am 13. Mai 2021 auf die Hafenstadt Haifa im Norden über. Haifa gehört wie Jaffa südlich von Tel Aviv zu den blühenden Städten an der Mittelmeerküste, deren Bevölkerung seit jeher gemischt ist.
  • Haifa beherbergt nicht nur Israels grössten Hafen, der zivilen und militärischen Schiffen dient. Nördlich der Stadt, in Richtung der Kreuzfahrerburg Akko, befinden sich grosse Erdölraffinerien.
  • Mit dem Unruhen in Haifa hat die arabische Erhebung im Kernland drei der vier grössten Städte ergriffen: Ausser in Haifa kam es am Donnerstag auch in Jerusalem, mittlerweile mit 1’159’900 Einwohnern der bevölkerungsreichsten Agglomeration, und in Beersheva, der Negev-Hauptstadt und Israels viertgrösster Ortschaft, zu schweren Ausschreitungen.

Yair Lapid (vorläufig?) gescheitert

  • Um 21 Uhr Ortszeit trat Yair Lapid, der Chef der Zukunftspartei, vor die TV-Kameras. Er musste eingestehen, dass er mit der angestrebten Regierungsbildung nicht vorankommt.
  • Naftali Bennett, der Führer der Rechtspartei Yamina, habe seine Zusage zurückgezogen, seinen Beitrag an eine Mitte-Rechts-Koaliation ohne Netanyahu zu leisten. Aber er, Lapid, gebe nicht auf. Er habe noch 20 Tage Zeit.
  • Allerdings wurde ebenfalls bekannt, dass nun auch Gideon Saar, der eine Likud-Abspaltung führt, zu zögern beginnt. Ohne Bennett und Saar würde sich Lapids Ansatz zerschlagen, mit drei rechten Parteien und zwei Zentrumsgruppen die Regierung zu bilden.