“Halten Sie uns für Idioten?”

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Der Alleswisser Glättli: “Allein die Nationalbank verursacht doppelt so viel CO2, wie die Schweiz an Treibhausgasen ausstösst.”

 

Alle Zitate aus der NZZ am Sonntag und der NZZ, zwei derzeit hoch informativen Zeitungen.

 

“Allein die Nationalbank verursacht doppelt so viel CO2, wie die Schweiz an Treibhausgasen ausstösst.”

Der Alleskönner-Super-Ober-Experte (auch zur Armee, wo er einen Blumentopf nicht von einem Maschinengewehr unterscheiden kann) Balthasar Glättli.

 

“Halten Sie uns für Idioten?”

Michail Gorbatschows Frage an Präsident Reagan, nachdem dieser am Genfer Gipfel 1985 behauptet hatte, das Projekt SDI, der Krieg der Sterne, sei rein defensiv.

 

“Die Erhebung der Flugticketabgabe trug Züge eines Ablasshandels, ohne dass dadurch eine nennenswerte Lenkungswirkung erzielt wird.”

Welch monströser historischer Vergleich von David Vonplon in der Aufzählung der Gründe, die das CO2-Gesetz zu Fall brachten. Immerhin erschütterte der wirkliche Ablasshandel, von Martin Luther angeprangert, 1517 die römisch-katholische Kirche in ihren Grundfesten. Mit Luthers Reformation begann in Europa die Neuzeit.

 

“Sieg für die Bauern – aber ein Misstrauen bleibt”

Zu dumm, um kommentiert zu werden, von der notorischen Bauernfeindin Hardegger.

 

“Kommt das Gesetz durch, dann nur dank der FDP. Scheitert es, wird es für jeden neuen Anlauf die FDP brauchen.”

Deshalb werde der Freisinn gestärkt aus der CO2-Abstimmung hervorgehen, sagte Petra Gössi vor dem Urnengang. Kommentar? Dito.

 

Die Schweiz und ihre Nachbarn im Osten: Deutschland, Österreich, Italien – und Liechtenstein.

 

“Putin … droht unseren europäischen Nachbarn im Osten immer unverhohlener.”

Jonas Projer in seiner NZZ am Sonntag unter dem Titel: “Wir begrüssen in Genf einen Tyrannen”. Nur: Wer sind die Nachbarn der Schweiz im Osten? Bayern dank der Insel Lindau im Bodensee, Österreich von Bregenz bis Nauders, Italien vom Reschenpass bis Chiasso. Wen nur bedroht Putin da unverhohlen? Das Fürstentum Liechtenstein womöglich, unseren vierten Nachbarn im Osten?

 

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Als Gegengewicht zwei bedenkenswerte Zitate aus dem Interview mit Botschafter Theodor Winkler, der im Juli sein neues Buch “On Change. The Forces that Transform Our World” herausgibt.

Zu EU-Staaten, die “demokratisch und rechtsstaatlich defizitär” seien:

“Rumänien und Bulgarien zum Beispiel. Die Ukraine wäre ohne das Eingreifen Russlands wohl ebenfalls zum EU-Mitglied geworden, und das wäre absurd gewesen. Auch eine Mitgliedschaft der Türkei wäre fatal gewesen für Europa.”

Zu den Gerüchten, russische Hacker hätten die grösste amerikanische Pipeline handstreichartig lahmgelegt, auf Russland bezogen:

“Der militärische und der zivile Geheimdienst haben die besten Leute und unbeschränkt Mittel. Die Russen waren immer Mathematiker und Schachspieler. Da haben sie das notwendige Reservoir an Experten, die eingesetzt werden als Hacker.”

Was erwartet Botschafter Winkler vom Biden-Putin-Gipfel?

“Wenig. Wahrscheinlich sind beide Männer befriedigt, wen sie dem andern direkt sagen können, was sie denken. Putin wird rote Linien formulieren, Biden wird Putins Gebaren verurteilen.”

Was sind denn Putins rote Linien?

“Keine Einmischung in inneren Angelegenheiten, keine Einmischung ins Kernland. In diesem Kernland befindet sich auch die Ukraine, weil sie Teil der russischen Geschichte ist. Kiew war vor Moskau Sitz der Russen. Putin will hier freie Hand.”

Und so weiter. Ein vorzügliches Interview.