GSoA-Propoganda: Koni Alder widerlegt Herrn Lenz

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Zur GSoA-Propaganda von Herrn Lenz schrieb ich, ich sei es leid, alle drei Tage die Phantastereien von Dilettanten zu widerlegen. Zur Heuchlerei von Armeeabschaffern, die jetzt so tun, als seien sie Fürsprecher der Luftwaffe, fügte ich nur Heinrich Heines Gedicht an, das Beachtung findet:

“Ich kenne die Weise, ich kenne den Text, / ich kenn’ auch die Herren Verfasser; / Ich weiss, sie trinken heimlich Wein / und predigen öffentlich Wasser.”

Was Herrn Lenz angeht, springt verdienstvollerweise der Mitstreiter Koni Alder in die Lücke. Er widerlegt Lenz Punkt für Punkt:

 

Die tendenziösen Begründungen des Christoph Lenz in der Tamedia Presse

Im Tagesanzeiger und in den angeschlossenen Regionalzeitungen verbreitet Christoph Lenz im Rahmen eines Pro und Kontra Beitrags «Braucht die Schweiz wirklich neue Kampfjets?» Argumente, die als vorsätzlich täuschende Fehlinformationen bezeichnet werden müssen. Auf die drei Schlimmsten davon soll im Folgenden kurz eingegangen werden:

1)             Es können «die heutigen F/A-18 mit überschaubarem Aufwand noch 15 Jahre weiterbetrieben werden»

Unsere Flotte von F/A-18C/D erreicht 2030 nach über 30 Einsatzjahren ihr endgültiges Lebensende. Ihr Ersatz ist deshalb zwingend! Eine Weiterverwendung würde uns – als wohl letzten verbleibenden F/A-18C/D Nutzer-Staat – mit einer rasant schlechter werdenden Wirksamkeit im Einsatz, bei gleichzeitig explodierenden und ausufernden Unterhalts- und Betriebskosten konfrontieren.

Risse an Zelle und Landeklappen sind aktuell deutliche und untrügerische Zeichen dafür. Ausser Herr Lenz und der «Armeeabschaffer-Fraktion» innerhalb der SP und Grüne Schweiz sowie der GSoA bestreitet das niemand!

2)             «Der Bund beschafft derzeit für zwei Milliarden Franken ein Raketensystem, um Luftangriffe abzuwehren»

Richtig ist, dass wir im Rahmen des Programms Air2030 zur Überwachung, Schutz und Verteidigung unseres Luftraums ein Verbund von Kampfflugzeugen und bodengestützter Luftverteidigung – geführt und unterstützt von einem Luftraumüberwachungs- und Einsatzleitsystem – beschaffen wollen. Das ist zwingend, denn Kampfflugzeuge und Flugabwehrlenkwaffen sind in ihrer Wirkung komplementär, weshalb man für ein leistungsfähiges System beide Elemente benötigt.

Ein ohne die Unterstützung von Kampfflugzeugen eingesetztes, bodengestütztes Flugabwehrsystem würde in einem Ernstfall rasch von gegnerischen Luftstreitkräften im Rahmen von sogenannten SEAD (Suppression of Enemy Air Defences)-Operationen in ihrer Wirkung unterdrückt bzw. vernichtet.

Lenz unterschlägt im Übrigen, dass Flugabwehrlenkwaffensysteme nur schiessen oder nicht schiessen können. Einmal gestartet verfolgen sie ihr Ziel bis zum Aufschlag. Sie sind deshalb für den Luftpolizeidienst und in Zeiten erhöhter Spannungen ein völlig ungeeignetes Instrument für den alleinigen Schutz unseres Luftraumes.

Tragische Abschüsse von zivilen Passagierflugzeugen mit Hunderten von Toten über dem persischen Golf (03.07.88), in der Ukraine (17.07.14) und im Iran (08.01.20) belegen dies eindrücklich!

3)             «Auch die Gegner des Kampfjet-Kredits bestreiten nicht, dass die Schweiz für den Luftpolizeidienst und allfällige Verteidigungseinsätze neue Kampfjets benötigt»

Dieses Wording von Herrn Lenz ist nun wohl der Gipfel der Unverfrorenheit und eine kaschierende Falschinformation erster Klasse! Und es stellt sich hier nicht zum ersten Mal die Frage, weshalb es die TA-Chefredaktion zulässt, dass ein solcher rufschädigender Unsinn in ihrem Kopfblatt überhaupt Aufnahme findet. Fakt ist:  SP und Grüne Schweiz sowie die Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA) gehen mangels geeigneter Nein-Argumente mit einem Vorschlag für eine Billigstluftwaffe auf Stimmenfang!

Die von der SP Schweiz nach einem von der Politsendung Rundschau SRF eng begleiteten «Mailand-Reisli» von SP-Verteidigungsexpertin und SiK-NR-Mitglied Priska Seiler Graf aus dem Hut gezauberte alternative Lösung propagiert u.a. die Beschaffung von leistungsgesteigerten  Schulflugzeugen» der Klasse M-346FA und eine längere Nutzung unserer F/A-18C/D bis weit nach 2030.  (Dazu Punkt 1). Dazu ist folgendes zu bemerken:

a) Beim M-346FA kann weder gemessen an seinem Flugleistungs- noch seinem Einsatzpotential von einem Kampfjet gesprochen werden. Es ist und bleibt – trotz allen eingebauten Verbesserungen – ein «aufgemotztes Schulflugzeug»!

b) Betrieb und Unterhalt von zwei Flugzeugtypen, vor allem wenn es sich dabei noch um kleine Stückzahlen handelt, die Gegner sprechen von 12 bis max. 20 Maschinen, ist eine äusserst kostspielige Lösung und so ziemlich das Gegenteil von dem, was uns SP und Grüne Schweiz vorgaukeln bzw. versprechen!

c) Und Last, but not Least kommt hinzu, dass eine solche leistungsschwache Lösung unsere Pflichtenheftforderungen für ein Kampfflugzeug im Bereiche Luftpolizeidienst bis hin zur Luftverteidigung, der Aufklärung und dem Erdkampf schlicht und einfach nicht erfüllt. Die von der SP Schweiz propagierte Alternative ist deshalb allein schon gemessen am Auftrag unserer Luftwaffe völlig ungenügend.

Sie muss aus all den vorerwähnten Gründen als eine unverantwortliche Fehlinvestition abqualifiziert werden!

Ein Nein zum 6-Milliarden-Kampfjetkauf am kommenden 27. September wäre – auch wenn von den linken Gegnern vehement bestritten – sehr wohl ein Plebiszit zur Auflösung der Luftwaffe. Denn eine Ablehnung dieser Vorlage würde sehr rasch zur Abwanderung von Piloten (Ausbildungszeit 6 Jahre!), Flugzeugmechanikern und weiteren gut ausgebildeten, auf dem Arbeitsmarkt stark nachgefragten  Fachpersonal führen, was den Betrieb unserer F/A-18C/D-Flotte bereits lange vor 2030 stark behindern, ja sogar verunmöglichen könnte.

Wir verlören unsere Luftwaffe

Konklusion: Ohne ein Ja zum Planungsbeschluss über die Beschaffung neuer Kampfflugzeuge verlieren wir unsere Luftwaffe und damit unsere Fähigkeit zum Schutz und zur Verteidigung unserer Bevölkerung gegen alle Bedrohungen aus der Luft irreversibel. Denn ein späterer Wiederaufbau muss im Lichte seiner Komplexität und der dafür notwendigen Investitionen als reines Wunschdenken bezeichnet werden.

In diesem Zusammenhang sei abschliessend auch noch daran erinnert, dass eine Demontage unserer Luftwaffe ein weiterer Schritt hin zum erklärten Ziel  von SP, Grüne Schweiz und der GSoA ist, unsere Armee und damit unseren bewährten Sicherheitsverbund für Schutz, Rettung und Verteidigung endlich und endgültig zu begraben!