Grausame Propaganda hat Tradition

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Kultur allemande – zum Krieg der Worte gehört die bildliche Untermalung. Je grausamer, desto besser?

Worte können töten – seit Alexander dem Grossen wissen Kriegsparteien, wie sie den Feind verunglimpfen. “Kinder-Fresser” nannte 1914 die alliierte Propaganda die deutsche Streitmacht, die in Belgien und Nordfrankreich eingefallen war; ohne Belege, gegen jegliche Wahrheit und Realität. Aber die Vorstellung, wie sich “die Hunnen” über belgische Säuglinge hermachen, verfehlte ihre Wirkung nicht.

Am Beispiel der Anti-“Hunnen”-Kampagne lässt sich erhärten, dass die Schlacht der Worte oft in den Krieg der Bilder übergeht. Vier Jahre lang, bis zum bitteren Ende im November 1918,  schlachteten die Westalliierten den deutschen Einmarsch in Belgien aus. Es folgt eine bescheidene Auswahl alliierter Plakate und Fotos, die allesamt den “Hunnen” unter der Pickelhaube zeigen. Die militärisch unzweckmässige Pickelhaube diente dem Gegner bis 1918 als patentes Propagandasujet, obwohl das Grosse Hauptquartier schon 1916 befohlen hatte, sie zwei durch den viel zweckmässigeren, besser schützenden Stahlhelm zu ersetzen. 

Von der alliierten Propganda gestellt – Vergewaltigung in der Kirche.

Dito, im Felde; mit dem Aufruf, Kriegsanleihen zu zeichnen.

Kaiser Wilhelm II., das “Kultur”-Monster. In Tat und Wahrheit führte nicht er das deutsche Heer, obwohl er formell Oberbefehlshaber war.

1918: Immer wieder der Hunne unter der Pickelhaube – geschlagen vom Amerikaner. Schon 1916 begannen die Deutschen, die Pickelhaube durch den Stahlhelm zu ersetzen.

“Schlag den Hunnen zurück mit Freiheitsanleihen.” Solche Plakate zeitigten Erfolg. Die Kassen klingelten.