Grausam: Hunde zerfetzen Unteroffizier

Standard

 

In Wiener Neustadt töteten Militärhunde einen Oberwachtmeister (bh).

In Wien meldet die seriöse Tageszeitung Standard:

Ein Unteroffizier und Hundeführer des Bundesheers wurde in der Nacht auf den 14. November 2019 von zwei Diensthunden angefallen und getötet. Das Verteidigungsministerium bestätigte den Vorfall.

Bei dem verunglückten Soldaten handelt es sich um einen 31-jährigen Oberwachtmeister aus Niederösterreich, der seit 2017 als Hundeführer tätig war. Er sei an diesem Abend für die Betreuung und Fütterung verantwortlich gewesen.

Bislang habe man nachvollziehen können, dass der Unteroffizier gegen 16 Uhr zur Zwingeranlage aufgebrochen war, um die Hunde zu betreuen. Sein eigener Diensthund sei dabei im Fahrzeug geblieben.

Auf den Toten aufmerksam geworden sei ein anderer Hundeführer, der von einem Offizier geweckt wurde, als in den Nachtstunden zwei freilaufende Belgische Schäferhunde entdeckt wurden.

Der Alarmierte habe um circa zwei Uhr morgens die beiden Hunde wieder eingesperrt. Bei der Kontrolle der Zwingeranlage habe der Hundeführer den tödlich verletzten Unteroffizier entdeckt. Der Mann sei von den Hunden attackiert worden und erlitt massive Bisswunden.

Polizei ermittelt

Die Polizei ermittelt, das Bundesheer hat eine Unfallkommission eingerichtet, die unter anderem aus einem Veterinärmediziner, einem Arzt und einem Rechtskundigen besteht. Das Gros der Jagdkommando-Soldaten der Flugfeldkaserne befand sich auf einer Übung in der Steiermark.

Die beiden Belgischen Schäferhunde waren sogenannte Zugriffshunde. “Ihre Aufgabe ist es, den Angreifer unschädlich zu machen”, so ein Armeesprecher. Die Tiere des Jagdkommandos seien so ausgebildet, dass sie bei der Erstürmung eines Hauses den Feind ausschalten. “Läuft der Angreifer davon, stellt ihn der Hund. Wenn sich der Angreifer nicht mehr wehrt, hört der Hund auf.” Dass die Diensthunde Soldaten attackierten, kam bisher nicht vor. “Es ist noch niemand gröber verletzt worden.”

Im Bundesheer werden derzeit 70 Militärhunde verwendet. Davon sind 41 Rottweiler, 15 Belgische und fünf Deutsche Schäferhunde sowie neun Labradore.

Prüfung vor Hundeführerausbildung

Bevor ein künftiger Hundeführer seine Ausbildung beginnen darf, muss er eine 14-tägige Überprüfung bestehen. Hier durchläuft er mehrere Stationen, die ihn in die Fütterung, Pflege und Ausbildungsgrundlagen eines Hundes einweisen.

Darüber hinaus wird er über 24 Stunden unter Schlafentzug und starker körperlicher Belastung vom Heerespsychologischen Dienst auf seine physische und psychische Belastbarkeit überprüft.

Belgische Schäfer = Malinois 

Belgische Schäferhunde (Malinois) wurden zunächst als Hüte- und Treibhunde gezüchtet, sind heute aber oft als “Schutzhunde” für Polizei und Militär im Einsatz. So hat laut US Angaben der Malinois “Conan” den ISIS-Führer Abu Bakr in den Tod getrieben.

Malinois sind auch Rettungs-, Drogen- und Sprengstoffspürhunde, Familienhunde und im Hundesport erfolgreich. Namensgebend für die Hunderasse ist die Stadt Malines im flämischen Belgien.

Vom Charakter, dem Körperbau und der Verwendung her sind “Malis” den Deutschen Schäferhunden ähnlich, in der Regel sind sie aber drahtiger, schneller und wendiger. Intelligenz, Lern- und Arbeitsfreude sind sehr hoch. Die Rasse wird als “für unerfahrene Hundehalter nur bedingt empfehlenswert” bezeichnet. Malinois haben kurzes braunes Körperfell mit schwarzen Haarspitzen und eine schwarze Gesichtsfärbung.