Genf 3: La Grange – Dichtung und Wahrheit

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Bald werden sich um La Grange neue Legenden ranken.

  • Der Name täuscht. Mit einer Scheune hat La Grange, die herrschaftliche Villa am Genfersee, wenig zu tun. Immerhin bieten die Schweizer Gastgeber den Präsidenten Biden und Putin das Anwesen für den Gipfel vom 16. Juni 2021 als Treffpunkt und Standort an.
  • Im Gegensatz zu innerstädtischen Räumen hat sie den Vorteil, dass sie weniger kompliziert zu schützen ist als die Hotels in der belebten Stadt.
  • Das bedeutet allerdings nicht, dass das Gastgeberland und die beteiligten Amerikaner und Russen den Schutz vernachlässigen. In und um die Villa sind erhebliche Arbeiten zum Schutz des weltbedeutenden Treffens im Gange.

Gipfeltreffen regt Phantasie an

  • Ins Reich der Märchengeschichten darf man die heutige NZZ-Seite 5 einordnen. Was da gemutmasst, gerätselt, unterstellt und spekuliert wird, geht auf keine Kuhhaut. Genf wird zum Spionen-Nest, die halbe Welt will die Rhonestadt aushorchen.
  • Die Suppe wird nicht so heiss gegessen, wie sie gekocht wird. Beide Präsidenten geniessen in ihren Staaten den höchsten Schutz; und beide bringen ihre Geheimdienste mit, die nach menschlichem Ermessen nicht den Fehler begehen, dass Fremde die Begegnung von zwei der wichtigsten und mächtigsten Politiker auf der Erde aushorchen.

Der Baron von Münchhausen

Wohl der Baron von Münchhausen stand dem NZZ-Autor zu Gevatter, als er schrieb, der israelische Mossad habe 2015 in Genf die Iran-Konferenz ausspioniert. Dafür hat er keinerlei Belege; und Israels Regierung dementierte. Sie hat nicht wie sonst üblich mit der Formel “Wir bestätigen nicht, wir dementieren nicht” eine Abhorch- oder Cyber-Operation eingestanden.

Und so weiter….

 

Mit diesem Bild wirbt die Stadt für ihre Villa.

Die Villa gehört der Stadt Genf

Zur Geschichte schreibt sie: “Le domaine de La Grange a été créé dans les années 1660 par Jacques Franconis (1622-1702). Entre 1768 et 1773, trois des fils du banquier Marc Lullin, qui achète le domaine en 1706, y font construire un manoir français avec dépendances. En 1800, François Favre (1736-1814), armateur genevois qui fit fortune à Marseille dans le commerce avec l’Orient, acquit du banquier Jean Lullin (1745-1803), ruiné par la Révolution, le domaine de La Grange. Le parc, propriété privée jusqu’en 1918, a été légué à la ville de Genève par William Favre cette année-là. Par la suite, la ville a créé dans le parc, entre 1945 et 1946, la plus grande roseraie publique du canton de Genève. En 1947, la Société horticole de Genève a créé un concours international de nouvelles roses à l’aide d’une nouvelle roseraie installée au sommet du parc.”