General McMaster rechnet ab – mit Berlin und Putin

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Generalleutnant H.R. McMaster.

Generalleutnant H.R. McMaster zählt zu den amerikanischen Offizieren, die kühne Kriegseinsätze, generalstäbliches Können und strategischen Weitblick miteinander verbinden.

  • Am 26. Februar 1991 schlug Captain McMaster als Kommandant Eagle-Troop mit seiner Kompanie 28 Panzer der 18. irakischen Tawakalna Brigade aus dem Feld. Die Schlacht von Eastings 73 – das Planquadrat auf den Karten des amerikanischen Heeres – ging in die Kriegsgeschichte ein; McMasters Durchbruch wird an Militärakademien weltweit gelehrt.

26. Februar 1991: Die Schlacht von Eastings 73.

  • In den amerikanischen Streitkräften stieg Herbert Raymond McMaster zum Generalleutnant auf. Im Februar 2017 ernannte ihn Donald Trump zum Nationalen Sicherheitsberater. Im Weissen Haus geriet der brillante, eigenständige Denker in Konflikt mit dem Präsidenten, der ihn nach einem Jahr feuerte. Heute lehrte McMaster an der berühmten Stanford Universität in Kalifornien.
  • Im HarperCollins Verlag gibt H.R. McMaster jetzt sein grundlegendes Buch “Battlegrounds. The Fight to Defend the Free World” neu heraus. Aus diesem Anlass gibt er auch in mehreren deutschsprachigen Zeitschriften Interviews.
  • Als am 9. November 1989 die Berliner Mauer fiel, stand er als Captain in einem gepanzerten Kavallerieregiment am Eisernen Vorhang. Seit er in Bayern die Zeitenwende erlebte, ist er mit Deutschland verbunden. In den neuen Interviews rechnet er mit Berlins Weigerung ab, die Militärausgaben auf den in der NATO vereinbarten Plafond von 2% BIP zu erhöhen. Und er nimmt den russischen Präsidenten Putin hart dran.

“Die Deutschen pendeln hin und her zwischen der Ablehnung einer amerikanischen Truppenpräsenz und der Paranoia, dass wir Amerikaner sie im Stich lassen. Das war schon während des Kalten Krieges so. Aber wissen sie, wer uns wieder zusammenbringen wird? Wladimir Putin.”

“Die NATO ist wichtiger denn je. Es gibt neue Gefahren, die eine gemeinsame Verteidigung erfordern: Cyberangriffte auf unsere Kommunikationswege oder die digitale Abwicklung unserer Finanzgeschäfte. Die NATO wird gebraucht, um unsere Sicherheit und unsere Lebensweise zu schützen.”

“Putin hat den Massenmord in Syrien mit ermöglicht und damit eine Flüchtlingskrise erzeugt, die zu politischen Verwerfungen in Deutschland geführt hat. Es ist wichtig, dass Deutschland zeigt, wie sehr es zum Bündnis steht. Etwa indem es seine Verteidigungsausgaben erhöht.”

“Die USA haben geholfen, eine Nachkriegsordnung aufzubauen, die Europa und der Bundesrepublik enorme Vorteile verschafft hat. Es ist traurig für mich zu sehen, dass unsere deutschen Freunde nicht mehr getan haben, um dem neuen russischen Zaren entgegenzutreten.”

(Zitate: Spiegel,3. Oktober 2020)