Geheimdienste decken russischen Stützpunkt auf

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NSA-Bild vom 4. September 2019. Ausbau des Stützpunktes Severomorsk-1 (csis).

Manchmal streut ein Geheimdienst ganz bewusst Fotos und Informationen. Zu Russland liegen jetzt von der amerikanischen Diensten (NSA und CIA) Bilder zum gezielten Ausbau des strategischen Luftstützpunktes Severomorsk-1 an der Arktis vor. Dies mag für europäische Augen nicht unbedingt von überragender Tragweite sein. Aber es öffnet die Augen für zweierlei:

  • Wie ausgeklügelt die US Dienste Satelittenbilder streuen.
  • Wie energisch Russland seine Macht an und in der Arktis vorantreibt – mit Blick auf die Nordostpassage vom Atlantik in den Pazifik, die im Zeichen der Meereserwärmung immer länger befahrbar wird.

NSA-Bild von 2012. Der Stützpunkt aus dem Kalten Krieg ist unbrauchbar.

Der strategische Wert des Stützpunktes Severomorsk-1 (69.030776 N, 33.42271 E) trat im Winter 2011/2012 hervor. Seither ist, laut NSA, nicht zu übersehen, dass Russland Severomorsk-1 zu einer mächtigen Festung ausbaut wie auch zum Sprungbrett in die Arktis.

  • Der Ausbau der Basis aus dem Kalten Krieg – stationiert waren Tu-16, T-95 und Su-24 – begann schon, bevor der Generalstab 2013 die Arktis die zur “strategisch bedeutenden Front” erhob.
  • 2013 umschrieb der Generalstab die Ziele: Verteidigung der Nordfront, namentlich der nördlichen Zugänge zu Russland; Schutz der Ressourcen zugunsten von Russland; Überwachung und Nutzung der Nordostpassage.
  • 2014 unterstellte der Generalstab Severomorsk-1 der gestärkten Nordflotte. Eine tragende Rolle kam der Stützpunkt in den Grossmanövern “OZEANSCHILD” und “GROM-19” zu.
  • Nahe der Air Base wurde der Kosmodrom Plesetsk ausgebaut, von wo aus die Raketentruppe die Interkontinentalrakete RS-24 Yars ICBM testet. Immer schon wog für Russland der Pfeiler Archangelsk.

Es folgen weitere NSA-Bilder vom 4. September 2019, alle vis CSIS.

Links gekrümmt Rollbahn im Bau, quer die 3000-Meter-Hauptpiste.

Aufgereiht fünf Maschinen.

Die weissen Pfeile zeigen auf Kavernen und Bunker.

Der NSA-Text kommt zum Schluss, seit dem Herbst 2019 sei der Stützpunkt wieder operationell, auch wenn der Ausbau weitergehe.

  • Die Luftbilder zeigen Flugzeuge und Helikopter, konzentriert auf der Nordseite der Air Base.
  • Auf den Rollbahnen bewegen sich Flugzeuge zur Hauptpiste.
  • An beiden Enden der Pisten sind Bremsspuren landender Maschinen zu erkennen.
  • An den Rollbauen wird gebaut.
  • Die Zahl der Helikopter wird auf 36 geschätzt, drei Staffeln.
  • Mindestens zwölf Flugzeuge sind auszumachen, eine Staffel.