Geheimberichte gegen Flugzeug-Projekt

Standard

 

 

So soll 2040 das FCAS aussehen.

Da herrschte noch Freude: Deutschland, Frankreich und Spanien unterzeichnen den Vertrag. Vor dem zufriedenen Macron.

 

Dass das europäische FCAS-Projekt unrund läuft, ist bekannt. FCAS heisst “Future Combat Air System”. Deutschland, Frankreich und Spanien wollen miteinander den Kampfjet bauen, der 2040 den Eurofighter und den Rafale ablöst. Das deutsche Magazin “Der Spiegel” zitiert heute aus zwei deutschen Geheimberichten, die das Vorhaben frontal in Frage stellen:

  • Am 10. Mai 2021 schreibt in Koblenz das Beschaffungsamt der Bundeswehr “innovative Technik” sei “kaum erkennbar”. In seinem 22-seitigen Bericht beanstandet das Amt “das signifikante Risiko, dass kritische Technologien nicht, nicht rechtzeitig oder nicht in ausreichendem Mass reif gemacht werden.”
  • In der Woche vom 6. zum 12 Juni 2021 erstellte das Verteidigungsministerium einen eigenen “Sachstandsbericht”: Die “starke französische Positionierung” werde dazu führen, “dass das Ziel, ein Kampfflugzeug der 6. Generation zu entwickeln, verfehlt wird.”

Frankreich dominiert

Überhaupt geht aus den Berichten hervor: Die Deutschen liessen sich von den Franzosen über den Tisch ziehen; sie vernachlässigten ihre eigenen Interessen.

  • Das Projekt FCAS steht unter Frankreichs Führung und ist extrem komplex. Paris will nicht nur einen neuen Jet, Paris will das System der Systeme: mit dem Flugzeug, Drohnenschwärmen, Datenvernetzung in “Combat Cloud”, Stealth und besten Sensoren. Die deutschen Experten bezeichnen das Vorhaben als überrissen und glauben im Klartext nicht daran, dass es bis 2040 gelingt.
  • Die deutsche Industrie werde im Vergleich mit dem französischen Partner benachteiligt. MTU, der Münchner Konzern, der Triebwerke herstellt, habe die Kooperation mit dem Pariser Unternehmen Safran “teuer erkauft”. MTU habe für das erste Testmodell auf sein Eurofighter-Triebwerk verzichtet, obwohl dieses stärker sei als der Rafale-Antrieb.
  • Wörtlich heisst es im Koblenzer Dokument, der Vertrag führe “Strukturen und Regeln fort, die nicht im deutschen Interesse sind und ausschliesslich französischen Positionen genügen.” Der deutsche Partner Airbus könne sein Know-how “in der Kernsparte Kampfflugzeug nicht im möglichen und nötigen Umfang” ausbauen, um “noch eine tragende Rolle spielen zu können.”

Fazit: “Rafale-Plus”

Das kritische Papier des Ministeriums fasst zusammen, die französische Dominanz führe zu einem “Rafale-Plus-Ansatz mit deutschen und spanischen Haushaltmitteln”.

Das wäre dann wohl nicht gerade der Kampfjet der 6. Generation.

 

So sähe das FCAS der spanischen Luftwaffe aus.