Gedanken zur Impfsituation Schweiz

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In der israelischen Armee sind 81% der Kader und Soldaten geimpft. Das Land ist im Kriegszustand und auf gesunde Streitkräfte existenziell angewiesen.

  • Der Kleinstaat Israel zählt praktisch gleich viele Einwohner wie die Schweiz. Er gedeiht nicht in der Wohlfühlgegend der Welt, in Europa. Er steht seit seiner Gründung am14. Mai 1948 im Kriegszustand. Derzeit bedroht ihn eine “Grossmacht” namens Iran (Bevölkerung 83 Millionen) samt deren Verbündeten mit der Auslöschung.
  • Dennoch (oder deshalb?) steht Israel in der Rangliste der Corona-Impfungen an der Spitze. Soeben liess der Oberfeldarzt, Brigadegeneral Alon Glazberg, offiziell verlauten, 81% der Kader und Soldaten der Armee seien geimpft. Bald wird auch die zivile Bevölkerung mit der zweiten Impfung die 50% erreicht haben.

Warum kann Israel, was die Schweiz nicht kann?

  • In der Schweiz dagegen kommt die grösste Operation, die unser Land seit dem Zweiten Weltkrieg zu bestehen hat, nicht in die Gänge. Die Zürcher Presse verbreitet Bilder von bestens eingerichteten Impfstationen – leer, der Bund liefert das A und O, den Impfstoff, nicht oder verspätet.
  • Wer versagt? Unbestritten liegt die Beschaffung der Vakzine in der Hand des Bundes – dummerweise wieder in der Verantwortung des BAG, das uns im ersten Lockdown faustdick anlog, Masken schützten nicht (die Landesvorsorge hatte die rechtzeitige Beschaffung von Schutzmaterial verpennt); des BAG auch, das auf zweifelhafte Experten hört und uns prompt mit einer Jo-Jo-Politik überzieht. Hüst und Hott.
  • Im BAG fällt die Beschaffung der Impfstoffe ins Dikasterium der Diplomatin Kronig, die vorher noch nie auch nur im entferntesten etwas mit Einkauf, mit unternehmerischem Denken, mit Planung und Initiative zu tun gehabt hatte. Es ist unfassbar, dass der Bund die Verantwortung für den zentralsten Teil seiner bedeutendsten Operation in die Hand dieser Frau legt.

Geballte Kompetenz – auch ökonomisch

  • Es liegt uns fern, die guten alten Zeiten zu beschwören. Es war auch damals nicht alles Gold, was glänzte.
  • Aber eine Erinnerung hat sich in mein Gedächtnis eingebrannt. Während des Kalten Krieges und danach kam alle vier Jahre die politische, wirtschaftliche und militärische Elite unseres Landes in der Mannschaftskaserne Bern zu einer gross angelegten, einwöchigen “Übung” zusammen (unter wechselnden Namen, GVU, SFU und so weiter).
  • Unvergessen bleiben die “Trainings” von 1984 und 1988. Es ging nicht um eine Pandemie, obwohl man schon damals eine weltweite Seuche als reale Bedrohung einstufte. Es ging vielmehr um die Abwehr eines “roten” Durchmarsches entlang der Bodensee-Rhein-Achse.
  • Obwohl das Militär Oberhand hatte, staunte ich über die wirtschaftlich-kaufmännische Kompetenz, die beide Male in den engen Räumen der ehrwürdigen Kaserne versammelt war.

Worauf will ich hinaus?

  • Zu dieser wirtschaftlichen Elite gehörten – erstens – auch Köpfe aus der Basler Chemie. In Sachen Pharma verkörperte die Schweiz stets Weltspitze.
  • Zweitens lebte die Miliz in jener Zeit flächendeckend. Es war absolut selbstverständlich, dass die brillanten Basler ihr Wissen und Können generös zum Wohl des Landes einbrachten. Probleme in der Landesversorgung waren gleich Null. Zu viele Spitzenleute aus der Privatwirtschaft stellten ihre Erfahrung und Fähigkeit zur Verfügung.
  • Drittens verbanden einfache, pragmatische Führungsgrundsätze die damalige Elite – praktisch gelernt von der Pike auf in den militärischen Schulen, gefestigt im WK, wo Planung, Entschlussfassung, Befehlsgebung und das konsequente Umsetzen im Massstab 1:1 zum Tragen kamen.

Gesundheit und Wohlstand

Es ist darum schwer zu verstehen, dass ausgerechnet die Pharma-Grossmacht Schweiz vor ihrer schwersten Herausforderung seit 1945 versagt.

Warum kommt die enorme Kompetenz und Kraft der Basler Giganten – man bestaune am Rhein deren Turm, deren Campus – nicht besser zum Tragen – jetzt, wo es einerseits um die Gesundheit von Millionen geht, anderseits aber auch um den Fortbestand der Wirtschaft und unzähliger KMU?

Warum lässt man eine unbedarfte Diplomatin einfach so wursteln? In einem Umfeld von Beamten, die die Anforderungen des Marktes und der Privatwirtschaft nur vom Hörensagen kennen! Eigentlich ist es unfassbar; und womöglich sogar eine Schande.

Darüber kann auch unsere rot-grün-linksliberale Presse und das Staatsradio und -Fernsehen nicht hinwegtäuschen. Exakt die Kreise, die so gern von den Medien als “vierter Gewalt” schwafeln (staatsrechtlich und staatspolitisch eine Anmassung), exakt diese Redaktionen üben sich seit Februar 2020 gegenüber Bundesrat Berset in vorauseilendem Gehorsam.

Was immer aus dem Bundesrat kommt, an der Tagesschau erscheint jemand, der uns mit dem Bundeshaus im Hintergrund erklärt, was Berset wieder Gutes, Gescheites, Hilfreiches will und tut – manchmal verbunden mit Prognosen, deren Wert sich dann innert Kürze als Treffer erweist, meist aber als Nuller.

Dr. Peter Forster, als Major, Oberstlt und Oberst Teilnehmer an mehreren GVU/SFU ab 1984 (mit eigenem Urteil über den Absturz der “Übungen” nach dem Fall der Berliner Mauer, so 1992; jedoch mit sehr positiver Erinnerung an das Cyber-Training der RAND Corporation 1997).