Galaktisch!

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Bob Beamons Sprung auf 8,90 Meter in Mexiko 1968.

Unverhofft kommt oft. Manchmal erhält man aus mehrerer Herren Länder Mails auf Texte, von denen das am wenigsten zu erwarten gewesen war. Zur nicht ganz ernstgemeinten Kritk am inflationären Gebrauch von “historisch” im Sport eine kleine Auswahl:

  • “Sie vergessen galaktisch, und überhaupt der Griff zu den Sternen: Der Ausserirdische. Wie auf dem Mond. Von einem anderen Stern. Und der goldene Engel Mihambo”. (Mit Mihambo ist die deutsche Weitspringerin Malaika Mihambo gemeint, die in Tokio der Amerikanerin Brintney Reese mit 7,00 Metern im letzten Versuch Gold um drei Zentimeter entriss; red.)
  • “Auch galaktisch muss wieder herhalten. Erinnert an die SP-Politikerin Ursula Koch. Als sie Co-Chefin der SP Schweiz wurde, nannte sie ihr eigenes Duo intergalaktisch. Verglühte dann rasch.”
  • “Es ist verdienstvoll, dass Sie die Sportsprache relativieren. Jetzt wieder häufig auch: noch nie da gewesen und Der Grösste aller Zeiten. Bob Beaman verbesserte 1968 in Mexiko den Weitsprung-Weltrekord von 8,35 auf 8,90 Meter. Aber damals waren die Reporter noch bescheidener.”
  • “Wenn schon Tokio, dann der Weitsprung-Final von 1991. Unter Taifun-Einfluss sprang Carl Lewis 8,91 und 8,94 Meter weit, aber Mike Powell steigerte den Weltrekord auf 8,95.  Das war so grossartig wie Warholm und Benjamin.” (Das welsche Fernsehen sprach damals vom “le plus grand concours de tous les temps”, genau in Tokio, wo die Floskel nun wieder zu Warholm/Benjamin bemüht wird; red.)