Frommer Wunsch an Frankreichs “Force de frappe”

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Frankreichs “Force de frappe”.

Siehe auch > Frankreich – einzige Atommacht der EU

Vor Jahren enttäuschte der Berliner Politologe Herfried Münkler an der ETH Zürich seine Zuhörer: Statt einen Vortrag zu halten, las er aus einem eigenen Buch ein Kapitel vor. Für provokative Äusserungen ist Münkler aber allemal noch gut, so zur Militärpolitik der Europäischen Union:

  • “Sie (die EU) muss durch die Zusammenfassung ihrer militärischen Fähigkeiten vielmehr in ihre Hard Power investieren. Dabei spielen die grossen Länder die führende Rolle. Das bedeutet auch eine Europäisierung der nuklearen Waffen Frankreichs.”
  • “Denn so viel ist klar: Man ist nur dann nicht erpressbar, wenn man sagen kann, wir setzen einen Preis für die Aggression, den der mögliche Angreifer unter keinen Umständen bezahlen will!”

Gut gebrüllt, Löwe! Nur:

  • Hard Power bedeutet schlicht militärische Kampfkraft – Rüstung, Training, Führung, Motivation. Wo bleibt in der EU nach dem Brexit noch eine starke, kriegsgenügende Armee? In Polen vielleicht? Aber die Polen vertrauen politisch nur den USA und der NATO, nicht der EU – aus gutem Grund.
  • Und Frankreich, das seine Atomwaffen “europäisiert”? Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass Paris seine force de frappe mit Berlin, Madrid oder Rom teilt.
  • Vollkommen Recht hat Professor Münkler, wo er das Kriegsgenügen der europäischen Armeen anmahnt. Ohne den Schutz der Vereinigten Staaten und der NATO wäre Europa erpressbar – siehe jetzt die Ukraine.