Frankreich: Der Brief der Offiziere im Wortlaut

Standard

 

 

Generalstabschef François Lecointre droht den Offizieren mit dem Entzug ihrer Privilegien.

 

  • In Frankreich hat der Brief von zahlreichen Offizieren, darunter auch von Generälen, eine heftige Debatte ausgelöst.
  • In der Schweizer Presse wird der Brief “zerrissen”. Die Kommentatoren werfen den Offizieren vor, sie riefen zum Staatsstreich, und erinnern an den Vorrang der Politik vor dem Militär.
  • Einzelne Schreiber sehen Frankreichs Demokratie in Gefahr und bezichtigen die Offiziere des Rassismus.
  • In den meisten Kommentaren wird der Brief mit dem Wahlkampf 2022 um das Präsidentenamt verknüpft, weil Marine Le Pen, die offenbar die stärkste Herausforderin des Präsidenten Macron ist, dem Inhalt zugestimmt hat.
  • General François Lecointre, der Generalstabschef, droht den pensionierten Offizieren mit dem Entzug von Privilegien.

 

Es folgt die Übersetzung des umstrittenen Dokumentes in die deutsche Sprache. Beim Lesen kann sich jede und jeder seine eigene Meinung über das Schreiben bilden. 

OFFENER BRIEF AN DIEJENIGEN, DIE UNS REGIEREN

«Herr Präsident, Meine Damen und Herren von der Regierung, Meine Damen und Herren des Parlaments

Dies ist eine schwere Stunde, Frankreich ist in Gefahr, mehrere tödliche Gefahren bedrohen es. Wir, die wir auch im Ruhestand Soldaten Frankreichs bleiben, können unter den gegenwärtigen Umständen nicht gleichgültig gegenüber dem Schicksal unseres schönen Landes bleiben.

Unsere Trikolore ist nicht nur ein Stück Stoff, sie symbolisiert die Tradition derer, die unabhängig von ihrer Hautfarbe oder ihrem Glauben Frankreich gedient und ihr Leben für Frankreich geopfert haben, über die Jahrhunderte hinweg. Auf diesen Flaggen finden wir die Worte “Honneur et Patrie” in goldenen Buchstaben. Unsere Ehre besteht heute darin, die Desintegration, die unser Land betrifft, anzuprangern.

  •  Ein Niedergang, der durch einen gewissen Antirassismus nur ein Ziel hat: auf unserem Boden ein Unbehagen, ja Hass zwischen den Gemeinschaften zu schaffen. Heute sprechen einige von Rassismus, Indigenismus und dekolonialen Theorien, aber durch diese Begriffe ist es der Rassenkrieg, den diese hasserfüllten und fanatischen Unterstützer wollen.
  • Sie verachten unser Land, seine Traditionen, seine Kultur, und wollen es auflösen, indem sie seine Vergangenheit und seine Geschichte wegreißen. So greifen sie mit Hilfe von Statuen frühere militärische und zivile Herrlichkeiten an, indem sie jahrhundertealte Worte analysieren.
  • Das ist eine Desintegration, die mit dem Islamismus und den Horden aus den Vorstädten dazu führt, dass viele Teile der Nation abgetrennt und in Gebiete verwandelt werden, die Dogmen unterworfen sind, die im Widerspruch zu unserer Verfassung stehen. Aber jeder Franzose, egal ob er gläubig ist oder nicht, ist überall in Frankreich zu Hause; es kann und darf keinen Ort oder Bezirk geben, in dem die Gesetze der Republik nicht gelten.
  • Verspätung, weil bei Demonstrationen, bei denen die Macht die Ordnungskräfte als Stellvertreter und Sündenböcke vor den Franzosen in gelben Westen, die ihre Verzweiflung ausdrücken, einsetzt, der Hass Vorrang vor der Brüderlichkeit hat.
  • Dies, während eingeschleuste und vermummte Personen Geschäfte plündern und eben diese Ordnungskräfte bedrohen. Doch diese wenden nur die – manchmal widersprüchlichen – Richtlinien an, die von Ihnen, den Herrschenden, vorgegeben werden.

Die Gefahren werden immer grösser, die Gewalt nimmt von Tag zu Tag zu. Wer hätte vor zehn Jahren vorausgesagt, dass eines Tages ein Lehrer vor seiner Schule enthauptet werden würde? Nun können wir, die Diener der Nation, die schon immer bereit waren, ihre Haut auf die Probe zu stellen – wie es unser militärischer Status verlangte –, keine passiven Zuschauer solcher Aktionen sein.

Deshalb müssen diejenigen, die unser Land führen, unbedingt den nötigen Mut aufbringen, diese Gefahren zu beseitigen. Hierfür reicht es oft aus, die bereits bestehenden Gesetze ohne Schwachstellen anzuwenden. Vergessen Sie nicht, dass eine grosse Mehrheit unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger wie wir die Nase voll hat von Ihrem zaudernden und schuldbewussten Schweigen.

Wie Kardinal Mercier, Primas von Belgien, sagte: “Wenn die Klugheit überall ist, ist der Mut nirgends. “Also, meine Damen und Herren, genug Zaudern, die Stunde ist ernst, die Arbeit ist kolossal; verschwenden Sie keine Zeit und wissen Sie, dass wir bereit sind, die Politik zu unterstützen, die den Schutz der Nation in Betracht ziehen wird.

Anderseits, wenn nichts unternommen wird, wird sich die Laxheit in der Gesellschaft unaufhaltsam weiter ausbreiten, was letztendlich zu einer Explosion und zum Eingreifen unserer aktiven Kameraden in einer gefährlichen Mission zum Schutz unserer zivilisatorischen Werte und zum Schutz unserer Landsleute auf dem nationalen Territorium führt.

Wir sehen, dass es keine Zeit mehr ist, zu zögern, sonst wird morgen der Bürgerkrieg diesem wachsenden Chaos ein Ende setzen, und die Toten, für die Sie verantwortlich sein werden, werden zu Tausenden gezählt werden.”

Ende Zitat

Für die Leserinnen und Leser, die sich ihre Meinung anhand des Originaldokumentes bilden wollen, folgt der Brief in französischer Sprache.

 

LETTRE OUVERTE A NOS GOUVERNANTS

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Monsieur le Président, Mesdames, Messieurs du Gouvernement, Mesdames, Messieurs les parlementaires,

L’heure est grave, la France est en péril, plusieurs dangers mortels la menacent. Nous qui, même à la retraite, restons des soldats de France, ne pouvons, dans les circonstances actuelles, demeurer indifférents au sort de notre beau pays.

Nos drapeaux tricolores ne sont pas simplement un morceau d’étoffe, ils symbolisent la tradition, à travers les âges, de ceux qui, quelles que soient leurs couleurs de peau ou leurs confessions, ont servi la France et ont donné leur vie pour elle. Sur ces drapeaux, nous trouvons en lettres d’or les mots “Honneur et Patrie”. Or notre honneur aujourd’hui tient dans la dénonciation du délitement qui frappe notre patrie.

  •  Délitement qui, à travers un certain antiracisme, s’affiche dans un seul but : créer sur notre sol un mal-être, voire une haine entre les communautés. Aujourd’hui certains parlent de racialisme, d’indigénisme et de théories décoloniales, mais, à travers ces termes, c’est la guerre raciale que veulent ces partisans haineux et fanatiques.
  • Ils méprisent notre pays, ses traditions, sa culture, et veulent le voir se dissoudre en lui arrachant son passé et son histoire. Ainsi s’en prennent-ils, par le biais de statues, à d’anciennes gloires militaires et civiles en analysant des propos vieux de plusieurs siècle
  • Délitement qui, avec l’islamisme et les hordes de banlieue, entraîne le détachement de multiples parcelles de la nation pour les transformer en territoires soumis à des dogmes contraires à notre constitution. Or chaque Français, quelle que soit sa croyance ou sa non-croyance, est partout chez lui dans l’Hexagone ; il ne peut et ne doit exister aucune ville, aucun quartier où les lois de la République ne s’appliquent pas.
  • Délitement car la haine prend le pas sur la fraternité lors de manifestations où le pouvoir utilise les forces de l’ordre comme agent supplétif et bouc émissaire face à des Français en gilets jaunes exprimant leurs désespoirs.
  • Ceci alors que des individus infiltrés et encagoulés saccagent des commerces et menacent ces mêmes forces de l’ordre. Pourtant ces dernières ne font qu’appliquer les directives, parfois contradictoires, données par vous, gouvernants.

Les périls montent, la violence s’accroît de jour en jour. Qui aurait prédit il y a dix ans qu’un professeur serait un jour décapité à la sortie de son collège ? Or nous, serviteurs de la Nation, qui avons toujours été prêts à mettre notre peau au bout de notre engagement – comme l’exigeait notre état militaire, ne pouvons être devant de tels agissements, des spectateurs passifs.

Aussi ceux qui dirigent notre pays doivent impérativement trouver le courage nécessaire à l’éradication de ces dangers. Pour cela, il suffit souvent d’appliquer sans faiblesse des lois qui existent déjà. N’oubliez pas que, comme nous, une grande majorité de nos concitoyens est excédée par vos louvoiements et vos silences coupables.

Comme le disait le cardinal Mercier, primat de Belgique : « Quand la prudence est partout, le courage n’est nulle part. » Alors, Mesdames, Messieurs, assez d’atermoiements, l’heure est grave, le travail est colossal ; ne perdez pas de temps et sachez que nous sommes disposés à soutenir les politiques qui prendront en considération la sauvegarde de la nation.

Par contre, si rien n’est entrepris, le laxisme continuera à se répandre inexorablement dans la société, provoquant, au final une explosion et l’intervention de nos camarades d’active dans une mission périlleuse de protection de nos valeurs civilisationnelles et de sauvegarde de nos compatriotes sur le territoire national.

On le voit, il n’est plus temps de tergiverser sinon, demain la guerre civile mettra un terme à ce chaos croissant, et les morts, dont vous porterez la responsabilité, se compteront par milliers.