Flugplatz: Mech-Infanterie entsetzt Paras

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Das Bild stammt laut Southfront von der Luftlandung und zeigt einen Mi-17-Transporthelikopter. Vor dem Heli geduckt Fallschirmjäger. Hinten landet ein weiterer Mi-17. Southfront gab die Fotografie frei. Sie wurde von einem Armeefotografen aufgenommen und einer Agentur verbreitet.

  • Am 25. Februar melden mehrere russische Quellen, darunter der bekannte Russland-freundliche Dienst Southfront: Um 10 Uhr Ortszeit brach eine russische Mech-Infanterie-Formation zu den Fallschirmjägern durch, die 24 Stunden zuvor den Flugplatz Gostomel in Besitz genommen und seither gehalten hatten. Die Mech-Infanterie stiess gezielt zu den Fallschirmjägern vor.
  • Nach russischer Doktrin muss eine Luftlandung innert 72 Stunden entsetzt werden. Das sei erfolgt, auch dank der Panzeroffensive in die Vororte von Kiew.

Southfront bringt Bilder und legt Details vor:

  • Die Landung am ersten Kampftag erfolgte mit Mi-17-Transporthelikoptern, welche die Fallschirmjäger von Norden nach Kiew brachten.
  • Die Helis setzten eine verstärkte Luftlandekompanie ab, deren Bestand mit gut 200 Mann angegeben wird. Die Einheit sei so verstärkt worden, dass sie drei Tage auf sich allein gestellt durchhalten konnte. Sie sei befähigt gewesen, die permanenten ukrainischen Angriffe abzuweisen und den Flugplatz zu halten.
  • Dem Flugplatz Gostomel komme eine gewisse operative Bedeutung bei. Er liegt nordwestlich nur sieben Kilometer vom Stadtzentrum, dem Maidan, entfernt.

Weitere Luftlandungen?

Southfront berichtet von weiteren Luftlandungen am 25. Februar 2022. Auch in den Kiewer Quartieren Minsk (Sie lessen richtig, das Viertel existiert), Vinogradarsky und Obolonsky hätten Fallschirmjäger heliportiert Stützpunkte in Besitz genommen. Diese lägen auf den Angriffsachsen der Panzerarmee, deren Ziel Kiew lautet – wie auch immer der Generalstab die Schlüsseloperation des Krieges plant.

Sowjetische Erfindung

Den Einsatz von Fallschirmen zu militärischen Zwecken haben nicht etwa die Deutschen oder die Briten erfunden. Nein, es war auf Stalins Weisung die Rote Armee, die Ende der 1920er-Jahre mit Fallschirmen zu experimentieren begann.

Im Zweiten Weltkrieg gelangten Springerinnen und Springer gezielt zum Einsatz. Die polnische Résistance ersuchte die Sowjetunion gegen die Wehrmacht um Führung, Waffen, Munition und Gerät. Die Rote Armee setzte Spitzeninstruktoren und -Kommandanten über den ausgedehnten polnischen Wäldern ab, die in Lichtungen landeten und Ausbildung und Führung übernahmen; samt Material. Die erste grosse operative Luftlandung erfolgte im Winter 1941/1942, als Marschall Schukow die Heeresgruppe Mitte unter General von Bock vor sich her trieb.

Die russische Armee übernahm die Tradition und stellt heute eine Luftlande-Teilstreitkraft von 45’000 Mann mit vier Divisionen und vier Brigaden. Im Ukrainekrieg wurden bisher keine Absprünge gemeldet, “nur” Heli-Landungen – im Gegensatz zu 1941/42.