Flammenwerfer TOS-1 in Batteriestärke

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TOS-1 Flammenwerfer.

Lange verheimlichten die Rote und dann die Russische Armee den Flammenwerfer TOS-1. Doch spieen die ersten TOS-1 Buratino (Pinocchio) schon in Afghanistan und Tschetschenien Feuer. Im Panshir-Tal verbrannten Mudjahedin, in Grozny Aufständische. Der TOS-1A Solnzepjok (Sonnenhitze) tauchte 2015 im Donbasskrieg gegen die Ukraine auf, 2016 in Aleppo und 2017 in Mosul, beide Male gegen den ISIS. Aber stets machten Sowjets, Russen und Iraker ein Geheimnis um die fürchterliche Waffe.

2022 wurde das Ungetüm mit seinen 24 oder 30 Brennern auch in der Ukraine festgestellt. Teils verwackelte, teil doch eher offizielle Fotos zeigten den 220-mm-Flammenwerfer. In den Räumen Charkow, Mariupol und Sewerodonezk richtete er Tod und verderben an – indes in der Regel im Einzeleinsatz.

In Einerkolonne

Und jetzt das! Neu geben die Russen die Aufnahme von mindestens neun TOS-1 frei. Sie promenieren in Einerkolonne über ein eigenartig zu identifizierendes Gelände. Die offizielle Bildlegende kommt karg daher: “Flammenwerfer TOS-1”. Weder ist zu erkennen, ob der vorderste Werfer 24 oder 30 Brenner ins Gefecht führt, noch verrät der Fotograf, wo, wann und wie er die Maschinen aufnahm.

  • Erprobt der Hersteller Omsktransmasch auf seinem Werkgelände soeben produzierte Systeme? Oder ist es ein Waffenplatz? Verschieben die mindestens neun Werfer zur Front? Gegen letztere Deutung sprechen allerdings die zwei oder drei Doppelspuren gleich links der linken Raupen.
  • Neun Werfer mit 24 oder 30 Rohren ergäben bei den Stalinorgeln Uragan und Smerch anderthalb Batterien. Aber kann das der Sinn der Fotografie sein? Neun TOS-1 im Verband, in einem furchterregenden Waffenverbund? Soll das Bild Angst einflössen? Seht, wir haben Flammenwerfer reihenweise!

Schwer zu sagen. Jedenfalls ist es die Kundgebung von Macht, von Stärke, von Überlegenheit; oder soll es sein.

2020 stellte Omsktransmasch die ersten TOS-2 Tosotschka fertig. Sie gingen an den Militärbezirk Zentrum mit HQ in Jekaterinburg. Der TOS-2 kann es auf dem Bild jedoch nicht sein; denn er kommt auf dem 6×6-Lastwagen Ural-6370 daher.