Flab-Schutz: „Iron Dome“ nicht kompatibel

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In Israel geniesst das Fliegerabwehr-System Iron Dome (Eiserne Kuppel) einen guten Ruf. Über 90% der anfliegenden Hamas- und Hisbollah-Raketen holt die Erfindung des staatlichen Herstellers Rafael vom Himmel. Die  USA melden jetzt, die zwei von ihnen gekauften Iron-Dome-Batterien seien mit der amerikanischen Flab-Konfiguration nicht kompatibel.

  • Seit 2011 schützen mehrere mobile Iron-Dome-Batterien den Raum südlich von Tel Aviv vor den primitiven Kassam-Raketen der Hamas-Terroristen, namentlich die Städte Ashdod, Ashkalon, Sderot und Beersheva.
  • Mehrere Batterien stehen auch im Norden, der 2006 im Zweiten Libanonkrieg unter Hisbollah-Raketen gelitten hatte. Eine Batterie schützt ganz im Süden den Hafen Eilat.
  • Das System erfasst früh nach dem Start der gegnerischen Raketen, welches Geschoss eine Ortschaft trifft und welches in der Wüste landet. Iron Dome bekämpft Ziele nicht, die irgendwo im Sand explodieren, wenn überhaupt.

35‘000 Dollar pro Schuss

Das macht Iron Dome vergleichsweise kostengünstig. Eine Tamir-Rakete kostet rund 35‘000 Dollar. Weil in der Regel zwei Raketen auf ein Ziel verschossen werden, kommt der Abschuss einer Kassam- oder iranisch produzierten Hisbollah-Rakete auf rund 70‘000 Dollar zu stehen.

  • Die USA unterstützten Iron Dome finanziell. Solche Beiträge sind nicht unüblich und nehmen seit 2017 im Zeichen der Trump-Netanyahu-Freundschaft noch zu.
  • So war es gegeben, dass die USA der Herstellerin Rafael zwei Systeme abkauften. Sie erhofften sich einen Know-how-Gewinn und prüfen, ob sie für ihre eigene bodengestützte Fliegerabwehr weitere Batterien beschaffen wollen.
  • Bei ersten Tests traten unerwartete Probleme auf. Iron Dome lasse sich nicht so leicht ins amerikanische System integrieren wie erwartet.
  • Zudem heisse Fliegerabwehr heute umfassende Luftverteidigung, nicht nur gegen Flugzeuge und Raketen, sondern auch gegen Drohnen und vor allem gegen tiefliegende Cruise Missiles.
  • In der Bekämpfung tief ankommender Geschosse weise Iron Dome Mängel auf. Im September 2019 hätte die iranische Attacke auf saudische Erdölanlagen bewiesen, welche erheblichen Schaden tiefliegende Drohnen und Marschflugkörper anrichten.

Schweizer P.S.
Beim Mittelstreckensystem David‘s Sling kooperierte Rafael mit den USA noch enger. Rafael (Israel) trug 80% der Entwicklung, Raytheon (USA) 20%. Als Rafael mit David‘s Sling ins Schweizer BODLUV-Rennen stieg, kam Israel mit dem Raytheon-Produkt Patriot in die Quere und zog sich zurück.