Farwick zur Ukraine: Wetter beachten!

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Siehe auch > Jürg Kürsener zum Ukraine-Konflikt

November 1941: Die Wehrmacht in der Schlammperiode.

  • Unser Deutschland-Korrespondent, Brigadegeneral Dieter Farwick, Panzergrenadier, ex-Chef des Militärischen Nachrichtendienstes der Bundeswehr und ex-Kommandant der Korpstruppen des III. Korps, sendet uns seine aktuelle Lagebeurteilung zur Ukraine.
  • Wie Oberst i Gst Kürsener in seiner Einschätzung weist er auf das Wetter hin.
  • In Osteuropa tritt im Frühjahr und im Herbst jeweils die berüchtigte Hexe Rasputizia in Aktion – eine längere Schlammperiode, die gepanzerten Angreifern die Attacke erschweren kann. Die Operation “BARBAROSSA” der deutschen Wehrmacht geriet im Oktober/November 1941 ins Stocken: Ihre Fahrzeuge blieben im Schlamm stecken. Vom 5. Dezember an erlitt sie vor Moskau ihren ersten schweren Rückschlag.

Aktuelle Lagebeurteilung zum Ukraine-Konflikt

Von Brigadegeneral Dieter Farwick

  • Es schwirren viele Gerüchte durch die Welt, ob und wann Russland die Ukraine angreift. Der Aufmarsch der 100’000 Soldaten reicht nach meiner Auffassung nicht aus, um die Ukraine massiv anzugreifen.
  • Putin wird versuchen, mit einer begrenzten Operation sein Gesicht zu waren
  • Er könnte mit eigenen Kräften – einschliesslich seiner Söldnertruppe “Wagner” – einen Scheinangriff auf “seine” beiden Provinzen in der Ukraine Donezk und Luhansk starten.  Diesen Scheinangriff könnte Putin zu einer begrenzten Invasion in die Ukraine ausnutzen, um die “ukrainischen Angreifer” zurückzuschlagen. Es gäbe nur Sieger. Der Westen könnte sogar einen Erfolg feiern: Die NATO könnte auf ihre Standfestigkeit hinweisen.
  • Deutschland könnte den Besuch von Baerbock in Moskau als ihren Verhandlungserfolg verkaufen.
  • Ein Aspekt wird häufig übersehen: das Wetter. Sollte es zu einer baldigen Erwärmung der Erdoberfläche kommen, bekäme Russland Schwierigkeiten, seine Panzer und Geschütze aus dem Schlamm zurückzuholen.
  • Es könnte aber auch ganz anders kommen.

Russland: Spuren im Schlamm.