F-35, Teil 3: Das muss ein guter Jet sein

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F-35A der US Air Force, eines der beiden besten Kampfflugzeuge der Welt. Wenn seine Gegner derart viel Dreck werfen wie jetzt, dann muss an diesem Produkt der 5. Generation etwas dran sein.

 

Noch ist die Anti-F-35-Initiative nicht eingereicht. Aber im Tagestakt können wir Unsinn lesen wie von Klaus J. Stöhlker: “Die meisten intelligenten Amerikaner würden sich freuen, wenn die Schweiz den F-35, ihr eigenes Kampfflugzeug, nicht kaufen würden.” Oder vom Internet-Dienst Watson, die amerikanische Luftwaffe reduziere ihre F-35-Bestellung von 1’700 auf 900 Flugzeuge – die reine Unwahrheit.

Dem fernen Beobachter an einem der beiden grossen Schweizer Grenzseen drängt sich die Frage auf: Was kann am Jet, der die Schweizer Evaluation aviatisch mit grossem Vorsprung gewann, derart schlecht sein? Wenn ein Mann, ein Produkt Tag für Tag heruntergemacht wird, kommt einem unwillkürlich Hannibal in den Sinn, mit Alexander und Cäsar einer der drei überragenden Feldherren der Antike: “Von der Parteien Hass und Gunst verwirrt, schwankt sein Charakterbild in der Geschichte.”

Vergessen seine Alpenüberquerung, die Siege gegen Rom, seine Truppennähe, das operative Ingenium, die taktische Begabung, das Meisterstück von Cannae? Offenbar. Anderseits: Der Feldheer Hannibal wird die Gelehrten noch in 100 Jahren beschäftigen, nicht so Roms Chronisten, die ihn fürchteten und hassten. Wenn die Leistungen eines Mannes nach mehr als zwei Jahrtausenden die Gemüter noch derart aufwühlen, muss er ein Genie, ein Grosser gewesen sein.

Übertragen auf die Gegenwart: Wenn einer der beiden besten Kampfjets der Welt – der andere ist der Suchoi-57 – derart kaputt geschrieben wird wie der F-35, dann muss an diesem Produkt der 5. Generation etwas dran sein. Wenn sich die einschlägigen Scharfmacher im Verbund des lila-grün-roten Medien-Mainstreams derart ereifern, dann müssen sie den F-35 fürchten und ergo hassen und mit Dreck bewerfen.

Nur: Warum führt – auch in Europa – eine um die andere Luftwaffe den F-35 ein? Und weshalb weicht das neutrale Finnland vom F/A-18 ab und kauft 64 F-35? Wieso sind Israels anspruchsvolle Piloten des Lobes voll über ihrem F-35I Adir – nach spektakulärer Aufklärung über Iran und durchschlagendem Kriegseinsatz? Und warum schwang der F-35 in der strengen Armauisse-Evaluation über den Walliser Alpen so eindeutig obenaus?

Mit der Hannibal-Analogie: Wenn ihn seine Feinde derart fürchten, muss das ein guter, ein grosser Jet sein, den die Schweiz auserkoren hat.