F-35 – Schweiz vorbildlich

Standard

 

Bundesrätin Viola Amherd, der Armeechef Thomas Süssli und der Rüstungschef Martin Sonderegger informierten im Juni 2021 über den Kampfjet-Entscheid.

Die Redaktion dankt ihrem Aviatik-Korrespondenten Konrad Alder für die Überlassung des folgenden Blick-Beitrags.

Schweiz als Vorbild: Kampfjet-Beschaffung macht Deutsche neidisch. In der Schweiz umstritten, in Deutschland bewundert: Deutsche Politiker fordern, dass sich ihre Regierung bei der Kampfjet-Beschaffung die Schweiz als Vorbild nimmt.

Drei Jahre hat das Verteidigungsdepartement geprüft, getestet und abgewogen. Am Ende stand für Bundesrätin Viola Amherd zweifelsfrei fest, welcher Kampfjet es werden soll. Ende Juni verkündete der Bundesrat, dass die Schweiz 36 F-35-Kampfjets des US-amerikanischen Herstellers Lockheed Martin beschaffen will.

Norwegische F-35A beim Air Policing.

Nach Bundesrats-Entscheid: Die F-35-Tarnkappenjets erhitzen die Gemüter.

Während das Beschaffungsverfahren in der Schweiz für Kritik gesorgt hat, stösst es in Deutschland auf Begeisterung.

Die deutsche FDP findet es so überzeugend, dass sie von der Bundesregierung fordert, sich das Verfahren bei der Schweiz abzugucken. Das berichtet «CH Media». Es sei «nicht nur vorbildlich, sondern auch bei milliardenschweren Rüstungsentscheidungen mit langfristigen Folgen rational nachvollziehbar», schreiben FDP-Parlamentarier.

Ersatz für Tornados

In Deutschland läuft seit vergangenem Jahr die Suche nach einem Nachfolge-Typ für die Tornado-Kampfjets, die man in den 80er Jahren gekauft hatte. Die Jagdbomber waren unter anderem als Aufklärungsflugzeuge im Kampf gegen die Terrormiliz IS im Irak und Syrien im Einsatz. Bis 2030 sollen sie ersetzt werden.

Zur Auswahl stehen der deutsche Eurofighter sowie drei US-amerikanische Modelle: die F-15 von McDonnell Douglas, die F-18 von Boeing sowie die F-35 von Lockheed Martin, die die Schweiz beschaffen wird.

Auch in Deutschland müsse die Öffentlichkeit den Beschaffungsentscheid «anhand konkreter Entscheidungskriterien» nachvollziehen können, fordern die deutschen FDP-Politiker. Damit könne man die Kritik vorbeugen, dass die Typenwahl ein politischer Entscheid war.

Die Bundesregierung gibt sich in ihren Antworten auf den Vorstoss wortkarg. Sie will sich nicht dazu äussern, welche Schlüsse man aus dem Schweizer Beschaffungsverfahren zieht. «Für eine eigene Bewertung liegen keine ausreichenden Informationen hierzu vor», teilt die Regierung nur mit. (lha)

Es folgen Kommentare aus dem Publikum:
Alexandra Weber
Viola Amherd ist der STAR im Bundesrat. Endlich eine offene, ehrliche und kooperative Magistratin die sich auch mit viel Wissen für Land und Bürger durchsetzt – BRAVO – wir sind STOLZ auf Sie Frau Amherd – danke und DUREHEBE will heissen: WEITER SO BITTE für eine FREIE unabhängige Schweiz.
Heidi Zurbuchen
Sorry… aber waren die Deutschen je einmal nicht neidisch auf die Schweiz? Das erlebe ich täglich am Telefon hautnah…
Hanspeter Kobelt
Gibt es in der Schweiz wirklich noch Leute, welche die Zeiten Winkelrieds, mit Speer und Hellebarde gegen Eindringlinge kaempfend, als zeitgemaess ansehen? Wir leben in einem anderen Jahrhundert, und die Bedrohungen bestehen und vergroessern sich. Groessenwahnsinnige Diktatoren brauchen Land, Wissen usw. Haetten unsere Vaeter damals gedacht wie viele Leute heute, waere die Schweiz wohl nun irgendeine Provinz eines anderen Staates. Dass Verteidigung etwas kosten darf und muss, duerfte klar sein. Andererseits wird unser Geld mit der Giesskanne fuer zweifelhafte Hilfe fuer andere ausgeschuettet.