Eurofighter – “Ente” und Argument

Standard

 

In der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” (FAZ) vom 16. November 2020 schreibt Peter Carstens zum Auftrag der Bundeswehr an Airbus, es seien 38 Eurofighter der Tranche 4 zu beschaffen:

  • “Für Airbus kommt der Auftrag auch deswegen goldrichtig, weil die Schweiz in der ersten Novemberhälfte (!!!) ebenfalls über die Beschaffung von 36 bis 40 neuen Kampfflugzeugen entscheiden will.”
  • “Im Wettbewerb sind neben amerikanischen F-35- und F-18-(!)Jets auch Eurofighter und französische Rafale. Die schweizerische und die deutsche Luftwaffe könnten beide von einer gemeinsamen Bestellung profitieren, finanziell, aber auch taktisch.”
  • “Bei Aribus hofft man, dassdie aktuelle und hochmoderne “Quadriga”-Tranche um die schweizerische Bestellung ergänzt werden kann, mit Kosten- und Nutzungsvorteilen für beide Auftraggeber.”

Eine veritable “Ente”

In der FAZ nimmt das obige Zitat nur einen Abschnitt ein. Aber gleich eine veritable “Ente” und ein kleiner Pfusch.

  • Nach allem, was man weiss, legt die Armasuisse irgendwann 2021 der VBS-Chefin ihre Evaluation vor; und dann entscheidet der Bundesrat, worauf das Geschäft mit dem RP 2020 ins Parlament geht. Von einem Entscheid “in der ersten Novemberhälfte” 2020 ist hierzulande nichts bekannt.
  • Dass der F/A-18 Super Hornet zum blossen F-18 mutiert, mag man der FAZ nachsehen.

Starker Toback

Starker Toback ist die unverhüllte Aufforderung an die Schweiz, den Eurofighter zu kaufen:

  • Was soll der taktische Vorteil für die neutrale Schweiz? Schreibt die FAZ dem eigenständigen, souveränen Nachbarstaat schon vor, dass er im Krieg mit anderen Armeen kooperiert – selbstverständlich mit Deutschland?
  • Und warum mischt sich die Zeitung in ein heikles Schweizer Waffengeschäft ein? Kennt sie die Irrungen und Wirrungen, die in Bern jedesmal entstehen, wenn Behörden die Neutralität ritzen – so im Ersten Weltkrieg zugunsten der Mittelmächte, im Zweiten für Frankreich?

Fazit

Wie dem auch sei, erregt Carstens Aufsehen. Die Termin-Ente bestätigt, dass deutsche Journalisten im Umgang mit der kleinen Schweiz mitunter Sorgfalt und Präzision vergessen.